Protestcamp vor Düsseldorfer Landtag wegen Flüchtlingspolitik


Bildmontage: HF

11.05.20
BewegungenBewegungen, Düsseldorf, NRW, TopNews 

 

Von Aktion "Landtag belagern"

Aktion unter dem Motto: "Wenn sie nicht evakuieren, bauen wir Lager vor ihre Türen! Unsere Solidarität gegen ihren Rassismus!“

Heute Mittag wurde die Wiese vor dem Landtag in Düsseldorf von Aktivist*innen unter dem Motto „Landtag beLagern!“ mit Zelten besetzt, um auf die Missstände in Geflüchteten-Lagern wie Moria in Griechenland aufmerksam zu machen. Auch haben einige Kletteraktivist*innen Transparente in den Bäumen aufgehangen. Mit der Aktion wollen sie ein Zeichen gegen Rassismus in Europa und die fortschreitende Entwertung nicht-weißer/nicht-europäischer Menschenleben setzen. Sie wollen sich für aktive, grenzenlose Solidarität einsetzen - auch in Zeiten von Corona. Dementsprechend werden Sicherheitsabstände konsequent eingehalten, Masken werden getragen und es gibt eine Hygienestation mit kostenlosen Masken und Desinfektionsmittel.

Die gewählte Protestform soll dafür sorgen, dass Politiker*innen nicht länger wegschauen können: "Wenn ihr die Missstände ignoriert, setzen wir euch das Camp vor die Tür." meint Laura, die in einem der Zelte protestiert. „Wir wollen aufmerksam machen auf die Menschen, die in Geflüchteten-Lagern um ihr Überleben kämpfen oder die bereits auf der Flucht verstorben sind“. Ein abgestecktes Stück Wiese steht symbolisch für alle, die nicht dabei sein können. Teil der Aktion ist auch das Verlesen zahlloser Namen von Menschen die während ihrer Flucht sterben mussten.

"Während Menschen außerhalb der Lager eingeschärft wird, zu Hause zu bleiben und Abstand zu halten, werden Menschen innerhalb der Lager weiterhin dazu gezwungen, auf engstem Raum miteinander zu leben - ohne die Möglichkeit sich zu schützen, ohne die Möglichkeit die Hände zu waschen! Infektionsschutz ist da schlicht unmöglich. Die EU überlässt diese Menschen unter potentiell tödlichen Bedingungen sich selbst.“ so Laura.

Im Rahmen der Aktion "Landtag beLagern" fordern die Aktivist*innen ein Umdenken im Umgang mit Menschen auf der Flucht und das sofortige Ende rassistischer EU-Abschottungs-Politik. Sie möchten die Aktionsform dazu nutzen, den Druck auf Politiker*innen zu erhöhen, so dass Menschen aus Camps wie Moria endlich in Sicherheit gebracht werden. Einem Flyer sind konkrete Forderungen zu entnehmen, wie die sofortige Evakuierung aller Lager in Griechenland und überall, die sofortige Schaffung sicherer Fluchtwege und das Ende der Abschottung Europas, sowie bedingungsloses

Arbeits- und Bleiberecht, nicht nur für die Spargelernte und ein Ende der Abschiebepraxis.

Die Aktivistin Elia sagt abschließend: „Die Zustände in den Lagern sind ein weiteres Beispiel dafür, dass die Leben von weißen Menschen als wertvoller und schützenswerter betrachtet werden als die Leben von PoC*.

Die Wurzeln dafür reichen zurück bis in die Kolonialzeit. Rassistische Denkmuster wurden tief in den Köpfen von weißen Menschen verankert.

Damit muss endlich Schluss sein: Kein Virus ist so tödlich wie Rassismus!“

 







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