Klimaschutz im Unterricht aufgreifen, anstatt Schülerinnen und Schüler zu sanktionieren!


Bildmontage: HF

14.03.19
BewegungenBewegungen, Umwelt, Hessen, TopNews 

 

GEW Hessen zum internationalen Schulstreik am 15. März

Frankfurt (GEW): Die GEW Hessen begrüßt das Engagement der Schülerinnen und Schüler für den Schutz des Klimas im Rahmen der Bewegung „Fridays for Future“. Die Diskussion über Sanktionen für Demonstrationen während der Unterrichtszeit  soll vom eigentlichen Anliegen der Schülerinnen und Schüler ablenken. Stattdessen sollten die Beschäftigung mit dieser Bewegung und vor allem der Klimaschutz selbst zum Unterrichtsgegenstand werden.

Dazu äußerte sich Maike Wiedwald, Vorsitzende der GEW Hessen, wie folgt: „Am heutigen internationalen Aktionstag gehen in vielen hessischen Städten, wie auch in ganz Deutschland und in zahlreichen weiteren Ländern, tausende Schülerinnen und Schüler auf die Straße. Sie möchten damit ihrem und dem Anliegen der Mehrheit der Menschen nach einem wirksamen Schutz des Weltklimas Gehör verschaffen. Wir sehen dieses Engagement mit Freude, denn es zeigt, dass die heutige Generation der Schülerinnen und Schüler alles andere als politikverdrossen oder bequem ist. Von den politisch Verantwortlichen auf allen Ebenen erwartet die GEW, dass die Anliegen der Schülerinnen und Schüler ernsthaft aufgegriffen und in politische Maßnahmen umgesetzt werden.“

Aus Sicht der GEW Hessen ist es zu begrüßen, dass junge Menschen mit dieser Aktionsform weltweit Verantwortung für die Zukunft übernehmen. Nach Einschätzung von Maike Wied-wald befindet sich die Bewegung damit in Übereinstimmung mit dem Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule: „Das Bildungssystem soll nicht nur Kenntnisse in schulischen Fächern wie Mathematik, Rechtschreibung oder Fremdsprachen vermitteln. Vielmehr muss es in der Schule immer auch darum gehen, die jungen Menschen an eine mündige Teilhabe an der Gesellschaft heranzuführen.  Der Unterricht soll die Klimaschutz-Problematik aufgreifen und die Bewegung begleiten. Im Rahmen der ‚Bildung für nachhaltige Entwicklung‘, die inzwischen sogar im Hessischen Schulgesetz verankert wurde, gibt es mehr als genug Ansatzpunkte dafür. Der gemeinsame Besuch außerunterrichtlicher Lernorte kann geplant und durchgeführt werden.“

Zum Hintergrund:

Die Forderung nach einem wirksamen Klimaschutz, für die die Bewegung „Fridays for Future“ mittlerweile weltweit eine ständig wachsende Zahl von Unterstützerinnen und Unterstützern findet, stimmt nicht nur mit den wissenschaftlich begründeten Empfehlungen der Klimawissenschaft überein, sie entspricht auch dem vom Hessischen Schulgesetz formulierten Bildungs- und Erziehungsauftrag. Die Schule soll dem Schulgesetz zufolge die Schülerinnen und Schüler befähigen, „die Auswirkungen des eigenen und gesellschaftlichen Handelns auf die natürliche Lebensgrundlage zu erkennen und die Notwendigkeit einzusehen, diese Lebensgrundlage für die folgenden Generationen zu erhalten, um der gemeinsamen Verantwortung dafür gerecht werden zu können“ (Art. 2 Abs. 2 Nr. 8 HSchG). Daher sind im Schulgesetz als besondere Bildungs- und Erziehungsaufgaben, neben anderen Aufgaben, auch die Umweltbildung und die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) verankert (Art. 6 Abs. 4 HSchG). Bildung für nachhaltige Entwicklung nimmt auf die 2015 von den Vereinten Nationen  verabschiedeten „Sustainable Development Goals“ (SDGs) Bezug. Sie soll die Menschen zu zukunftsfähigem Denken und Handeln befähigen.







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