KAROTTENSAFT FÜR DEN FRIEDEN


Bildmontage: HF

26.05.13
BewegungenBewegungen, Bremen, TopNews 

 

von Joachim Fischer

Protest der Pusdorfer Friedensgruppe ge- gen Rüstungsexporte bei Jahreshaupt- versammlung der Bremer Lagerhaus-Ge- sellschaft

Mitglieder der Pusdorfer Friedensgruppe nahmen am Donnerstag, dem 23. Mai 2013 an der Jahr- eshauptversammlung der Bremer Lagerhaus-Gesellschaft (BLG) teil.

Dabei protestierten wir gegen den Umschlag von Rüstungsgütern und schenkten führ- enden Vertretern, der BLG, darunter auch dem zukünftigen BLG-Vorsitzenden Frank Dreeke, KAROTTENSAFT als Hinweis darauf, besser hinzuschauen, was mit den durch deren Unterstützung exportierten Waffen geschehen kann.

Die BLG befindet sich mehrheitlich in Bremer Staatsbesitz und ist für einen großen Teil des Hafenumschlags in Bremen und Bremerhaven zuständig. Der Sprecher der Friedens- gruppe, Joachim Fischer, wies in seiner Ansprache darauf hin, dass Rüstungsexporte Kriege in Gang bringen und halten könnten und deshalb eingestellt gehörten.

Er mahnte: „Wer Bilder aus Kriegsgebieten sieht, sollte daran denken, dass die dort benutzten Waffen vielleicht über bremische Häfen transportiert wurden.“ Die Pusdorfer Friedensgruppe rief die BLG auf, zukünftig keine Rüstungsgüter mehr zu verschiffen. Die Friedensaktivisten forderten die in Aufsichtsrat und Beirat der BLG sitzenden Politiker, darunter Bürgermeisterin Linnert (Grüne), Häfensenator Günthner (SPD) und Bürger- meister Böhrnsen (SPD) auf, bremische Friedenspolitik zu betreiben und sich dafür einzusetzen, dass im Bundesland Bremen keine Kriegsmaterialien mehr umgeschlagen würden, „wie das für Atomtransporte ja bereits geschehen ist.“

Führende Vertreter der BLG, darunter der zukünftige Vorstandsvorsitzende Frank Dreeke, bekamen je eine Flasche Karottensaft von der Friedensgruppe geschenkt. Fischer erklärte dazu: „Karotten, so heißt es, verbessern das Sehvermögen. Mögen sie es als Hinweis dafür nehmen, genauer hinzuschauen, was mit den durch Ihre Unter- stützung exportierten Waffen geschehen kann."

Ansprache der Pusdorfer Friedensgruppe bei der 133. Jahreshauptversammlung der BLG am Donnerstag, dem 23. Mai 2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum Pfingstfest wiesen der katholische Fuldaer Bischof Algermissen und der kurhessi- sche evangelische Bischof Hein auf die Gefährdung des Friedens durch Rüstungsexporte hin. Waffenlieferungen eröffneten nicht selten überhaupt erst die Möglichkeit zu militär- ischen Konflikten, schrieben die Bischöfe in einem gemeinsamen Brief an die hessischen Bundestags- und Landtagsabgeordneten sowie an die Kirchengemeinden.

Die Pusdorfer Friedensgruppe findet sich in diesem Schreiben bestätigt, warnt sie doch schon seit langem vor der Gefahr der Rüstungsexporte. Wer Bilder aus Kriegsgebieten sieht, sollte daran denken, dass die dort benutzten Waffen vielleicht über bremische Häfen transportiert wurden.

Nicht nur die Hersteller von Kriegsmaterialien machen sich an Kriegen in der Welt schul- dig, sondern auch jene Unternehmen, die Rüstungsgüter verschiffen, wie dieses die BLG tut. Unlängst wurde bekannt, dass über bremische Häfen täglich im Durchschnitt 30 Tonnen Kriegsmaterialien verschifft werden, und das umfasst nur jene Materialien, die als Gefahrgut gelten. Dem Frieden zuliebe sollten Bremen seine Häfen für den Umschlag von Rüstungsgütern schließen, wie das für Atomtransporte ja bereits geschehen ist. Dieses ist ein gutes Beispiel dafür, dass Politiker Gesetze durchaus ändern können, wenn sie denn den entsprechenden Willen haben. Dieses auch für den Umschlag von Rüstungsgütern zu tun und damit bremische Friedenspolitik zu betreiben, dazu rufen wir den Bremer Senat auf, von dem hier zwei Mitglieder, Frau Linnert und Herr Günther im Aufsichtsrat und Bürgermeister Böhrnsen im Beirat sitzen.

Die BLG, die von sich sagt, sie schlüge alles um, was legal sei, kann sich ihrer Verantwort- ung für den Frieden nicht entziehen, indem sie sich hinter Gesetzen versteckt. Deshalb rufen wir die Führung der BLG auf, den Umschlag von Rüstungsgütern abzulehnen.

Es ist schon fast ein kleines Ritual geworden, dass die Pusdorfer Friedensgruppen hier kleine symbolträchtige Geschenke macht. In diesem Jahr schenken wir den anwesenden Politikern, dem angehenden Vorstandsvorsitzenden sowie dem Aufsichtsratsvorsitzenden je eine Flasche Karottensaft. Karotten, so heißt es, verbessern das Sehvermögen. Mögen Sie es als Hinweis dafür nehmen, genauer hinzuschauen, was mit den durch Ihre Unterstützung exportierten Waffen geschehen kann.

Pusdorfer Friedensgruppe
c/o Joachim Fischer
Auf dem Bohnenkamp 39
28197 Bremen
Tel.: 0421 / 59 64 961
Mobil: 0178 / 543 69 60

 


VON: JOACHIM FISCHER






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