Kiel: Theodor-Heuss-Ring blockiert – Verkehrswende statt Scheinmaßnahmen


Bildmontage: HF

26.04.19
BewegungenBewegungen, Umwelt, Schleswig-Holstein, TopNews 

 

Von Aktion autofrei

Seit ca. 15:40 Uhr blockieren ca. 100 Menschen nach einer Demonstration für die Verkehrswende den Theodor-Heuss-Ring an der Ecke Krusenrotter Weg mit dem Statement: „Der Autoverkehr muss unbequem werden.“ Zur Bekämpfung des Klimawandels und der Stickoxid- und Feinstaub-Belastung treten sie ein für ein Verkehrskonzept welches sich nicht länger am Auto orientiert. Die Blockade dauert zur Zeit noch an.

Clara, die auf der Straße sitzt, unterstreicht die Dringlichkeit zu Handeln: „Wir haben keine Zeit zu warten – der Verkehr ist einer der größten Klimakiller. Täglich verschärft sich die Klimakrise auch durch die Autos hier auf dem Problemring – die aktuelle Wetterlage mit viel zu wenig Regen macht dies einmal mehr deutlich. Wir wollen hier auch in 50 Jahren noch sitzen – und zwar nicht unter Wasser, weil der Meeresspiegel angestiegen ist.“

In der Stadt Kiel wird darüber diskutiert, eine Fahrspur zu sperren oder die Luft zu filtern, gleichzeitig lässt die Politik sich ein Gutachten über Maßnahmen zur Luftreinhaltung von einem Autokonzern bezahlen. „Diese Maßnahmen sind lächerlich und setzen nur an Symptomen, nicht an den Ursachen an. Wir brauchen ein ganz anderes Verkehrskonzept: Fahrradwege, eine autofreie Innenstadt und kostenlosen öffentlichen Personnennahverkehr statt die Subventionierung immer mehr Autos. Weil die Politiker*innen das offensichtlich nicht verstanden haben, nehmen wir das jetzt selbst in die Hand und machen den Autoverkehr unbequem.“ erläutert Peter die Notwendigkeit für die Blockade.

Die Straßenbesetzer*innen geben sich nicht mit kleinen Reformen zufrieden. Im städtischen Verkehr sind längst große Lösungen möglich: So kommen Tokio und Kopenhagen ohne motorisierten Individualverkehr aus, möglich gemacht durch einen konsequenten Ausbau des öffentlichen Verkehrs. „Aber das Autoland Deutschland kriecht lieber der Autoindustrie in den Arsch, indem es E-Mobilität subventioniert statt sich endlich vom energieintensiven Individualverkehr abzuwenden, wie es längst angebracht wäre“ diskutiert Merle mit Passant*innen.

Es gäbe viele Ansatzpunkte für Änderungen, beispielsweise den Güterverkehr. So muss weniger produziert und quer über die Welt gefahren werden. „Wirtschaftswachstum ist ein Konzept aus dem vorherigen Jahrhundert. Um die jetzigen Probleme anzugehen, müssen wir weniger produzieren und wenn dann mehr regional und dezentral. Das was wir transportieren wollen, geht per Bahn statt LKW.“ erklärt Lola, dass radikales Umdenken notwendig ist.

 

Aktuelle Informationen zum Blockade-Ablauf:

https://twitter.com/aktion_autofrei

 







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