Sozialistische Kooperation: erfolgreicher Anlauf !

09.09.08
BewegungenBewegungen, Netzwerk, Theorie, NRW, SoKo, TopNews 

 

Von Horst Hilse

Auf einer  Arbeitskonferenz in Gütersloh am Wochenende, dem 6. und 7. Sept. verfolgten knapp 100 Teilnehmer/innen eine inhaltsreiche, kontroverse und spannende Veranstaltung deren Ausrichter die Bildungsgemeinschaft SALZ e.V. in Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung war.  Mitveranstalter waren die Marx-Engels-Stiftung-Wuppertal, MASCH Hamburg (Marxistische Abendschule), sowie die Zeitungen und Zeitschriften 'junge Welt', 'Lunapark 21', 'Marxistische Blätter', 'scharf-links', 'SoZ' - Sozialistische Zeitung, 'UZ' – unsere Zeit, sowie 'avanti'.

 Allein dieses weitgespannte Spektrum verweist auf die Breite der thematischen Schwerpunktsetzungen verschiedener sozialistischer Strömungen. Vor Beginn der Wortwechsel erfolgte zu Beginn der Konferenz eine erinnernde Schweigeminute an die in der Nähe des Konferenzortes ermordeten  -zig tausenden Kriegsgefangenen zahlreicher Nationen durch das faschistische Regime.

 

Die eher  „historisch“ angelegte Themenstellung der Tagung : „68 – eine globale Revolte und ihre Bilanz“ entfaltete eine doch höchst spannende und lebendige Dynamik, sobald die gleichfalls anvisierte Fragestellung nach der Aufgabenstellung für revolutionäre Politik heute angeschnitten wurde.

Dies gilt beispielsweise für die vergleichende Parallelisierung einiger Argumentationsstränge von  damaligem SDS und heutiger Linkspartei oder für die kapitalistische Vermarktung von Weiblichkeit nach der eher „steckengebliebenen Emanzipation“ im Gefolge von `68 . Fragen nach der „Systemkonkurrenz“ des "Kalten Krieges" und die damit implizierte Behauptung eines „Sozialismus“ in Osteuropa spielte eine zentrale Rolle. Die konträren Einschätzungen wurden sehr klar und offen dargelegt. Konsens zeichnete sich in der Auffassung ab, dass die ursprünglichen Ziele sozialistischer Emanzipation zumindest „stark deformiert“ worden waren. Doch die Sicht auf Ursachen dieses gescheiterten Ausbruchversuchs aus der kapitalistischen Barbarei wird wohl auch weiterhin heftig umstritten bleiben. Die Beschäftigung mit dem Transformationsprozess der ehemals „realsozialistischen Länder“ sowie  die vertretene These, dass das begriffliche Instrumentarium hiesiger Debatten diesen Prozess nicht adäquat erfasst, wäre eine eigene Konferenz wert. Dies gilt gleichfalls für die aufgeworfene Frage nach dem Kontinuum eines Volksgemeinschaftsverständnisses nazistischer Prägung in der deutschen Gesellschaft.

Einer von den Referenten dargebotetenen Fülle von Fakten und unterschiedlichen Einschätzungen stand ein zeitlich eng begrenzter Rahmen gegenüber. So wäre manch ein Aspekt, der häufig sehr brillant und vielfach humorvoll gewürzten Beiträge eine vertiefende Debatte wert gewesen. 

Die Aufteilung der Referate in thematische Blöcke erwies sich als ebenso sinnvoll, wie der bewusste Verzicht auf Arbeitsgruppen. Dadurch war es allen Teilnehmer/innen möglich, alle Nuancen der dargelegten Positionen mitzuverfolgen.

Dass sie jedoch nicht nur passiv mitverfolgt wurden, zeigte sich an den Debattenbeiträgen des Publikums im Saal, die in der jeweils einstündigen Diskussionszeit nach jedem Themenblock stattfand. Dabei wurde u. a. auch auf thematisch „ Weiße Flecken“ verwiesen.

Dem vielfach geäusserte Wunsch nach Fortführung der angeschnittenen Problemstellungen will SALZ  mit einer Folgekonferenz in Berlin entsprechen. Zu diesem Zweck wurde ein vorbereitendes Orga-team gebildet. Die überwiegend durch SALZ-Mitglieder gewährleistete organisatorische Abwicklung soll abschließend nicht unerwähnt bleiben.

h.hilse

PS – vertiefende Konferenzinformationen unter http://www.sozialistische-kooperation.de/







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