Juristische Bewegung bei Mumia Abu-Jamal


Bildmontage: HF

01.07.17
BewegungenBewegungen, Internationales 

 

Von Free Mumia Berlin

Wie bereits berichtet, steht die Staatsanwaltschaft von Philadephia (im US Bundesstaat Pennsylvania) in der Bringschuld, ihren gesamten Aktenbestand über Mumia Abu-Jamal offen zu legen. Am 30. Mai 2017 lief eine Frist dafür aus. Allerdings missachtete sie diese gerichtliche Anordnung und händigte lediglich einen zweiseitigen Brief aus, in dem sie behauptete, alle Akten geprüft und keine Hinweise für eine massgebliche Beteiligung ihres früheren Vizevorsitzenden Ronald Castille gefunden zu haben, der 1982 an dem Todesurteil gegen Mumia involviert und 1994 als Berufungsrichter für dessen Revision zuständig gewesen war. Letztere hatte Castille abgelehnt, weshalb er sich heftige Kritik von Befangenheit und den Vorwurf eines Interessenskonfliktes gefallen lassen musste.

Mumias Verteidigung um die Anwältinnen Christina Swarns (vom NAACP Legal Defense Fund) und Judith Ritter legte am 13. Juni 2017 Beschwerde gegen die Verweigerung der Staatsanwaltschaft bei Common Pleas Court Richter Leon Tucker ein. Tucker hatte die Staatsanwaltschaft bereits Ende April aufgefordert, alle Akten auszuhändigen, die im Zusammenhang von Mumias Verfahren mit Ron Castille existieren. Prison Radio meldete am 29. Juni, dass Richter Tucker nun mit Sanktionen gegen die Staatsanwaltschaft droht, sollten sie dieser Forderung nicht nachkommen. Der genaue Wortlaut seiner Aufforderung befindet sich hier

http://prisonradio.us10.list-manage.com/track/click?u=247585f092e945ff55b9a1bb2&id=4a0912d63d&e=12cd4610f6

Mumia Abu-Jamal ist nicht der einzige Gefangene, dessen Berufungsverfahren im Zusammenhang mit Ron Castille derzeit geprüft wird.  13 weitere Gefangene bemühen sich ebenfalls um Wiederholung ihrer Verfahren. In fünf Fällen wurde diese bereits zugestanden. Sollte Mumias Fall wirklich erneut verhandelt werden, sind seine Chancen auf Freiheit  extrem hoch. Keiner der 1982 gegen ihn aufgestellten "Beweise" hätte heute noch Bestand, denn alles gegen ihn vorgebrachte war manipuliert und z.R. sogar schlichtweg erfunden. Außerdem wurde der Jury damals gezielt entlastendes Material vorenthalten sowie verschiedene Zeugenaussagen bewußt ignoriert. Noelle Hanrahan von Prison Radio fasste die Ereignisse so zusammen: "We're on the road to freedom" (dt: wir sind auf dem Weg in die Freiheit).

Um Mumias Verteidigung und die US Solidaritätsbewegung in dieser wichtigen Phase von hier aus zu unterstützen, haben wir zusammen mit der Roten Hilfe e.V. einen Spendenaufruf veröffentlicht http://www.freiheit-fuer-mumia.de/spenden.htm .

Wir bitten alle Leser*innen dieses Rundbriefes, a) selbst zu spenden, falls das möglich ist und b) darüber nachzudenken, wie dieser Spendenaufruf weiter verbreitet werden kann (Artikel, Veranstaltungen, Soli-Parties oder Konzerte ...).

Durch unser aller Hilfe ist es gelungen, Mumia Abu-Jamal gegen den massiven Widerstand der Behörden medizinische Hilfe gegen Hepatitits-C zu verschaffen. Er ist inzwischen erfolgreich behandelt (siehe den letzten Rundbrief vom Juni 2017). Jetzt werden auch andere Gefangene im US Bundesstaat Pennsylvania behandelt, die ebenfalls an Hepatitis-C erkrankt sind. Momentan wackelt die juristische Blockadehaltung in Mumias Verfahren. Wir haben hier die Cance, dem inhaftierten Journalisten nach über 35 Jahren Haft zu einem neuen Verfahren zu erkämpfen - nutzen wir sie!

Ferienzeiten wie der bevorstehende Sommer sind für Gefangene oft einsame Zeiten, weil Familie und Bekannte in dieser Zeit manchmal nicht den Kontakt halten können. Daher: schreibt Mumia, schreibt Gefangenen:

http://mumia-hoerbuch.de/post.htm







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