Kein Grund für Kohle – Jetzt erst recht!

05.01.21
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Von Klimagruppe "Kein Grund für Kohle"

Abrissarbeiten in Lützerath blockiert: Alle Dörfer im Braunkohlerevier sollen bleiben

Seit den frühen Morgenstunden verhindern Aktivist*innen der Klimagerechtigkeitsbewegung die Zerstörung von Wohnhäusern in Lützerath, ein Dorf im Braunkohlegebiet Garzweiler II. 5 Personen sind auf ein Dach geklettert, um so die Abrissarbeiten der von RWE beauftragten Firma Lücker zu verhindern. Vor dem Haus haben sich weitere Menschen zu einer Spontankundgebung versammelt, und unterstützen so die Besetzer*innen.

Obwohl in Lützerath noch Menschen leben, zerstört RWE seit dem letzten Sommer systematisch das Wohnumfeld der Bewohner*innen. Es wurde die an Lützerath vorbeiführende Landstraße L277 abgerissen, sowie Bäume und Grünflächen in der Umgebung gerodet. „RWE darf hier eigentlich in den nächsten Jahren gar nicht weiter abbaggern, da die Gerichte noch nicht über die Klage eines Lützerather Bauern gegen seine Enteignung entschieden haben.“ sagt Lisa Neurat, eine der Aktivist*innen. “Die Absicht von RWE ist klar: Hier geht es um vorzeitiges Fakten schaffen. Menschen, die hier ihr Zuhause verteidigen, sollen eingeschüchtert werden.“

Rückendeckung erhält RWE von Bundeswirtschaftsminister Altmeier, der ein 2019 fertiggestelltes Gutachten über ein Jahr unter Verschluss hielt. Das Gutachten beweist: Es gibt keine energiepolitische Notwenigkeit für den Abriss der sechs Dörfer. „Diese wissentliche Täuschung ist ein politischer Skandal, der das sogenannte Kohleausstiegsgesetz nun endgültig ad absurdum führt. Wir stehen an der Seite der Bewohner*innen und fordern einen sofortigen Stopp aller Abrissarbeiten und Zwangsumsiedlungen.“ so Lisa Neurat.

Wir solidarisieren uns mit allen, die gegen den Braunkohleabbau Widerstand leisten. „Alle Dörfer bleiben“ ist ein Bündnis der Bewohner*innen, dass in den letzten Jahren mit Sitzblockaden, Mahnwachen und Demonstrationen gegen die Tagebaue protestiert hat. Auch Gottesdienste der Initiative "Kirche im Dorf lassen" haben die Menschen, die sich zum Teil schon seit Jahrzehnten gegen die Zerstörungswut der RWE wehren, ermutigt.

„Widerstand ist Handarbeit“, sagt Nicola Saric. „Denn der Kohlekompromiss, der den Braunkohletagebau erst 2038 beenden wird, dient einzig und allein der Profitgier von RWE, auf Kosten von Mensch und Natur“, so Nicola, eine der blockierenden Personen. „Im Angesicht der sich zuspitzenden Klimakrise, die die Menschen im globalen Süden am härtesten trifft, muss der Kohleabbau hier sofort gestoppt werden. Wir kämpfen für den Erhalt der Dörfer und das Ende der fossilen Energiegewinnung.“, begründet Nicola die Aktion.

 







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