Ostermarsch Rhein-Ruhr: Gemeinsam gegen die Atombomben in Belgien, Niederlande und Deutschland


Bild: Uwe Koopmann


Die internationale Diskussionsrunde bei der Ostermarsch-Kundgebung in Düsseldorf: Joachim Schramm (Landesgeschäftsführer DFG/VK), Jenny Watson (Sittard/Niederlande), Hans Lammerant (Gent/Belgien) und Dr. Elke Koller (Leienkaul bei Büchel/Eifel); Bild: UK

11.04.09
BewegungenBewegungen, Düsseldorf, NRW, Internationales, TopNews 

 

Von Uwe Koopmann

Von Düsseldorf nach Kleine Brogel (Belgien) sind es knapp 100 Kilometer, nach Volkel (Niederlande) ebenfalls, nach  Büchel (Eifel) kaum mehr. An allen drei Orten sind US-Atombomben gelagert. Die in Belgien entsprechen allein etwa der Sprengkraft von 300 Hiroshima-Bomben. In Büchel haben die rund 20 US-Atombomben (Typ B-61) die 26fache Zerstörungskraft der Hiroschima-Bombe. Hier üben Bundeswehr-Piloten den Atomwaffeneinsatz mit Tornado-Jagdbombern. Auf dem Fliegerhorst Volkel sind 22 B-61 stationiert.

Gegen diese atomare Bedrohung sind die Friedensbewegungen in Belgien, in den Niederlanden und im Rheinland - jede für sich - schon seit Jahren aktiv. Das soll in Zukunft anders werden, verkündeten unter viel Beifall Jenny Watson von Pais, der niederländischen Sektion der „War Resisters International“ (WIR), Hans Lammerant vom Vredesactie (Friedensaktion) und Bombspotting, einer Kampagne des Zivilen Ungehorsams in Belgien, und Dr. Elke Koller, die in unmittelbarer Nähe der Atombomben in der Eifel wohnt. Verstärkt international müsse die Friedensbewegung arbeiten.

Dazu reichten Bekenntnisse in den verschiedenen Parlamenten nicht - auch nicht die Ankündigungen des US-Präsidenten Barack Obama, der die Atombombenreduzierung eher als generationenübergreifendes Projekt angekündigt habe. Auch die große Mehrheit der Bundestagsabgeordneten habe sich in den vergangenen Jahren nicht dafür eingesetzt, die Atombomben abzuschaffen.

Wenn es in diesem Bereich nachprüfbare Erfolge geben solle, müsse die außerparlamentarische Bewegung mehr Druck entfalten. Wie dies konkret geschehen könne, berichtete Hans Lammerant mit Hinweisen auf die „NATO Game-over Aktion“: 50 Aktivisten gingen gewaltfrei ins Brüsseler NATO-Hauptquartier, beteiligt waren 1000 Menschen aus 17 Ländern. Die NATO schützte sich gegen diesen Besuch mit 500 Festnahmen.

Wie phantasievoll Friedensarbeit geleistet werden kann, demonstrierte Klaus der Geiger bei seinem umjubelten Auftritt. Er kam erst zum Ende, als der mit Pferdehaaren bespannte Bogen seiner Geige die letzten Töne des Widerstandes von sich gegeben hatte.
Uwe Koopmann







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