Friedensradweg - Pilgern mit dem Rad durch das Saarland


Bildmontage: HF

13.07.17
BewegungenBewegungen, Saarland 

 

Von Waltraut Andruet

Eine gelungene  Pfingstveranstaltung von pax christi war der Friedensradweg, der bei sommerlichen Temperaturen 30 Radlerinnen und Radler aus Mainz, Limburg, Fulda, dem Saarland und Rheinland-Pfalz durch das Saarland führte. Gestaltet und begleitet wurde er von Volker Jung (FriedensNetz Saar) und Waltraud Andruet (pax christi Saar).

Am Beispiel des Saarlandes und seiner bewegten Geschichte sollte die Notwendigkeit des Friedens in Europa aufs Neue verdeutlicht werden. Gestartet wurde daher an der Air Base Ramstein. Hier berichtete Detlef Besier, Umwelt- und Friedenspfarrer, in Speyer zur Geschichte des Unglücks von 1988 und zur Geschichte der Air Base als Dreh- und Angelpunkt US-amerikanischer militärischer Akte.  Michael Starke (pax christi Speyer) begleitete die Gruppe bis ins Saarland. In Homburg, wo die Gruppe übernachtete, erfuhr sie von Kulturdezernent Professor Dr. Klaus Kell vieles zum Schicksal der Stadt, deren Befestigungen aus der Vauban-Zeit inzwischen Geschichte sind.

Durch das UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau ging es am Pfingstsamstag nach Blieskastel  zu den Patres ins Kloster der Minoriten, das von polnischen Mönchen geführt wird. In Bliesbrück-Reinheim konnte der Europäische Kulturpark zur keltischen und römischen Vergangenheit der Region besucht werden. Dort schloss sich ein reizvolles Picknick an. Nun wurde die Grenze überquert und die Gruppe gelangte entlang der Blies und der Saar schließlich nach Saargemünd. Bei dem heißem Wetter entwickelte sich die Strecke zu einer echten Herausforderung. Ende  der Etappe war die Jugendherberge in Saarbrücken.

Sonntags besuchten die Radler den Rundfunkgottesdienst in der Basilika St. Johann und starteten nach einer kurzen Stadtführung von Volker Jung , der die Streckenführung bis Saarlouis übernommen hatte, zum Weltkulturerbe Völklinger Hütte, wo die Street Art Biennale einen Blickfang bot, aber vor allem die industrielle Prägung des Saarlandes deutlich wurde – Eisen, das auch der Rüstung diente, Zwangsarbeit und die Personalie Carl Röchling wurden diskutiert.

Die zweite Etappe des Tages führte nach Saarlouis, zunächst zum Kulturdenkmal des Alten Friedhofs, den Jörg Schu, der wohl beste Kenner, als Militär-, Zivil- und Judenfriedhof erklärte. Dieser Ort zeigte die bewegte Geschichte der Stadt in besonderer Weise.

Eingeladen zum Friedensfest hatte in Saarwellingen Waltraud Andruet im Atelier Mario Andruet. Die Begegnung mit Kunst und den Aktivitäten des Ateliers beeindruckten die Gäste ebenso wie kurdische Musik und das Essen aus vielen Kulturen.  Bürgermeister Manfred Schwinn hob die Wichtigkeit solcher Begegnungen für den Frieden hervor. Bei Musik und Tanz klang der Tag aus. Übernachtet wurde in Wallerfangen im Haus Sonnental. Gestärkt durch den allmorgendlichen geistlichen Impuls ging es zur letzten Etappe.

Entlang der Saar und bis zur Saarschleife führte der letzte Tag. Hier ließen viele es sich nicht nehmen, zur Saarschleife hinauf zu wandern und den Ausblick zu genießen. Dort verabschiedeten sich alle und traten von Mettlach aus zufrieden und friedlich den Heimweg an.







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