Tunnel in Lützerath wird von RWE unter Lebensgefahr unsachgemäß geräumt — was sagen die Aktivist:innen dazu?

14.01.23
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Von Tunnelaktivist*innen

In einem Tunnel unter der Erde verhindern 2 Aktivist:innen die Räumung des Dorfes Lützerath direkt am Braunkohle Tagebau Garzweiler. Gestern, am 13.1, gegen Abend, wurde die Räumung des Tunnels, ohne Gefahr oder Notwendigkeit, zu einer Rettung umdeklariert. Das bedeutet, dass nun nicht mehr die Polizei für den Einsatz zuständig ist, sondern die RWE-eigene Werksfeuerwehr. RWE ist nicht kompetent, diesen Einsatz sachgemäß und sicher durchzuführen und bringt damit die Aktivist:innen in Lebensgefahr. Die Polizeikräfte, Journalist:innen und Polizeikontakte wurden kurz nach der Umdeklarierung aus dem Bereich des Einsatzes entfernt, was die Tunnelbewohner:innen weiter gefährdet. Laut den Aktivist:innen gibt es für die Rettung keinen Grund, da sie nicht in Gefahr sind — außer durch eine unsachgemäße Vorgehensweise. Sie fordern den Stopp der Braunkohleförderung und eine befreite Gesellschaft.

Es befinden sich mehrere Menschen in einem Tunnel im Umkreis des „Wäldchen“ in Lützerath, um die Räumung und damit den Kohleabbau zu verhindern. Dieser Tunnel wurde vor einigen Tagen durch ein anonymes Video "Das Lützerather Tunnelsystem" : https://youtube.com/watch?v=xonrW2smPyg kommuniziert und ist seither in aller Munde. Es gibt Kontakt zu den Tunnel-Bewohner:innen über einen Funkverkehr. Pinky und Brain, die Tunnelbewohnerinnen, meinen dazu: „Der Tunnel ist eine effektive Art die Räumung zu verhindern.“ Sie hoffen damit Zeit zu gewinnen und so vielen Menschen zu ermöglichen, auf das Geschehen in Lützerath aufmerksam zu werden.

Bei dem Polizeieinsatz handelte es sich bis vor kurzem um eine Räumung, dies wurde nun seitens RWE zu einer Rettung umdeklariert. Dies bringt die Aktivist:innen in Lebensgefahr. Die Polizei hat nun keine Weisungsbefugnis mehr und musste das Gelände verlassen. Die RWE Werksfeuerwehr ist nicht kompetent in Tunnelräumungsfragen, haben keine Erfahrung und nicht die notwendigen Fachleute für diesen komplizierten Vorgang. RWE ist voreingenommen und nur an möglichst schneller, nicht sicherer Räumung interessiert. Sie verfolgen rein wirtschaftliche Interessen. Dazu Pinky und Brain im Video zum Tunnel: „Der Tagebau ist eine klar sichtbare negative Konsequenz des Kapitalismus und die Welt steht vor einer Klimakatastrophe. Und wenn die Welt und die Wirtschaft durch den Kapitalismus immer weiter gezwungen wird Profit durch die Braunkohle zu machen, dann kann das nicht gut für die gesamte Menschheit sein. Vor allem weil sich das nur auf die nationale Wirtschaft bezieht, aber weltweite Konsequenzen hat. Wenn wir eine Welt erreichen wollen, wo alle Menschen ein gutes Leben haben sollen, dann müssen wir auch mit so etwas wie Braunkohle aufhören.“

Kurz nach dem Ausruf der „Rettung statt Räumung“ wurden sämtliche Presse und Polizeikontakte von „Lützerath Lebt“ ausgewiesen. Auch die Polizei musste das Gebiet umgehend verlassen. Die Kommunikation mit den Tunnelbewohner:innen ist damit nicht mehr gewährleistet, was ihre Sicherheit weiter gefährdet, weil sie nun RWE ausgeliefert sind. Für die Räumung der Baumhäuser, die, ähnlich wie der Tunnel, Wohnorte sind, war ebenfalls die Polizei zuständig.

RWE sind Menschenleben egal, das zeigt sich durch das weitere Anheizen der Klimakatastrophe für kurzfristige Profite als auch durch die willentliche Gefährdung der Sicherheit der Aktivist:innen.

Die Menschen im Tunnel haben zu keinem Zeitpunkt kommuniziert, dass sie Hilfe oder gar eine Rettung brauchen. Die Beiden haben sich bewusst entschieden, in diesen Tunnel zu gehen und sind nicht in Gefahr. Sie sagen selbst in dem von ihnen publizierten Video, dass der Tunnel nicht gefährlich ist, sie ihn sehr sorgfältig gebaut haben und sie genügend Sauerstoff haben. Weiter verlauten sie, die Einzigen, die sie in Gefahr bringen, sind die Mitarbeiter:innen von RWE und der Polizei, die eine unsachgemäße und unqualifizierte Räumung erzwingen. Bereits gestern im Verlauf des Tages wurden die Tunnelbewohner:innen mehrmals in Gefahr gebracht, weil die Einsatzkräfte z.B. schwere Baumhäuser auf den Tunnel haben krachen lassen oder in der Nähe mit schweren Maschinen zu Gange waren. Stoppt die Braunkohleverbrennung jetzt!

Mit wütenden Grüßen — „Lützerath gräbt“







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