USA – mit voller Fahrt in die Sackgasse

10.12.22
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Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

Große Vorhaben sollte man 'sine ira et studio' (ohne Zorn und Eifer) angehen, weiß man spätestens seit Tacitus (58 – 120 u.Z.). Offenbar und kaum verwunderlich die US-Regierung nicht! Sie hat mit dem Inflation Reduction Act (IRA = Zorn) vom August 2022 den Mund wieder einmal zu voll genommen und droht an dem Kloß im eigenen Hals zu ersticken. Allein die Bezeichnung des IRA-Aktes ist ebenso oberflächlich wie irreführend. Es geht nämlich nicht primär um die Reduzierung der Inflation, sondern brutal um die egoman nationalistische Neuordnung der US-Industrie gegen Freund und Feind. Angesichts der zunehmend schwindenden US-Hegemonie und der Emanzipation alter Völker und Kulturen zu selbstbewußten Marktteilnehmern versucht der US-Präsident mit seinem IRA der Welt von oben nach unten ein Verhalten aufzunötigen, das eine neue industrielle Weltführerschaft der USA absichern soll. Im IRA wird bis ins kleibste Detail vorgeschrieben, dass uns welche Betsnadteile ein in den USA gefertigtes Produkt haben muss, um gefördert zu werden, und welche Produkte mit welchen Bauteilen importiert bzw. exportiert werden dürfen. Ebenso soll es eine Triage zwischen Systempartnern und Systemfeinden geben. Absurder noch: bei den System-Partnern soll zwischen denjenigen unterschieden werden, die mit den USA ein Freihandelsabkommen haben und solchen, die das nicht haben. Wahrlich keine einladende Ausgangsposition für ein Vorhaben, das ganz offensichtlich nur dem 'America First' oder MAGA (Make America Great Again) dienen soll. Diese Spuk sollte unverzüglich enden ofer er wird nach einem langen Gewürge sublimieren.

Die arrogante Weltfremdheit der US-Regierung wird durch ein kürzliches Urteil der WTO (Welthandelsorganisation) so abgeurteilt, dass die US-Zölle auf Stahl- und Aluminiumimporte aus Chin nicht rechtens seien. Quelle: dpa. Die Vereinigten Staaten wären also eher gut beraten, eine ausgewogenere und internationalere Industriepolitik zu betreiben. Aber nein, sie beziehen sich bei den Sanktionen auf eine uralte US-Regelung aus 1962. Es scheint also sehr schwer, einem alten Affen neue Grimassen beizubringen. "Buy American" ist ein alter Hut und taugt nicht als neuer Schlachtruf in einer zunehmend multipolaren Welt. Heute kauft man dort ein, wo eine gewünschte Qualität zu einem vernünftigen Preis angeboten wird, also ohne politische Gängelung und ohne verteuernden Sanktionen. Die Interessen und Bedürfnisse der Menschen müssen im Vordergrund stehen, und nicht die des US-Turbokapitalismus.

Aber aus gemachten Fehlern lernen, ist nicht üblich in den USA. Alle kriegerischen Überfälle endeten oder stecken immer nochn (Jemen) in einem menschenunwürdigen Desaster, haben aber den USA scheinbar nicht geschadet, denn ihre Rüstungsindustrie blüht. Und darauf stützen sich die USA immer noch und immer wieder. Jetzt aber kommt Widerstand sogar von ihren sog. stärksten Verbündeten in Europa. Sie haben erkannt, dass die"verbündeten" USA mit IRA gerade ihre "Verbündeten" in Europa hart treffen und schwächen sollen. Frankreich voran wehrt sich vehement und spricht schon von einem drohemdem Handeslkrieg mit den USA. Wie in Teufels Namen passt das alles zusammen? Mit IRA rasen die USA wieder einmal blind und mit voller Fahrt in die Sackgasse.







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