Hausbesetzung in von Abbaggerung bedrohtem Dorf - Blockaden von Kohle- und Gasinfrastruktur im gesamten Rheinischen Revier

26.09.20
BewegungenBewegungen, Umwelt, NRW, TopNews 

 

Von Ende Gelände

Seit den frühen Morgenstunden blockieren über 3.000 Aktivist*innen von Ende Gelände Kohle- und Gasinfrastruktur im Rheinland. Erstmalig kam es dabei im Rahmen einer Ende Gelände Aktion zu einer Hausbesetzung. 200 Aktivist*innen besetzen seit der Mittagszeit den Keyenberger Gasthof, der sich im Eigentum von RWE befindet.

Dazu erklären die Aktivist*innen: „Wir feiern heute die Wiedereröffnung des Keyenberger Gasthofs! Er gehört seit ein paar Monaten RWE und seitdem verfällt er. RWE versucht gezielt, soziale Orte zuerst zu vernichten und die Dorfgemeinschaften zu spalten. Dieser Gasthof steht symbolisch dafür, wie hier das ganze Leben zerstört werden soll. Wir werden ihn heute wiederbeleben!“

Parallel zu den Blockadeaktionen findet eine Demonstration von Fridays for Future und „Alle Dörfer Bleiben!“ am Tagebau Garzweiler statt. „Alle Dörfer Bleiben!“ ist ein bundesweites Bündnis, in dem sich Betroffene aller Braunkohle-Regionen und Aktive aus der Klimagerechtigkeitsbewegung gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung einsetzen.

„Wir sind sehr dankbar, dass Ende Gelände uns im Kampf um unsere Dörfer unterstützt. Wir rufen alle Menschen dazu auf, auch nach diesem Wochenende mit uns zu kämpfen. Diesen Herbst geht es darum, Lützerath zu schützen und Baumfällungen zu verhindern.“, sagt Antje Pistel von „Alle Dörfer Bleiben!“.

 

Tagebau Garzweiler, Kohlekraftwerk Weisweiler und Gaskrafterk Lausward blockiert - „Sauberes Gas ist eine dreckige Lüge“ - Demonstration von Fridays for Future und „Alle Dörfer bleiben!“ in Garzweiler

Rund 3.000 Aktivist*innen von Ende Gelände blockieren seit heute Morgen erfolgreich Kohle- und Gasinfrastruktur im Rheinischen Kohlerevier. Die Aktionsgruppen gelangten in den Tagebau Garzweiler, zum Kohlebunker am Tagebau Garzweiler, in das Kohlekraftwerk Weisweiler und zum Gaskraftwerk Lausward bei Düsseldorf.

„Wir sind heute hier, um Erdgas als Klimakiller zu entlarven. Sauberes Erdgas ist eine dreckige Lüge. Es ist Wahnsinn, Milliarden in Erdgas, Pipelines und Frackinghäfen statt in Erneuerbare Energien zu investieren. Erdgas ist eine fossile Sackgasse und keine Brücke in die Zukunft“, sagt Kim Solievna, Pressesprecherin von Ende Gelände.

Erstmalig blockiert Ende Gelände in diesem Jahr auch Gasinfrastruktur, die derzeit stark ausgebaut wird. Bei der Produktion und dem Transport des Erdgases wird Methan freigesetzt, was ein deutlich stärkeres Treibhausgas als CO2 ist. Damit ist Gas über die gesamte Produktionskette genauso klimaschädlich wie Kohlekraft [1].

Lina Gobbelé von Fridays for Future ergänzt: „Nachdem wir gestern an über 450 Orten in Deutschland für Klimagerechtigkeit gestreikt haben, demonstrieren wir heute zusammen mit Ende Gelände im Rheinland für einen schnellen Kohleausstieg. Die Klimagerechtigkeitsbewegung ist vielfältig, entschlossen und ungehorsam. Kein Grad weiter – heißt keinen Meter weiter für die Kohlebagger!“

Ab 12 Uhr demonstriert Fridays for Future zusammen mit der Initiative Tagebau-Betroffener „Alle Dörfer bleiben!“ am Tagebau Garzweiler für einen schnellen Kohleausstieg und den Erhalt der bedrohten Dörfer.

 

[1] Studie der Energie Watch Group:

http://energywatchgroup.org/wp-content/uploads/EWG_Erdgasstudie_2019.pdf

 

 







<< Zurck
Diese Webseite verwendet keine Cookies. Hier erfahrt ihr alles zum Datenschutz