Ein sichtbares Zeichen für ein Atomwaffenverbot auf Trier.de


Bildmontage: HF

29.06.20
BewegungenBewegungen, Rheinland-Pfalz, TopNews 

 

Von AG Frieden Trier

Die AG Frieden unterstützt den Flaggentag der Bürgermeister für den Frieden. Trier zeigt, dass es den I CAN-Appell für ein Atomwaffenverbot unterstützt.

Am Mittwoch 8. Juli 2019 um 11:30 Uhr wird die Stadt Trier vor dem Rathaus ein sichtbares Zeichen für eine fried­liche Welt ohne Atomwaffen setzen. Zeitgleich wird auch virtuell auf www.trier.de gezeigt, dass die Stadt mit OB Leibe als „mayor for peace“ sich aktiv für eine atomwaffen­freie Welt einsetzt.

Neben der Hissung der Flagge wird das I CAN-Zeichen vorm Rathaus gezeigt, dass zeitgleich auf der Webseite der Stadt sichtbar wird. Neben dem Oberbürgermeister werden auch zivilgesellschaftliche Guppen was zu ihrem Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt sagen. Die AG Frieden unterstützt zusammen mit Pax Christi, der DFG-VK und dem Antiatomnetz Trier den Flaggentag für eine atomwaffenfreie Welt und betont, wie wichtig dieses Zeichen gerade jetzt ist, da die Atomkriegsgefahr so hoch wie schon lange nicht mehr ist: „Wir begrüßen, dass Triers Oberbürger­meister Leibe letztes Jahr den ICAN- Appell für ein Atomwaffenverbot unterzeichnet hat. Damit wird die Bundesregierung aufgefordert, diesem Vertrag beizutreten. Dies jetzt durch das Logo von ICAN auf der Webseite der Stadt zu zeigen, ist ein starkes und nachahmenswertes Signal“ so Markus Pflüger im Namen der Friedens- und Antiatom­gruppen.

„122 Staaten haben den Vertrag zum Verbot von Atomwaffen beschlossen. Bislang fehlt Deutschland bei diesem historisch wichtigen Abkommen. Die Bundesregierung sollte das Verbot unter­zeichnen und den Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland veranlassen,“ so Thomas Zuche vom „Arbeitskreis „Abrüsten!“ der AGF.

Professor Karl Hans Bläsius wird am Mittwoch 8.7. beim Flaggenhissen für die AG Frieden sprechen und auf die wachsende Atomkriegsgefahr hinweisen: „Fehler in Frühwarnsystemen, die der Vorher­sage und Bewertung von möglichen Angriffen durch Atomraketen dienen, können zu einem Atomkrieg aus Versehen führen. Diese Gefahr ist besonders groß in Krisen- und Konfliktsituationen. Ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung dieses Risikos sind vertrauensbildende Maßnahmen und die Schaffung weiterer Kommunikationsalternativen zwischen potentiellen Konfliktparteien, um Alarmmeldungen gemeinsam bewerten zu können. Aktionen der Friedensbewegung und der Bürgermeister für Frieden können ein Problembewusstsein für die Notwendigkeit solcher Maßnahmen schaffen und damit einen wirksamen Beitrag zur Reduzierung des Atomkriegsrisikos leisten.“

„Trier ist die größte Stadt in der Nähe des Atomwaffenstandorts Büchel, wo die Bundeswehr mit ihren Tornados auf Befehl des US-Präsidenten Atomwaffen ins Ziel fliegen könnte. Wir sind durch den Atom­waffenstützpunkt als potentielles Zielgebiet besonders gefährdet. Es ist äußerst riskant und gefährlich mit atomaren Massenvernichtungswaffen zu drohen und damit alles aufs Spiel zu setzen. Statt den Kauf neuer Kampfflugzeuge für neue Atomwaffen in Büchel zu planen, sind Entspannungs­politik und Abrüstung sowie Klimaschutz überlebenswichtig.“ ergänzt Markus Pflüger von der AGF.

OB Leibe unterstreicht gegenüber AGF die Bedeutung des Zieles eines friedlichen Zusammenlebens: „Die Corona-Krise zeigt der Welt ganz klar, dass die Menschheit sich ein Gegeneinander nicht leisten kann. Unsere Erde ist eine Limited Edition und wir müssen daher globale Bedrohungen gemeinsam friedlich reduzieren. Die Stadt Trier übernimmt ihre Verantwortung mit der ICAN-Unterzeichnung und auch mit dem Bekenntnis zur UN-Agenda 2030. Zuletzt haben wir im Steuerungsausschuss darge­stellt, dass wir bereits gut 50% vom „Trierer Aktionsplan Entwicklungspolitik“ in der konkreten Um­setzung haben. Damit wird klar: Die Menschheit braucht mehr kreative Ideen statt militärischer Macht.“

Hintergrund:

Am 8. Juli jedes Jahres setzen bundesweit Bürgermeister*innen vor ihren Rathäusern ein sichtbares Zeichen für eine friedliche Welt ohne Atomwaffen. Mit dem Hissen der Flagge des weltweiten Bündnisses der Mayors for Peace appellieren sie an die Staaten der Welt, Atomwaffen abzuschaffen und erinnern damit an das Rechts­gut­achten des Internationalen Gerichtshofs vom 8. Juli 1996, wo nach der Einsatz von Atomwaffen, und be­reits die Androhung des Einsatzes, gegen internationales Recht, Vor­schriften und Prinzipien des Völkerrechts verstößt.

Die AGF hatte 2013 dem damaligen OB Jensen eine Flagge der Mayors for Peace überreicht; OB Leibe führt das Engagement der „Bürgermeister für Frieden“ inzwischen fort. Mayors for Peace ist eine internationale Organisation von Städten, die sich der Friedensarbeit, insbesondere der atomaren Abrüstung, verschreiben. Die Organisation wurde 1982 auf Initiative des damaligen Bürgermeisters von Hiroshima, Takeshi Araki, gegründet. Die Atombomb­en­abwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 mahnen und zeigen die schrecklichen Folgen noch heute. Deswegen fordern die Bürgermeister für den Frieden die Ächtung der Atomwaffen. Der Flaggentag wird von der Kampagne „atomwaffenfrei.jetzt“ und in Trier u.a. von der AG Frieden e.V. unterstützt.







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