TERRE DES FEMMES: Die Rechte von Frauen müssen auch an allen anderen Tagen im Fokus stehen – bis geschlechtsspezifische Gewalt und Diskriminierung beendet sind

07.03.23
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Von TDF

TERRE DES FEMMES-Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle zum Weltfrauentag am 8. März 2023: „Am internationalen Frauentag werden viele Schlaglichter auf Frauenrechte und Geschlechtergerechtigkeit gerichtet, er ist daher ein wichtiges Datum – doch auch an allen anderen Tagen müssen die Rechte von Mädchen und Frauen im Fokus stehen!“ 
Vorige Woche gaben Bundesaußenministerin Annalena Baerbock und die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Svenja Schulze, ihre Eckpunkte für eine feministische Außen- und Entwicklungspolitik bekannt. Ein wichtiger und guter Schritt – TDF wird weiterverfolgen, welche Maßnahmen künftig umgesetzt werden. Zum Beispiel in Bezug auf die Unterstützung der iranischen feministischen Revolution und der entrechteten Frauen in Afghanistan, und besonders auf die Aufklärung und Bestrafung von sexualisierter Gewalt in bewaffneten Konflikten. Solche Beschlüsse sind unerlässlich für eine bessere Zukunft für alle Menschen, sollten allerdings nicht nur auf dem Papier stehen.

In der gleichen Woche veröffentlichte die Weltbank die Ergebnisse einer Studie zu Gleichberechtigung in 190 Volkswirtschaften. Weltweit haben demnach fast 2,4 Milliarden Frauen im erwerbsfähigen Alter noch immer nicht dieselben Rechte wie Männer: Im Schnitt genießen sie in den untersuchten Ländern nur 77 Prozent der gesetzlichen Rechte, die Männer haben. (Tagesschau vom 2.3.23)

„TERRE DES FEMMES arbeitet seit 42 Jahren dafür, dass alle Mädchen und Frauen gleichberechtigt, selbstbestimmt und frei von Gewalt leben können. Im Jahr 2023 erscheint dieses Ziel wieder sehr weit entfernt“, sagt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES e.V. „In Schulen in Iran werden Mädchen mit Gas vergiftet, mutmaßlich um die protestierende Bevölkerung einzuschüchtern und Mädchen von Bildung auszuschließen. Das Regime foltert, vergewaltigt und ermordet lieber die Jugend, als Frauen ein Leben in Freiheit zuzugestehen.“
In Afghanistan wurden Mädchen und Frauen schon vor Monaten von Schulen und Unis ausgeschlossen, die Hälfte der Bevölkerung darf weder lernen noch arbeiten. „Die Taliban lassen lieber die Menschen verhungern, als dass sie Frauen ihre Menschenrechte zugestehen. 
Wir als Teil der Weltöffentlichkeit dürfen bei dieser unfassbaren Ungerechtigkeit gegen Mädchen und Frauen nicht zusehen. Die deutschen PolitikerInnen müssen mehr tun, um Mädchen und Frauen die ungehinderte, gleichberechtigte Teilhabe am Leben zu ermöglichen,“ so Christa Stolle weiter.

Auch hierzulande muss noch viel getan werden, etwa beim Thema häusliche Gewalt: In Deutschland versucht im Schnitt jeden Tag ein Mann, eine Frau umzubringen, jeden dritten Tag gelingt es. Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle: „Allein die Tatsache, dass dieser Satz seit Jahren wahr ist, zeigt: Auch in Deutschland hat die Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen zu wenig Priorität, und Frauenverachtung und männliche Besitzansprüche sitzen noch immer tief in unserer Gesellschaft. Behörden, bei denen Frauen Hilfe suchen und ihre Rechte einfordern, arbeiten langsam und unkoordiniert, tausende Frauenhausplätze fehlen."
Auch bei der deutschen Gesetzgebung sieht TDF Änderungsbedarf - etwa zu Prostitution, und zur Regelung von Schwangerschaftsabbrüchen. Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle: "Sexkauf, Zuhälterei und damit die Ausbeutung von Frauen in der Prostitution sind legal, aber ein Schwangerschaftsabbruch ist noch immer ein Straftatbestand - das muss sich ändern. TERRE DES FEMMES wird sich weiterhin mit aller Kraft einsetzen: gegen Gewalt an Mädchen und Frauen, und für ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes und freies Leben für ALLE Mädchen und Frauen.“







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