Massiver Polizeieinsatz räumt Baumhäuser im Hambacher Forst


Bildmontage: HF

13.09.18
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Ende Gelände schlägt Alarm vor RWEs Brandherd. Regierung macht sich zum Handlanger von Profitinteressen

Von Ende Gelände

RWE räumt seit dem Morgen mithilfe eines massiven Polizeiaufgebots die Baumhäuser im Hambacher Forst. Die Landesregierung von NRW ordnete gestern durch die Bauministerin Ina Scharrenbach die sofortige Räumung der Waldbewohner*innen an. Begründet werden die Räumung und der Einsatz von mehreren Hundertschaften der Polizei mit „Gefahr aus Brandschutzgründen“.

„Der Hambacher Forst ist der Feuermelder in der Klimadebatte. Wir schlagen Alarm und rufen zum Handeln auf. Schlimmere Hitzesommer können nur verhindert werden, wenn der Brandherd der Klimakrise mit einem sofortigen Kohleausstieg gelöscht wird“, so Sprecherin Karolina Drzewo.

„RWE heizt nicht nur die Klimakrise, sondern auch den Konflikt um den Erhalt des Hambacher Forstes willentlich an. Wir von Ende Gelände verurteilen, dass die Landesregierung von NRW den Konzern unterstützt, statt das Klima zu schützen. Der Landesregierung und RWE sind die Argumente ausgegangen und nun zwingen sie die Kommunen mit einer vorgeschobenen Begründung dazu ihr dreckiges Geschäft zu verrichten. Die Räumung der Baumhäuser und Rodung des Hambacher Forstes müssen sofort gestoppt werden! Die Bundesregierung macht sich mit schuldig: Sie schaut zu anstatt im Sinne des Gemeinwohls den sofortigen Kohleausstieg zu beschließen. Die Bundesregierung zeigt mal wieder ihr wahres klimapolitisches Gesicht“, so Sprecherin Karolina Drzewo.

Die anhaltende Räumung der Baumhäuser setzt den Einsatz vom 6. September fort, an dem RWE bereits eine Baumhaus-Plattform zerstörte und Bäume fällte. Ende Gelände rief daraufhin gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Aktion Unterholz, der Bürger*inneninitiative Buirer für Buir und Waldbewohner*innen den sogenannten Tag X aus. Die Polizei brach ihren Einsatz daraufhin ab. Heute laden die Gruppen erneut zu einer Pressekonferenz ein: Diese findet statt um 14:30 Uhr im evangelischen Gemeindehaus, Bahnstraße 42 in 50170 Kerpen-Buir.

„Es ist ein großer Erfolg, dass wir als Klimagerechtigkeitsbewegung letzte Woche den Abbruch der Räumungsarbeiten erreichten. Am folgenden Tag bauten hunderte Menschen mit der Aktion Unterholz die zerstörten Strukturen wieder auf und am Sonntag setzten sich 1300 Menschen beim Waldspaziergang für den Erhalt des Hambacher Forstes ein. Die Menschen nehmen nicht länger hin, dass ein Konzern mithilfe der Polizei unsere Zukunft zerstört. Ende Gelände wird im Oktober die zerstörerische Kohleinfrastruktur blockieren und ein deutliches Zeichen für Klimagerechtigkeit setzen“, so Drzewo.

Auf Druck des Oberverwaltungsgerichts Münster sicherte RWE letzte Woche zudem zu, nicht vor dem 14. Oktober 2018 mit der Rodung des Waldes zu beginnen. Dennoch hält RWE an einer Räumung der Waldbewohner*innen fest.

Der vergangene Donnerstag und heutige Tag beweisen, dass RWE trotz Stillhaltezusage willentlich Wald zerstört.

Ende Gelände wird sich Anfang Oktober 2018 mit einer Aktion zivilen Ungehorsams der Räumung und Rodung des Waldes entgegenstellen. Vom 25. bis 29. Oktober, fordert Ende Gelände dann gemeinsam mit Aktivist*innen aus ganz Europa in einer Massenblockade des Braunkohletagebaus Hambach den sofortigen Kohleausstieg und Klimagerechtigkeit weltweit.







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