Nation und Befreiung

14.07.18
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Von Reinhold Schramm

»Die Zeit der Moralparteien ist vorbei. Jeder Nationalismus ist rechts. Planen Sahra Wagenknecht und Oskar Lafontaine eine linke oder eine rechte Sammlungsbewegung?«

Vgl. Tageszeitung, taz.de *

Kommentar

Die Nation ist zugleich die Basis für die nationale Entwicklung des Kapitalismus und Ausgangsstellung für seine imperialistische Wirkung und Durchsetzung in der Welt.

Weiterhin ist die Nation und der Nationalismus der Ausgangsort und die Bastion für die nationale antiimperialistische Befreiungsbewegung, siehe China und Vietnam.

Die Gleichsetzung des nationalen Patriotismus und analogen Nationalismus mit Rechtsradikalismus und Faschismus ist eine ahistorische Gleichsetzung. Von dieser falschen Annahme sind alle pseudolinken bürgerlichen und kleinbürgerlichen Gruppierungen und Parteien, nicht nur in Europa und Deutschland, befallen.

Auch die antiimperialistische Befreiungsbewegung braucht einen nationalen Ausgangsort, Formierungs- und Rückzugsraum.

Ein gegenteiliger Versuch stellten wohl die internationalen Brigaden im spanischen Bürgerkrieg dar. Das war wohl ein wichtiger Beitrag für die internationale Solidaritätsbewegung, auch in den folgenden Jahrzehnten, führte aber letztlich für die (nationale) antifaschistische Befreiungsbewegung nicht zum Erfolg.

Auch wenn das nationale Kapital sich zunehmend Globalisierte und Internationalisierte, die großen (nationalen) Wirtschafts-, Konzern- und Monopolverbände, sie verfügen für die Durchsetzung ihrer (globalen) Strategie, trotz übernationale Militärbündnisse, weiterhin über eine nationale Basis, auch zur Durchsetzung ihrer weltweiten Wirtschafts-, Rohstoff- und Handelsinteressen; siehe doch nur aktuell zum Handelskrieg zwischen USA vs. EU, USA vs. China.

Die Befreiung vom Kapitalismus und Imperialismus, von Ausbeutung, Krisen und Krieg, bedarf auch im 21. Jahrhundert einer nationalen Basis und zugleich einer internationalistischen Zusammenarbeit. Erst mit den Ende des Kapitalismus können wir auch nachhaltig im Prozess unserer Entwicklung den Nationalismus überwinden, vorher nicht.

Wagenknecht und Lafontaine gehören zu den seltenen bürgerlichen Politikern die offensichtlich den Zusammenhang und die Differenz in der nationalen Frage verstanden haben. Die große Mehrheit der (kleinbürgerlichen) Linken in Deutschland eben nicht.

* Vgl. Tageszeitung, taz.de am 14.07.2018: Die eine Frage. Die Zeit der Moralparteien ist vorbei. Kolumne von Peter Unfried, Chefreporter der Taz, Kolumnist und Autor.

 http://www.taz.de/Kolumne-Die-eine-Frage/!5517534/

 

14.07.2018, R.S.







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