Wir sind Kirche zum Brief aus Rom zum "synodalen Weg"

14.09.19
BewegungenBewegungen, Kultur, News 

 

Von Wir sind Kirche

Der „synodale Weg“ darf nicht durch Rom gestoppt werden, bevor er überhaupt begonnen hat
Zum heutigen Brief der Kongregation für die Bischöfe aus Rom

Die KirchenVolksBewegung Wir sind Kirche hat die große Befürchtung, dass der heute bekanntgewordene Brief der Bischofskongregation zum „verbindlichen synodalen Weg“ die letzten Hoffnungen auf Überwindung der derzeitigen existenziellen Kirchenkrise, die von den Bischöfen versursacht wurde, zunichtemachen kann.

Deshalb fordert Wir sind Kirche die deutschen Bischöfe auf, sich durch diesen Brief nicht einschüchtern zu lassen. Sie sollten weiterhin zu dem von der großen Mehrheit der Bischöfe im Frühjahr in Lingen zugesagten „verbindlichen synodalen Weg“ in gemeinsamer und gleichberechtigter Verantwortung mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken zu stehen.

Der neue Brief scheint nicht nur von falschen Voraussetzungen auszugehen, sondern hält an einem monarchischen Kirchenverständnis fest. Dieses hat angesichts der jahrzehntelangen Duldung und Vertuschung sexualisierter Gewalt gegenüber Kindern, Jugendlichen, Seminaristen und Ordensfrauen jede moralische Autorität verloren. Das klerikale und vor allem Frauen ausschließende Machtsystem der Kirche ist innerkirchlich wie gegenüber der Öffentlichkeit in erschütternder Weise in Misskredit geraten.

Zu erinnern ist: In dieser außerordentlich schwierigen Situation waren es die Bischöfe, die in ihrer Notlage das Zentralkomitee gebeten haben, durch ergebnisoffene und ergebnisorientierte Debatten und gemeinsam erarbeitete Reformen Vertrauen für die Kirche zurück zu gewinnen. Dieser Prozess darf nicht durch konservative Kreise in Rom gestoppt werden, bevor er überhaupt begonnen hat. Die Bischöfe sind die Verantwortlichen in der Ortskirche, sie sind nicht die Abteilungsleiter einer „Teilkirche“. „Einheit“ ist nicht „Einerleiheit“, sondern „Einheit in Verschiedenheit“.

In dem neuen Brief aus dem Vatikan fehlt völlig der wichtige Gedanke der doppelten Perspektive der Synodalität, den Papat Franziskus in seinem Brief an das pilgernde Volk Gottes in Deutschland vom 29. Juni 2019 unter Bezug auf Lumen gentium 23 formuliert hat: einer „Synodalität von unten nach oben“ und dann erst einer „Synodalität von oben nach unten“. So sei es „nicht möglich, eine große Synode zu halten, ohne die Basis in Betracht zu ziehen. ... Nur so gelangen wir in Fragen, die für den Glauben und das Leben der Kirche wesentlich sind, zu reifen Entscheidungen.“

In einem dringenden Appell an alle Teilnehmenden der Vorbereitungsforen hatten 18 katholische Reformgruppen den von den deutschen Bischöfen zugesagten „verbindlichen synodalen Weg“ als wohl letzte Chance bezeichnet, die existenzielle Krise der römisch-katholischen Kirche in Deutschland zu überwinden und damit auch positive Impulse für die Weltkirche zu geben.







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