Öffentlicher Gemeinschaftsgarten durch Pläne der Stadt Köln bedroht


Bildmontage: HF

16.02.19
BewegungenBewegungen, Umwelt, NRW, Köln, TopNews 

 

Von Pflanzstelle

Im Rahmen des Hallen Kalk  Planungsverfahrens will die Stadt Köln mehrere Hochhäuser mit Höhen bis zu 40 Meter errichten. Die Pflanzstelle, ein öffentliches und gemeinwohlorientiertes Gartenprojekt, sieht sich durch den aktuellen Planungsstand in der Existenz bedroht. Für den Stadtteil Kalk werden durch die weitere Verdichtung ökologisch und sozial negative Folgen befürchtet.

„Wir sind über die Pläne geschockt?, so Sanja Schilly von der Pflanzstelle  „Im Schatten eines Büroturms gärtnert es sich schlecht. Wenn das Gelände diesen Plänen entsprechend bebaut wird, wäre das eine Katastrophe – für uns als Pflanzstelle und für den Stadtteil Kalk?

Eine ökologische und soziale Katastrophe

Laut den weit fortgeschrittenen Plänen des Architekturbüros BeL sollen an mehreren Stellen 10- bis 12- geschossige Hochhäuser entstehen. Auch der Naturraum an der Neuerburgstraße, auf der sich die Pflanzstelle befindet, wird dabei bis auf einen spärlichen Randstreifen völlig zugebaut. Mit der Bebauung soll eine der letzten unversiegelten Fläche Kalks weichen, obwohl aus sozialer und ökologischer Notwendigkeit (wie Vermeidung von Hitzeinseln und benötigten Versickerungsflächen) mehr Parks und unbebaute Flächen zwingend notwendig wären. Eine Umsetzung der aktuellen Pläne bedeutet für Kalk auch eine massive Zunahme der Verkehrsbelastung. Dem für alle offenen Gemeinschaftsgarten werden zwar Ausweichflächen angeboten werden, diese gefährden jedoch massiv durch Verschattung, Feinstaubbelastung und Autolärm, schlechter Erreichbarkeit, sowie versiegelter Böden den durchweg ehrenamtlich organisierten Weiterbetrieb.

„Für uns in der Pflanzstelle ist klar: Mit diesen Plänen können wir nicht mitgehen?, bekräftigt die Pflanzstellen-Gärtnerin Margerite Daukus . „Wir werden uns gegen sie aussprechen und für den Erhalt der Pflanzstelle, aber auch gegen das Zubauen aller letzten freien Flächen in Kalk wehren.?

Pflanzstelle sieht Alternativen

Anstatt die Fläche an der Neuerburgstraße zu bebauen, spricht sich die Pflanzstelle dafür aus, die Wohn- und Büronutzungen in die Hallen zu verlegen. Zusätzlichen Baugrund bietet die benachbarte Fläche der ehemaligen Kranbahn. Hier könnte alternatives und genossenschaftliches Wohnen entstehen, in Mitten der Natur und ohne zusätzliche Flächenversiegelung. Auch soll der kleine bisher geplante „Grünstreifen“ erweitert werden und so einen für alle Kalker*innen offenen Naturraum schaffen. Dieser kann das Viertel im Sommer effektiv kühlen und sorgt für eine Entlastung der bisher angespannten Grünflächen-Situation vor Ort.

Sanja Schilly dazu: „In unserem alternativen Entwurf planen wir ganz bewusst weniger Büroflächen und Parkplätze ein: Auf einen Hochhaus-Gigantismus kann Kalk verzichten. Auf Naturräume, gemeinwohlorientierte Wohn- und Projekt-Formen nicht.?

Hintergrund – das Werkstattverfahren Hallen Kalk

Seit 2017 beschäftigt sich die Stadt Köln im sogenannten „Werkstattverfahren“ mit dem Gelände der Hallen Kalk, das sich im Kern von der Neuerburgstraße bis zur Christian-Sünner-Straße erstreckt. Aktuell im Besitz der Stadt, soll das Areal zu großen Teilen privatisiert werden. Das Planungsteam um das Architekturbüro BeL hat den Auftrag erhalten, verschiedene Verwertungs-Szenarien zu entwerfen. Die Pflanzstelle soll gemäß Vorgabe der Politik (Mitteilung der Verwaltung vom 08.11.18) auf dem Planungsgebiet erhalten bleiben.

 

Nächster Termin: Werkstattgespräch am 18. Februar um 18 Uhr

in der Kaiserin-Theophanu Schule (Kantstraße 3). Das Architekturbüro BeL und die Stadtverwaltung werden dort ihr Konzept der Öffentlichkeit vorstellen.

 

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