Erneute schwere Körperverletzung durch Polizei - Fortsetzung der Räumung trägt zur Eskalation bei

21.11.20
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Kritik von Kirche und breitem Bündnis - Weitere Proteste angeündigt

Von Wald-Statt-Asphalt-Bündnis

Heute morgen ist um 8:30 Uhr eine Person aus über 5 Metern Höhe von einer Plattform zu Boden gestürzt. Augenzeug*innen berichten, dass zuvor mehrere Polizisten auf ein markiertes Sicherungsseil getreten sind und dieses schließlich gerissen sei. Das Seil war als Sicherungsseil markiert. "Wir verurteilen diese erneute Gefährdung von Menschenleben und fordern ein Aussetzen der Rodungsarbeiten bis zur vollständigen Aufklärung des Tathergangs. Dieser Vorfall reiht sich ein in die Liste an Gründen, weshalb wir den sofortigen und endgültigen Stopp der Räumungs- und Rodungsarbeiten im Dannenröder Wald als notwendig erachten", so Charlie Linde vom Wald-Statt-Asphalt-Bündnis.

Trotz des Vorfalls setzt die Polizei heute vor Ort die Räumungsarbeiten fort. Dazu Aktivistin Mara Frey: "Es macht mich wütend und traurig, dass selbst nach dieser weiteren Tragödie kein Innehalten von Seiten der Polizei erfolgt. Die Polizei macht einfach weiter, als wäre nichts Geschehen und provoziert damit die weitere Eskalation des Konfliktes. Sie gefährdet und riskiert weiterhin Menschenleben."

Das Wald-Statt-Asphalt-Bündnis fordert zusammen mit unzähligen Akteur*innen aus allen Bereichen der Gesellschaft den kompletten Rodungsstopp im Dannenröder Wald. Ein Zeichen für die breite Basis des Widerstandes waren heute u.a. dutzende über 60 jährige Aktivist*innen in weißen Maleranzügen, die in den frühen Morgenstunden die Rodungstrasse blockiert haben. Die Versammlung war durchweg friedlich und wurde dennoch durch die Polizei aggressiv aufgelöst (https://twitter.com/parents4future/status/1330037167893188608).

Bereits am 19.11. wurde in einem offenen Appell von zahlreichen Menschen und Initiativen ein Rodungsstopp aufgrund der wiederholten Gefährdung von Menschenleben gefordert. Dieser Appell muss nun dringend ernst genommen werden: https://link.attac.de/offener-brief-rodungsstopp

Inzwischen hat sich auch die Evangelische Kirche eingeschaltet und fordert in einer Pressemitteilung die Aussetzung des Rodungsarbeiten am Sonntag (https://www.evangelisch.de/inhalte/178676/20-11-2020/a49-proepste-fordern-rodungsstopp-am-totensonntag). Falls der Einsatz allerdings am morgigen Sonntag fortgesetzt werden soll, hat das Bündnis "Ende Gelände" massiven Protest angekündigt. Am Nachmittag ab 14 Uhr bringen zudem hunderte Menschen Licht in den Danni und bilden gemeinsam eine Laternenkette gegen die Zerstörung.

Mehrere hundert Menschen protestieren heute nachmittag in Berlin gegen den geplanten Ausbau der A49 und verweisen dabei auf das von der DEGES erstellte fehlerhafte Wassergutachten, das als Grundlage für den umstrittenen Bau der Autobahn dient.

 







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