DIE LINKE.Rheinland-Pfalz: Wie funktioniert unsere sozialautoritäre Partei?

28.09.08
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Aus dem Werkzeugkoffer geplaudert - Aus der Praxis für die Praxis, Tipps für jene die erfolgreich "mitspielen" wollen und für jene, die von solchen Spielen genug haben. Das Erkennen von Wahrnehmungs- und Verhaltensmustern ist dringend notwendig, um offensiv zu agieren, um nicht im "Jammern" über dies und jene neue "Sauerei" zu ersticken. Im Sinne der dreißg Punkte, es gibt täglich immer nur mehr des selben.

Handlunsganleitung: Wie verhindere ich die aktive Teilnahme von Vorstandsmitgliedern, weiteren Funktionsträgern und Mitgliedern an der Meinungsfindung und politischen Mitbestimmung?

Eine vorläufige Anleitung in dreißig Punkten


1. Informiere selektiv und zeitlich gestaffelt, verfälsche Informationen, lasse "Persönliche Erklärungen" von Vorstandsmitgliedern oder "Minderhitenvoten" weg - bei Einladungen, Protokollverteilungen und "Infos" an die Mitglieder, öffne oder sperre die Kommunikationskanäle

2. Wähle abgelegene Tagungsorte und Tagunslokale, die gegebenfalls die Diskussion stark erschweren (Beengtheit, ungeeignete Räume) und sorge für eine "zweckmäßge" Sitzordnung zur Meinungssteuerung, zur Kontrolle oder zur "Blockbildung" bzw. zur Erschwerung einer Dialog- und gesprächsatmosphäre

3. Wähle Zeitpunkte für Vorstandsitzungen und Telefonkonferenzen, wo sich "Unliebsame" aus bekannten Gründen (Broterwerb) nicht beteiligen können.

4. Schaffen ein dir persönlich ergebenes Netzwerk von hauptamtlich Bezahlten oder über Zeit frei und Mobilität Verfügende, die alle Schlüsselpositionen in ihre Hände nehmen

5. Konzentriere Funktionen und informelle Macht auf eine kleine Gruppe dir treu ergebener Personen, verlagere Entscheidungen und Vorentscheidungen aus den Gremine in diesen erwählten Kreis.

6. Sichere dir die Loyaliät der unter 5 ausgewählten Personen durch Mandats - oder Funktionsversprechen (bezahlte Funktionen), schmeichle sie, nutze ihre Schwächen aus, Mittelmäßigkeit und gemeinsame "Taten" schweißen zusammen.

7. Verweigere Reisekosten an Ehrenamtliche, wenn deren Aktivitäten sich der Unterordnung unter deine Macht und Kontrolle entziehen, verzichte auf ein Konzept der Förderung ehrenamtlichen Engagements, so vermeidest du "Konkurrenz" und eine starke ehrenamtliche Partei(basis).

8. Betreibe keine systematische Förderung des Personals, damit von "unten" sich nur Erwünschte qualifizieren können.

9. Schaffe dir eine geschlossene Gruppe (Geheimkonferenzen sind ein Weg und Telefondiplomatie), mit der du Abstimmungsverhalten und Diffamierungskampagnen (auch Sprachregelung) koordinierst

10. Verhindere massiv mit allen Mitteln (Ignoranz, Diffamierung, Verweigerung finanzieller Mittel) den öffentlichen Diskurs mit der innerparteilichen Opposition. Verhindere, das deine "Gegner" Gesicht und Argumente zeigen können.

11. Erzwinge Konformität, indem du an Unliebsamen Exempel statuierst, die alle Schwankenden und Zweifler abschrecken, schaffe ein Klima der Angst, "Unperson" ohne Gestaltungsmöglichkeiten zu werden.

12. Monopolisiere deinen Zugang zu den Funktionsträgern im Land und im Bund, präge deren Meinung über die Situation in der Partei (manipuiere sie) und behaupte stets, du handelst in Übereinstimmung mit der Obrigkeit und mit Autoritäten. (Lafontaine, Maurer usw.)

13. Monopolisiere den Medienzugang innerparteilich und öffentlich.

14. Monopolisiere den Zugang zu Mitgliederdaten bei dir ergebenen Personen, manipuliere die Daten oder die Auskünfte zu den Daten (Mitgliederzahlen=Mandate, Beitragszahlung).

15. Betone in Wort und Bild deine besondere Nähe zur Obrigkeit (Lafontaine usw.), nimm dabei keine Rücksicht auf die Wahrhheit.

16. Leihe dir Autorität, indem du dich mit herausragenden Referenten auf "Informationsveranstaltungen" schmückst.

17. Halte organisationspolitische Ziele (Kampagnen: Termine, Verantwortliche, Ergebnisse) vage, damit man die Leistung nicht konkret messen kann

18. Schmeichle dir ergebenen Mitglieder, suggeriere ihnen "Leistungsfähigkeit", "gute Arbeit" und "Stärke der Partei", belästige sie nir mit anstrengenden Gedankengängen und Aufforderungen zur Eigenaktivität

19. Nutze jeden "parlamentarischen Wahlkampf", um innerparteiliche Kritik mit dem Argument zu unterbinden, das nütze "jetzt" nur dem Gegner

20. Suggeriere deinen Anhängern, dir gänge es nur um die Partei, die vor innerparteilichen Feinden zu retten ist. (Auch: Viel Feind-viel Ehr!)

21. Verberge deine politischen Positionen oder deine Profillosigkeit hinter "Zitaten" aus der Arbeit der Fraktion und der Bundespartei, das sichert dir Anschlußfähigkeit nach aktueller Opportunität, wechsele deine Meinung sofort, wenn der Wind oben sich dreht. (Ulrich: Niemals Sozialismus, niemals mit der PDS - Zum Vorreiter, zum bundesweiten Vorbild Pro-Fusion!)

22. Festige die "Eigengruppe", nutze dazu auch materielle Ressourcen (Fahrten, Wochenendschulungen, verschiedenste ideelle und materielle Vergünstigungen)

23. Festige die Eigengruppe, indem du massiv Freund-Feindbilder aufbaust und pflegts. (Gewerkschaftsfeinde, Parteifeinde, Chaoten, Abweichler, Psychopathen)

24. Verhindere Selbstreflexion und Mitgliederbeteiligung bei der Organisationsentwicklung der Partei, indem du ständig behauptest, dies schade der politischen Außenwirkung und binde als "Selbstbeschäftigung" nur die Kräfte der Partei, so kannst du ungestörter im Hintergrund die Strippen ziehen und deiner persönlichen Macht Parteistrukturen geben.

25. Diffamiere die virtuelle Partei, verhindere so die politische Beteiligung und Meinungs- und Willensbildung jener, die überwiegend diesen Weg aus Gründen mangelnder Mobilität oder Zeit wählen. Nutze bei Bedarf jedoch die virtuelle Partei über "Mittelsleute" als virtuellen Pranger, zur Durchführung von Diffamierungskampagnen. Moderatoren sind dazu da, dir gefährliche Diskurse zu unterbinden, abzulenken, zu zerstreuen.

26. Bemesse Sitzungs- und Versammlungszeiten so, das aus "Zeitgründen" dir unliebsame Diskussionen begrenzt werden kann. Begrenze Mitgliedermeinungen, setze auf Fragerunden an den "großen Vorsitzenden", der dann seine Antworten unkommentiert und unwidersprochen verteilen kann.

27. Verlagere die wichtigsten Entscheidungen in die Nachtstunden, wenn viele GenossInnen bereits sehr erschöpft sind oder die Sitzung verlassen haben.

28. Wenn historische und soziokulturelle Exkurse nicht vermeidbar sind, suche dir ergebene "Experten" und "Autoritäten", die dir die Dinge auf die Erwünschte Weise zurecht biegen (Analyse Landtagswahlen, Dr. Vollmanns Ausflüge in die Geschichte) und verhindere die Verbreitung von abweichenden Stellungnahmen

29. Im Falle äußerst drohender Gefahr bezeichne aus dem Munde von Spitzenfunktionären deine Kontrahenten als "Psychopathen", "Abweichler", "Agenten" und Nazis.

30. Im Ernstfall, der Enttarnung krimineller Aktivitäten, drohe berufliche Nachteile an, die Beschädigung des öffentlichen Ansehens und organisiere Mobbing- und Zersetzungsmaßnahmen, nutze dafür das Netzwerk dir ergebener und gutgläubiger Personen.

31. Weitere "Tricks" können aus dem Erfahrungsschatz der Partei hier durch dich nachgetragen werden!

BeWi







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