Schulterschluss universitärer Basisstrukturen nimmt Form an


Foto: unter_bau

19.05.17
BewegungenBewegungen, Kultur, Hessen 

 

Von unter_bau

Aktionstag „Lebendiger Campus“ demonstriert campusübergreifende Solidarität

Der von der alternativen Hochschulgewerkschaft unter_bau ausgerufene Aktionstag „Lebendiger Campus“ am gestrigen Donnerstag, den 18. Mai, hat gezeigt, dass es gelingen kann, hochschulpolitische Anliegen campusübergreifend zu verbinden. Kern des Aktionstags war eine von der Fachschaft Medizin organisierte Demonstration, bei der ca. 250 Leute für eine bessere Bezahlung im Praktischen Jahr protestierten. Der Demonstrationszug startete am Campus Niederrad und endete mit einer Kundgebung auf dem Campus Westend. Dort gab es die Möglichkeit, sich beim Protestcafé mit anderen Initiativen zu vernetzen. Der Tag klang bei Essen und Getränken sowie mit einem musikalischen Programm aus.

Die Forderungen nach einer Erhöhung der Ausbildungsvergütung der Mediziner_innen auf das BaFöG-Höchstsatzniveau und nach einem Studientag pro Woche im Praktischen Jahr betonte Juri Ghofrani von der Mediziner_innen-Hochschulgruppe "Niederrad Jetzt!" in einem Redebeitrag.

Anne Reiff vom Allgemeinen Sekretariat des unter_bau stellte diese Anliegen in einen größeren Kontext: „Prekarisierung abzuschaffen ist ein Ziel, das uns mit anderen Arbeitsbereichen verbindet, in denen Beschäftigung unsicher und schlecht bezahlt ist.“ Nadja Rakowitz vom Verein demokratischer Ärztinnen und Ärzte (VdÄÄ) und dem Bündnis „Krankenhaus statt Fabrik“ skizzierte den Wandel des Gesundheitssystems und sprach von „menschenverachtender Ökonomisierung und Durchkapitalisierung“. Sie rief die Mediziner_innen dazu auf, einen kritischen Blick auf ihren zukünftigen Arbeitsplatz zu werfen.

Chris Sommer von der Initiative „Kritische Ökonomik“ kritisierte die Verengung der wirtschaftswissenschaftlichen Lehre auf quantitative Berechnungen und neoklassische Theorien und plädierte für mehr kritische Wissenschaft. Dies ist auch das Anliegen des Forums Kritische Wissenschaften, für das Christina Engelmann sprach. Sie betonte, dass eine Vernetzung innerhalb der Hochschule und zwischen den Initiativen wichtig sei, um die Tradition der Kritischen Theorie wieder stärker zu beleben.

Die Stärkung der Kritischen Theorie ist eine der Forderungen des unter_bau, die im Anschluss an die Kundgebung symbolträchtig an die Türen des Präsidiums der Goethe-Universität gehängt wurden. Mit dem Aufruf, den Campus gemeinsam aufzuwühlen und für einen lebendigen Campus einzutreten, blickt der unter_bau erwartungsvoll auf die kommenden Wochen. Unter anderem erwartet die Mitglieder ein vielfältiges inhaltliches Workshop-Programm. Dabei werden vor allem auch die vielen neuen Mitglieder, die am Aktionstag, der im Rahmen einer Mitgliederkampagne stattfand, eingetreten sind, Gelegenheit haben, die alternative Hochschulgewerkschaft noch lebendiger zu machen.







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