75 Jahre Hiroshima / Nagasaki, 35 Jahre UAA Gronau, Sonntag Protest in Gronau

06.08.20
BewegungenBewegungen, Umwelt, NRW, TopNews 

 

Von BBU

 

Sonntag, 9. August 2020, 14 Uhr:

Kundgebung an Urananreicherungsanlage Gronau

- zuvor Stern-Raddemos aus fünf Orten

"75 Jahre Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki mahnen: Atomares Wettrüsten stoppen – Urananreicherung sofort beenden"

Am jetzigen Sonntag, 9. August, ruft ein Bündnis aus deutschen und niederländischen Anti-Atomkraft- und Friedens-Initiativen zu einer Demonstration an der Urananreicherungsanlage Gronau auf. Anlass ist der 75. Jahrestag der Atombombenabwürfe über Hiroshima am 6. August 1945 sowie über Nagasaki am 9. August 1945. Damals starben mehr als 200 000 Menschen an den Folgen des radioaktiven Erstschlags. Das Motto der Demonstration lautet "75 Jahre Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki mahnen: Atomares Wettrüsten stoppen – Urananreicherung sofort beenden."

Die zentrale Kundgebung findet um 14 Uhr vor dem Haupttor der Urananreicherungsanlage (UAA) an der Röntgenstraße in Gronau statt. Zuvor finden mehrere Fahrrad-Sternfahrten zur UAA statt.

Die zentrale Raddemo startet um 13 Uhr am Bahnhof in Gronau. Bereits um 11.30 Uhr startet die Bürgerinitiative "Kein Atommüll in Ahaus" am Bahnhof in Ahaus. Um 12 Uhr startet die SPD Heek-Nienborg am Rathaus in Heek. Ebenfalls um 12 Uhr startet "Enschede vor Vreede" am Alfaturm am Boulevard 1945 in Enschede (NL). Diese drei Touren fahren zunächst zum Bahnhof nach Gronau. Zusätzlich starten um 12.30 Uhr die Grünen in Ochtrup am Grünen-Büro in der Weinerstraße Richtung UAA. Eine weitere Zubringer-Radtour gibt es ab Legden.

Um 13.30 Uhr verkehrt zudem ein Shuttle-Bus vom Bahnhof Gronau zur Kundgebung vor der UAA.

"75 Jahre nach den verheerenden Atombombenabwürfen über Hiroshima und Nagasaki steckt die Welt mitten in einem neuen atomaren Wettrüsten. Das ist zutiefst beunruhigend. Auch die Bundesregierung hält sich mit dem Betrieb der Urananreicherungsanlage in Gronau die technische Option zum Bau von Atombomben offen. In den USA spricht die Betreiberfirma Urenco nach US-Medienberichten mit dem Pentagon über konkrete militärische Projekte, wie den Bau von Mini-Reaktoren für das US-Militär. Wenn die Bundesregierung es mit der atomarer Abrüstung ernst meint, dann muss sie diese Militarisierung der Urananreicherung unterbinden, die Urananreicherung in Gronau und die dazugehörige Uranzentrifugen-Entwicklung in Jülich komplett beenden sowie dem von ICAN initiierten UN-Atomwaffenverbotsvertrag beitreten," so Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Gedenken an Hiroshima und Nagasaki

Bei der Kundgebung vor der Urananreicherungsanlage wird ein Redebeitrag der japanisch-deutschen Initiative Sayonara Nukes aus Düsseldorf an die Atombombenabwürfe über Hiroshima und Nagasaki erinnern. Mit diesen Atombombenabwürfen wurde weltweit deutlich, wie verheerend ein Atomkrieg für die Menschheit ist. Auch geht es um die Folgeschäden der Reaktorkatastrophe von Fukushima. In einem weiteren Redebeitrag wird ein Aktivist von Fossil Free Münster über eine Friedens-Freizeit in Hiroshima berichten. Die Kundgebungsteilnehmer/innen wollen zudem mit einer Schweigeminute den zahllosen Opfern der Atombombenabwürfe gedenken.

Kein angereichertes Uran für die Vereinigten Arabischen Emirate

Die Initiativen und Verbände, die zum Protest gegen die Urananreicherung aufrufen, lehnen ausdrücklich die jetzt anlaufenden Lieferungen von angereichertem Uran für die Brennelemente der neuen AKW der Vereinigten Arabischen Emirate am Persischen Golf ab. "Damit trägt der britisch-deutsch-niederländische Urenco-Konzern in Zusammenspiel mit den deutschen Miteigentümern RWE und EON und mit der Zustimmung der Bundesregierung mit zur gefährlichen Nuklearisierung in einer ohnehin instabilen Region bei. Fast alle Länder sind dortin kriegerische Auseinandersetzungen untereinander oder in der Nachbarschaft verstrickt.

Atomkraftwerke verstärken hier das Risiko von Anschlägen und weiteren Krisen enorm. Dass Urenco sich hier engagiert, ist genauso wenig nachvollziehbar wie die Lieferungen von angereichertem Uran für die Alt-Reaktoren der Ukraine oder nach Belgien," so Udo Buchholz vom Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau und Vorstandsmitglied im Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz.

Weitere Themen auf der Kundgebung werden die unverantwortlichen Uranmüllexporte von Gronau nach Russland sein sowie die geplanten Castor-Transporte mit hoch angereichertem, waffenfähigem Uran von München-Garching ins Atommüll-Lager nach Ahaus.

Um Corona-Infektionen zu vermeiden, rufen die Veranstalter für die Kundgebung ausdrücklich zum Tragen von Mund-Nasenschutz-Masken auf sowie zur Einhaltung der entsprechenden Abstandsregeln.

Wegen der Corona-Pandemie hatten die Anti-Atomkraft-Initiativen im April auf den traditionellen Ostermarsch zur Urananreicherungsanlage Gronau verzichtet.

 

Demonstrations-Aufruf:

Der gesamte Demo-Aufruf findet sich unter: www.ostermarsch-gronau.de <http://www.ostermarsch-gronau.de>

Weitere Informationen:

www.sofa-ms.de, www.bbu-online

 

 







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