Hände weg vom Friedenspark!

25.11.20
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Initiativen und Verbände fordern: Freizeitbad muss auf Gelände des ehemaligen Wernerbads errichtet werden

Von NaturFreunde Berlin, Berliner Netzwerk für Grünzüge und  Bürgerinitiative Kienberg-Wuhletal

Die NaturFreunde Berlin, das Berliner Netzwerk für Grünzüge, die Bürgerinitiative Kienberg-Wuhletal wenden sich entschieden gegen die Pläne des Bezirks Marzahn-Hellersdorf, den Jelena-Santic-Friedenspark am Rande des Wuhletals mit einem „Kombi-Freizeitbad“ zu bebauen.

Seit der Schließung des Wernerbads im Jahre 2002, über Generationen eine beliebte Freizeit- und Sportstätte für Marzahner, Hellersdorfer und Mahlsdorfer, kämpfen die BürgerInnen um die Sanierung und Wiedereröffnung ihres Wernerbads. Mehrere Bewerbungen zum Weiterbetrieb und entsprechende Konzepte und Finanzierungspläne wurden vorgelegt, doch immer wieder von politischer Seite, wie auch von Seiten der Berliner Bäderbetriebe ausgeschlossen. Nun werden neue Flächen für ein Bad gesucht.

Doch schon die Auswahl der eventuell dafür infrage kommenden Flächen – darunter neben dem Jelena-Santic-Friedenspark auch die Freifläche neben dem Biesdorfer Friedhof - lässt keinen Zweifel daran zu, dass der Bezirk Grünanlagen entlang des Wuhletals für Sportanlagen opfern will, anstatt den mühsameren Weg zu gehen, geschlossene Sportanlagen wieder zu eröffnen. Am 8. Oktober 2020 beschloss die BVV Marzahn-Hellersdorf, dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf zu empfehlen, sich gegenüber dem Berliner Senat für den Bau eines Frei- oder Kombibades auf dem Friedenspark einzusetzen.

Dazu Uwe Hiksch, stellvertretender Landesvorsitzender der NaturFreunde Berlin: „Es ist nicht akzeptabel, dass in Berlin öffentliche Grünflächen wie der Jelena-Santic-Park bebaut werden sollen. Solche Fläche sind für die Erholung und Bewegung der Berliner*innen systemrelevant. Für den Bau eines Freizeitbades muss das ehemalige Wernerbad oder bereits bebaute und versiegelte Flächen genutzt werden. Auch im Bezirk Marzahn-Hellersdorf gibt es leerstehende Gewerbe-, Garagen- und bereits versiegelte Freiflächen, die für den Bau genutzt werden können. Wir erwarten vom Bezirk und der Landesregierung, dass die Grünflächen am Wuhletal nicht immer weiter zerstört werden.“

„Mit jeder schwindenden öffentlichen Grünfläche erhöht sich der Nutzungsdruck auf die verbleibenden. Unser öffentliches Grün ist zur Erholung, Bewegung und zum Stressabbau für die Berliner Bevölkerung unerlässlich. Das setzt aber voraus, dass die Grünflächen nicht ebenfalls bereits überfüllt sind. Dabei ist zusammenhängendes Grün wie im Fall des Jelena-Santic-Friedensparks, der sich an das Wuhletal anschließt, von ungleich größerem Wert. Wo will der Bezirk im Ausgleich für eine Bebauung des Parks den Anwohnern eine ebenbürtige Grünfläche in unmittelbarer Nähe schaffen?“, ergänzt Antje Henning vom Berliner Netzwerk für Grünzüge.

Der Jelena-Santic-Friedenpark bildet mit dem Wuhletal einen zusammenhängenden Grünzug mit wertvollen Biotopverbindungen. Er ist Lebensraum zahlreicher Wildbienen, Falter, Feldhasen, Amphibien und Vögel.

Viel zu viele Flächen wurden bereits im und am Wuhletal versiegelt, bebaut und umgestaltet. Weitere Versiegelungen, Verfestigungen und Bebauungen stehen in eklatantem Widerspruch zu allen Belangen des Biotop- und Artenschutzes, des Niederschlagswassermanagements und des Stadtklimas. Einer Stadt, die wie Berlin den Klimanotstand ausgerufen hat, würden sie zum Hohn gereichen.

Der Jelena–Santic-Friedenspark trägt den Namen einer serbischen Primaballerina und Menschenrechtsaktivistin und setzt damit ein Zeichen für Frieden und Menschenrechte. Dazu Cornelia Kahl von der Bürgerinitiative Kienberg-Wuhletal: „Der Plan, auf dem Friedenspark eine kommerzielle Sportstätte zu errichten, ist nicht nur ein Schlag ins Gesicht von Menschenrechtsaktivisten. Er trägt auch durch Bodenversiegelung und Denaturierung dazu bei, die Klima- und Umweltziele des Landes Berlin ad absurdum zu führen. Der Park muss vollständig als unverbaute Grünanlage, als Sozialraum für uns Menschen und als Lebensraum für Flora und Fauna erhalten bleiben, und er muss weiterhin für das Projekt „Urbanität und Vielfalt“ genutzt werden, das sich für die Ansiedlung von Wildblumen und Insekten sowie für die Umweltbildung engagiert. Wir fordern den Erhalt des kompletten Jelena-Santic- Friedensparks als öffentliche und kostenlose Grünfläche für alle BürgerInnen, als Lebensstätte für Insekten und Wildtiere und als Friedenspark. In diesem Sinne fordern wir, dass im Park eine Gedenkstele zu Ehren von Jelena Santic aufgestellt wird.“

 







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