Klimaschutz statt Autogipfel!


Bildmontage: HF

25.10.19
BewegungenBewegungen, Umwelt, Baden-Württemberg, TopNews 

 

Von Robin Wood

Kletterprotest bei der Demonstration gegen den Autogipfel im Porsche-Museum in Stuttgart

ROBIN WOOD-Aktivist*innen unterstützen die Proteste gegen den „Autogipfel“ im Stuttgarter Porsche-Museum. Zwei Kletter*innen spannten heute Mittag direkt vor dem Museum zwischen zwei Masten ein Banner mit dem Slogan „Saubere Autos sind eine dreckige Lüge“. Aus Sicht von ROBIN WOOD ist – zum Schutz des Klima und zur Luftreinhaltung – ein grundlegender Wandel der Mobilitätskultur notwendig. Ein Umstieg auf Autos mit Elektroantrieb ist hingegen keine Lösung, sondern verursacht gravierende weitere Umweltprobleme. Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis hatte für heute unter dem Motto „Klimakiller auf den Mond!“ zu einer Demonstration gegen den Autogipfel aufgerufen, die am Mittag in Stuttgart-Zuffenhausen startete.

„Der neue Elektro-Sportwagen Porsche Taycan ist mit bis zu 700 PS und einem Gewicht von zwei Tonnen beim jetzigen Energiemix genauso klimaschädlich wie ein herkömmliches Auto, wird aber mit null Gramm Kohlendioxid pro Kilometer angegeben. Das Modell ist ein Paradebeispiel für eine Verkehrspolitik, die in die Sackgasse führt“, sagt ROBIN WOOD-Verkehrsreferentin Dominique Just. „Wir brauchen keine tonnenschweren Sportwagen mit Elektroantrieb“, ergänzt ROBIN WOOD-Aktivist Dieter. „Was wir brauchen, ist ein konsequenter Rückbau des motorisierten Individualverkehrs zugunsten des Rad-, Fuß- und des öffentlichen Nahverkehrs – für bessere Luft in unserer Stadt und für das globale Klima. Deshalb protestieren wir heute vor dem Autogipfel im Porsche-Museum für eine echte Mobilitätswende.“

E-Autos ändern nichts an den Problemen des individualisierten Verkehrs wie Platzverbrauch und Unfällen. Da die Energiewende längst nicht geschafft ist, fahren E-Autos auch mit extrem umwelt- und klimaschädlichem Strom aus Kohle- und Atomkraft. Für die Produktion der Batterien werden zudem Rohstoffe benötigt, deren Abbau mit erheblichen Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen einhergeht. Ein Großteil des benötigten Kobalts stammt aus Produktionsverhältnissen, in denen Leben und Gesundheit der Menschen stark gefährdet werden und Kinder arbeiten müssen. Durch den Abbau von Lithium, z.B. in Bolivien, werden der Lebensraum der indigenen Bevölkerung und die Grundwasserversorgung gefährdet. Auch beim Abbau von seltenen Erden entstehen giftige und zum Teil radioaktive Rückstände.

Der vom Handelsblatt ausgerichtete „Autogipfel“ findet ausgerechnet in Stuttgart statt – einer Stadt, die seit langem von Staus, Lärm und besonders starker Luftbelastung geplagt wird. Feinstaub- und Stickoxid-Grenzwerte werden dort seit Jahren überschritten. Erst am Mittwoch dieser Woche wurde in Stuttgart wieder Feinstaubalarm ausgelöst.

Statt Autogipfel zu veranstalten, braucht es eine breite Debatte über eine klimafreundliche Mobilitätswende und entschlossene Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung. Dazu zählen niedrigere Grenzwerte für Abgase und Lärm, eine konsequente Einhaltung der Luftreinhaltepläne, generelle Tempolimits sowie autofreie Innenstädte und der Rückbau der Infrastruktur für den motorisierten Individualverkehr zugunsten klimafreundlicher Alternativen.







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