Polizei verursacht weiteren schweren Unfall im Dannenröder Wald

16.11.20
BewegungenBewegungen, Umwelt, Hessen, TopNews 

 

Von "Wald statt Asphalt"

Polizei gibt Schuld am gestrigen Tripod-Unfall zu. Wald-Statt-Asphalt-Bündnis spricht von vorsätzlicher gefährlicher Körperverletzung in beiden Fällen

Das Bündnis "Wald Statt Asphalt!" wirft den Einsatzkräften für die Räumung der Besetzung im Dannenröder Wald vorsätzliche gefährliche Körperverletzung vor und fordert nach der erneuten Verletzung eines Menschen im Dannenröder Wald den sofortigen Stopp der Räumungs- und Rodungsarbeiten.

Nachdem bereits am Sonntag ein Mensch durch die Polizei schwer verletzt wurde, kam es im Zuge der heutigen Räumung zu einem weiteren Sturz eines Menschen aus großer Höhe. Gegen 13 Uhr näherten sich Forstarbeiter*innen zwei Bäumen, zwischen denen eine Person in einem Seil hing. Trotz verschiedener Zurufe Umstehender fällten sie einen der Bäume, woraufhin die Person in einem Pendelsturz fünf Meter in die Tiefe stürzte. Der aktuelle Gesundheitszustand des Menschen ist unklar.

Inzwischen gab die Polizei ihre Schuld an dem gestrigen Sturz einer Aktivistin zu. Die Polizei spricht von fahrlässiger Körperverletzung durch einen Polizisten. Das Bündnis Wald-statt-Asphalt wirft den Verantwortlichen allerdings in beiden Fällen vorsätzliche gefährliche Körperverletzung vor.

Luise Stark, eine Aktivistin, die schon ein Jahr in der Besetzung lebt und die Tripods mitaufgebaut hat, zu dem Tripod-Unfall: "Wir wissen, dass sich Aktivist*innen in eine gefährliche Situation begeben, wenn sie Tripods besetzen. Aus diesem Grund ist jeder Tripod mit einem Schild ausgestattet, auf dem die Funktionsweise von Tripods erklärt wird. Im ganzen Wald befinden sich mindestens 100 solcher Schilder. Diese muss die Polizei bei ihren zahlreichen Streifzügen durch den Wald gesehen haben. Zudem riefen zahlreiche Umstehende den Einsatzkräften zu, dass sie eine Person gefährden würden. Von wegen 'Sicherheit vor Geschwindigkeit': Die Polizei wusste genau, was sie tut, als sie dieses Seil durchschnitten haben!"

"Die vielfachen Verletzungen bei der Räumung der Besetzung im Dannenröder Wald zeigen, dass die Polizei extrem riskantes Vorgehen an den Tag legt. Die Schwarz-Grüne Landesregierung scheint bereit zu sein, diese Räumung auf Biegen und Brechen durchzusetzen und dabei Verletzte in Kauf zu nehmen. Dass es noch keine Todesfälle gab, ist nur Glück. Die Situation muss komplett neu evaluiert, die Einsatzleitung ausgetauscht und die Rodung sofort abgebrochen werden!", sagt Scully von Ende Gelände. "Es reicht! Hier & jetzt muss Schluss sein."

Die vermehrten Unfälle im Dannenröder Wald zeigen die Brisanz der Lage im Konflikt um die umstrittene Autobahn 49. "Warum ist es in Ordnung, das Pariser Klimaschutzabkommen zu brechen, aber nicht einen Straßenbauvertrag? Dass die schwarz-grüne Landesregierung diese Räumung angeordnet hat, ist angesichts der steigenden Coronazahlen und der Gefährdung von Menschenleben absolut unverantwortlich. Die einzige Lösung ist ein sofortiger Rodungsstop!", sagt Charlie Linde vom Wald-Statt-Asphalt-Bündnis.

 







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