Tierbefreiung zwischen Opposition und Affirmation


Bildmontage: HF

11.03.18
BewegungenBewegungen, Umwelt, Hamburg 

 

Die Zukunft der Bewegung

Osterakademie des Bündnis Marxismus und Tierbefreiung // 30. März - 1. April 2018 // Hamburg

Mit der Autorin Hilal Sezgin (»Artgerecht ist nur die Freiheit«) u.v.a.

Von Bündnis Marxismus und Tierbefreiung

Trotz vielfältigen Aktivismus und vereinzelter Erfolge gerät die Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung im Kampf mit den Profiteuren der Tierausbeutung zusehends ins Hintertreffen. Die Fleisch- und andere Tierindustrien blühen, ihr politisches Personal in den Staatsapparaten sorgt für Rückendeckung. Trotz dieser Misere verzichtet die Bewegung auf eine effiziente Neuausrichtung ihrer Strategien. Unsere Proteste vereinzeln, die politische Wirkung versiegt, noch bevor sie sich entfalten könnte.

Gleichzeitig greifen etablierte Institutionen, wie Parteien, Stiftungen usw., Forderungen einzelner Bewegungsakteure auf. Mit dieser zunächst positiven Entwicklung ist allerdings auch die Gefahr der politischen Neutralisation verbunden. Die Heinrich-Böll-Stiftung oder die Linkspartei lassen nicht die Absicht erkennen, etwas Grundlegendes zum Wohle der Tiere zu verändern. Sie verfolgen ihre eigenen an sozialdemokratischer Elendsverwaltung orientierten Interessen. Ganz zu schweigen von den NGOs, für die Tiere und das Mitleid mit ihnen nicht selten eine lukrative Geschäftsidee sind. Auch die vegane Subkultur wird durch Unternehmer wie Attila Hildmann mit jeder Konzern-Kooperation Schritt für Schritt dem bürgerlichen Lifestyle preisgegeben.

Schließlich erodiert die ohnehin brüchige inhaltliche und politisch-strategische Matrix der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung. So nimmt es nicht Wunder, dass hart erkämpfte radikale Positionen unterminiert und linke Theoriebestände von liberalen Human-Animal-Phrasen überlagert werden. In logischer Konsequenz werden marxistische Fundamentalkritik aus der Bewegung heraus diskreditiert, u.a. die Animal Liberation Front als »gewalttätig« stigmatisiert – schließlich sogar das bürgerliche Recht als Verhandlungsgrundlage zur Befreiung der Tiere akzeptiert.

Mit der Osterakademie 2018 möchten wir dazu beitragen, die skizzierten Probleme anzugehen, und Argumente für eine revolutionäre Realpolitik sammeln. Mit einführenden Vorträgen, Workshops und Podiumsdiskussionen mit Gästen aus der Tierrechts- und Tierbefreiungsbewegung wollen wir Lösungsvorschläge debattieren und organisatorische Perspektiven entwickeln.

Auf Wunsch vermitteln wir Interviews mit den Referenten und Rednern der Osterakademie.

10. März 2018
Bündnis Marxismus und Tierbefreiung

Über uns:
Das Bündnis Marxismus und Tierbefreiung
hat sich 2014 gegründet und besteht aus Organisationen und Einzelpersonen aus Deutschland und der Schweiz, die in der Tierbefreiungsbewegung und in der marxistischen Linken aktiv sind. Unser gemeinsamer Ausgangspunkt ist die Überzeugung, dass die Ausbeutung und Unterdrückung von Tieren und der arbeitenden Klasse abgeschafft und die Zerstörung der Natur beendet werden müssen. Wir meinen, dass die marxistische Gesellschaftstheorie und -kritik das geeignete Instrumentarium bietet, um die Ursachen des bislang nicht gelungenen Zivilisationsprozesses zu verstehen und Lösungsstrategien zu entwickeln.

Das Programm und nähere Informationen unter:
osterakademie.jimdo.com







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