Der BBU trauert um Jochen Stay

25.01.22
BewegungenBewegungen, Umwelt, TopNews 

 

Von BBU

Der Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU) trauert um Jochen Stay. Der bundesweit engagierte und geschätzte Atomkraftgegner ist am 15. Januar 2022 plötzlich im Alter von nur 56 Jahren gestorben. Das innige Mitgefühl des BBU gehört den Angehörigen von Jochen Stay sowie seinen Freundinnen und Freunden. Bundesweit trauern viele Anti-Atomkraft-Initiativen und Umweltverbände um einen besonders aktiven Atomkraftgegner, der im ganzen Bundesgebiet geschätzt und gewürdigt wurde. Im Sinne von Jochen Stay ruft der BBU zur Planung und Teilnahme an weiteren Protesten gegen die Nutzung der Atomenergie auf.

„Jochen Stay kannte die Gefahren der Atomenergie. Er hat sich daher einige Jahrzehnte mit voller Kraft gegen die Nutzung der Atomenergie und gegen die weitere Atommüllproduktion engagiert. Dabei hatte er einen großen Anteil an dem erzielten Atomausstieg in der Bundesrepublik. Und es ist ihm immer wieder gelungen, viele Menschen jeglichen Alters zur Teilnahme an Protestaktionen zu motivieren“, berichtet BBU-Vorstandsmitglied Udo Buchholz, der noch wenige Tage vor dem Tod von Jochen Stay mit ihm an einer Onlinekonferenz teilgenommen hat.

Jochen Stay war Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt und Vorstandsmitglied der Stiftung Atomerbe. Der gebürtige Mannheimer war zunächst in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts an gewaltfreien Blockaden des Pershing-Atomwaffen-Depots in Mutlangen beteiligt. Seit Mitte der 1980er-Jahre war er in der Anti-Atomkraft-Bewegung aktiv. Ab Mitte der 1990er-Jahre organisierte er mit der Kampagne „X-tausendmal quer“ öffentlich angekündigte, gewaltfreie Sitzblockaden gegen Castor-Atommüll-Transporte. 2008 gründete er mit einigen Mitstreiter*innen die Anti-Atomkraft-Organisation „.ausgestrahlt“. und organisierte mit ihr zahlreiche Protestaktionen gegen Atomkraftwerke und Atomtransporte. Einer der Höhepunkte war dabei die von Jochen Stay initiierte 120 Kilometer lange Menschenkette vom Atomkraftwerk
Brunsbüttel bis zum AKW Krümmel. 120.000 Menschen beteiligten sich am 24.4.2010. Es folgten weitere Massen-Proteste nach dem Störfall im Atomkraftwerk Fukushima (Japan, 2011), nach denen der Atomausstieg bis Ende 2022 verkündet wurde. Angeprangert wurde von Jochen Stay dabei, dass die Uranfabriken in Gronau und Lingen vom Atomausstieg nicht erfasst wurden und weiterhin unbefristete Betriebsgenehmigungen haben.
 


Aus Nachrufen von BBU-Mitgliedsgruppen:

Es waren besonders die Anti-Atomkraft-Initiativen, die im BBU organisiert sind, die vielfältige Kontakte zu Jochen Stay hatten.

In einem Nachruf der Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus“ heißt es:
„Jochen Stay war seit den 80er Jahren aktives Mitglied der Anti-Atomkraftbewegung in Deutschland. In den 90er Jahren hat er ganz wesentlich die Bewegungen „Wir stellen uns quer“ und „X-tausendmal quer“ gegen die damals startenden Castor-Transporte nach Gorleben mitgeprägt. Als der vierte dieser Transporte nach Ahaus gehen sollte, hat Jochen uns hier am Ort im Vorfeld unterstützt und maßgeblich mit dazu beigetragen, dass wir auch in Ahaus massiven Widerstand in der lokalen Bevölkerung und bundesweit organisieren konnten. Dass sich über 10 000 Menschen in Ahaus mit Sitzblockaden und anderen gewaltfreien Aktionen gegen den Transport im März 1998 gestellt haben, war auch Jochens Verdienst. Und dass kurz danach die Castor-Transporte aus kommerziellen Atomkraftwerken zugunsten eines Verbleibs an den jeweiligen Standorten gestoppt wurden, kann auch mit als Erfolg von Jochens Bemühungen angesehen werden.“

https://www.bi-ahaus.de

Und die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg schreibt:
„Jochen Stay hat sich seit 1992 im Wendland engagiert. Er arbeitete auch im BI Vorstand mit, in den Jahren 2000 bis 2001 und von 2003 bis 2004. Zugleich war er von 1996 bis 2008 Sprecher der Initiative X-tausendmal quer. Deren gewaltfreies Aktionskonzept lud Menschen ein, sich am Protest gegen die Castor-Transporte in Form von Sitzblockaden zu beteiligen. Ziviler Ungehorsam war sein Ding und das politische Feingefühl dafür, welche große Hürde es für viele Menschen bedeutete, sich an derartigen Aktionen zu beteiligen, zeichnete ihn aus.“

https://www.bi-luechow-dannenberg.de/2022/01/18/jochen-stay-ist-tot



Weitere Proteste im Sinne von Jochen Stay

Gemeinsam mit .ausgestrahlt und vielen Bürgerinitiativen befand sich Jochen Stay kurz vor seinem Tod mitten in den ersten Vorbereitungen für eine bundesweite Fahrrad-Aktionstour, die im Sommer 2022 zu vielen Atomstandorten führen soll. Der BBU ruft seine Mitglieder dazu auf, im Sinne von Jochen Stay die Vorbereitung und Durchführung der eindrucksvollen Aktion zu unterstützen. Informationen:

https://www.ausgestrahlt.de/aktiv-werden/aktionsradtouren-2022


Und der BBU ruft ebenfalls im Sinne von Jochen Stay zur Durchführung von Gedenk- und Protestaktionen in möglichst vielen Orten anlässlich der Jahrestage der Atomkatastrophen von Fukushima (11.3.2011) und Tschernobyl (26.4.1986) auf.

Ein Nachruf von .ausgestrahlt: https://www.ausgestrahlt.de/jochen








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