Keine weitere Versiegelung im Wuhletal

31.03.20
BewegungenBewegungen, Umwelt, Berlin, News 

 

Zu möglichen Planungen, den Parkplatz neben der U-Bahnstation „Kienberg“ weiter auszubauen und zu versiegeln, erklärt das Bündnis „Entsiegelt Berlin – Natur statt Asphalt“:

Keine weitere Versiegelung im Wuhletal

Alle Überlegungen für den Ausbau des Parkplatzes an der U-Bahnstation „Kienberg“ müssen beendet werden -

Die IGA 2017 hat dazu geführt, dass im Wuhletal großflächig Natur zerstört und große Flächen asphaltiert wurden. Der Kienberg wurde massiv verbaut und wertvolle Naturflächen dadurch zerstört. Im Zuge der Schaffung einer „Erlebnislandschaft“ wurden wertvolle Grünflächen geopfert, die Mensch und Tier zur Erholung dienten. Mit einem dringenden Appell an das Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf und die Bezirksfraktionen hat sich das Bündnis „Entsiegelt Berlin – Natur statt Asphalt“, für einen zumindest teilweisen Rückbau der Eingriffe in das Wuhletal ausgesprochen.

Direkt neben der U-Bahnstation „Kienberg“ wurde ein großer Parkplatz für die IGA geschaffen. Nach dem Ende der IGA muss dieser Parkplatz zurückgebaut werden. Ziel der Erschließung von Naturflächen in Berlin muss ein attraktives Angebot mit öffentlichen Verkehrsmitteln sein. Mit dem Ausbau der U-Bahn-Station „Kienberg“ wurde das sichergestellt.

Dazu Uwe Hiksch, stellv. Vorsitzender NaturFreunde Berlin: „Ein Großparkplatz motiviert zu Autofahrten - an einem Ort direkt neben dem U-Bahnhof! Gerade zu Großveranstaltungen sollten die Besucher*innen per U-Bahn, Rad oder zu Fuß kommen. Das Bündnis „Entsiegelt Berlin“ fordert daher, den Parkplatz zu entsiegeln, zu renaturieren und dort ökologisch wertvolle Wildblumenwiesen anzulegen, Bäume zu pflanzen und der Bevölkerung wieder als Festwiese bzw. Erholungsraum zurückzugeben.“

Der Parkplatz am Jenela-Santic-Park darf keinesfalls verfestigt oder gar asphaltiert werden. Dieses Vorhaben widerspräche den Bedürfnissen von Mensch und Tier im Mikro- und Makrokosmos. Es untergräbt alle seitdem gewonnenen Erkenntnisse und erkannten Notwendigkeiten von Flächennutzung, Biotopvernetzung und -vergrößerung, Regenwassergewinnung, Stadtklimatologie und nicht zuletzt der Verkehrsplanung.

Das Bündnis möchte somit zu einer Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln motivieren, was dank guter Anbindung optimal möglich ist. Der Ausbau der Parkplätze wird anderenfalls nur zu noch mehr Autoverkehr und somit schlechterer Luft führen. Verstopfte Straßen und verärgerte Anwohner*innen sind die Folgen.

Da in Berlin die aktuellen Grenzwerte von Stickstoff weit über das Ziel hinausschießen, ist nun dringender Handlungsbedarf auf politischer Bühne nötig, um die Bürger*innen und die Natur zu schützen. Der Ausbau eines Parkplatzes für den motorisierten Individualverkehr setzt ein völlig falsches Zeichen und wird das Problem weiterhin triggern.

Roland Stimpel von FUSS e.V.: „Ob es für 90 oder 99 Prozent der Parkbesucher keine Parkplätze gibt, ändert an der Erschließungsqualität wenig. Wenn Besucher nicht von Staus, Abgasen und einer blechbestandenen Asphaltwüste empfangen werden, sondern von einem renaturierten Parkteil, ändert das an der Erholungsqualität sehr viel.“

Einmal monatlich kommen die Bündnismitglieder in den (derzeitig virtuellen) Wänden der NaturFreunde Berlin zusammen und debattieren über verschiedene Entsiegelungsorte sowie Maßnahmen. Dabei werden Möglichkeiten individuell analysiert und den Gegebenheiten vor Ort angepasst.

 







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz