Giga Geldinflation in Venezuela


Bildmontage: HF

12.08.17
DebatteDebatte, Internationales, Sozialismusdebatte 

 

Von Siegfried Buttenmüller

Das Geld zerstört den Sozialismus!

Geld verdirbt den Charakter, wie der Volksmund immer wieder und zutreffender Weise feststellt. Doch Geld verdirbt nicht nur einen Charakter sondern ganz viele und damit verdirbt Geld die ganze Gesellschaft. Sozialismus und Kommunismus sind mit Geld nicht möglich denn solch eine Gesellschaft erzeugt und braucht gute Charakter.

Karl Marx drückte es treffender Weise so aus: „Geld ist das dem Menschen entfremdete Wesen seiner Arbeit und seines Daseins, und dieses fremde Wesen beherrscht ihn, und er betet es an „.

Nun scheitert der sogenannte „Sozialismus des 21 Jahrhunderts" in Venezuela. Der Grund ist das Geld mit seiner Giga Inflation von 700 Prozent jährlich. Damit verringern sich soziale Leistungen, staatliche Zuschüsse, Renten, Gehälter und alles was in der Venezuelanischen Landeswährung „Starker Bolivar"  (BsF) ausgezahlt wird, um 58,3 Prozent jeden Monat. Die Menschen protestieren gegen diesen Sozialabbau durch das Geld und die „Sozialistische Partei" Venezuelas hat keine Mehrheit in dem Land mehr. Präsident Maduro und seine Regierung versuchen durch eine „Verfassungsreform" sowie Militär und Polizei an der Macht zu bleiben. Zusätzlich möchte Maduro 500 Tausend Milizionäre gegen die Demonstranten bewaffnen, wie er zumindest angekündigt hat.

Die Ursache der Krise in Venezuela ist jedoch das Geld, das kapitalistische Lohn-Preis-Profit System und dieses Geld läßt sich durch Schlagstöcke oder Kugeln nicht bändigen. Nicht einmal die NATO mit all ihren Waffen und US Präsident Trump mit all seinen Atomwaffen kann die Krise des Geldsystemes im Westen aufhalten und auch Putin und alle kapitalistischen Regierungen können das nicht.  Das Geld und das Lohn-Preis-Profit System müssen ersetzt werden, nur so kann eine neue Gesellschaft entstehen. Die Menschen in Venezuela und wir alle müssen aufhören dieses Geld das unseren Charakter verdirbt, dieses Geld das jede Gesellschaft zerstört, dieses Geld das uns von uns selbst und unserem Mensch sein entfremdet und das uns beherrscht, anzubeten. 

Dieser "Gott" des Lohn-Preis-Profit Systems, das Geld, ist nicht krank sondern selbst die Krankheit. Eigentlich wären 700 Prozent Inflation in Venezuela nicht schlimm oder schlecht. Es wäre ein Phase in der Abschaffung des Lohn-Preis-Profit Systems mit seinem Geld überhaupt. Das Problem ist jedoch das die Regierung und die meisten „Linken" selbst vom Geld beherrscht sind, sich einfach nichts anderes als dieses kapitalistische System vorstellen können und es erhalten wollen. Lohn, Preis und Profit sind aneinander gekoppelt und so müssen höhere Löhne, mehr Sozialausgaben und sonstige Ausgaben eben bezahlt werden und zudem ist das System immer defizitär, daran ändern auch Staatseingriffe und Umverteilungen nichts. Und zwar muß das Defizit bezahlt werden zum Beispiel mit Schulden, der Ausweitung der Geldmenge oder eben einer Giga Inflation wie derzeit in Venezuela, die auf ihre Weise die sozialen Errungenschaften beseitigt. Ein Raubkrieg, Kolonialismus, Verbrechen, Mafia usw. wären andere „Alternativen" die zur Stabilisierung des Geldsystems sonst angewendet werden.

In Venezuela wurde bis jetzt eine große Chance vertan dem Lohn-Preis-Profit System und der Krankheit Geld zu entkommen. Die Gesellschaft hätte in all den Jahren der "sozialistischen" Regierung auf das Ende des Geldes vorbereitet werden müssen. Man hätte als Alternative und im Schatten des untergehenden Geldsystems das Sozialistische Wirtschaftssystem etablieren müssen. Dieses basiert eben nicht auf Geld und dem Lohn-Preis-Profit System. Es basiert auf der direkten Anforderung der Güter durch die Verbraucher und zwar ohne den Umweg über Lohn, Preis, Profit und Geld. Der Bedarf hätte basisdemokratisch ermittelt werden müssen und auch die Produktion der benötigten Güter muß basisdemokratisch und in freiwilliger und gemeinnütziger Arbeit ausgeführt werden. Gleichheit und Demokratie sind hier natürlich erforderlich sonst kann dieses System nicht funktionieren, wohingegen das Geldsystem immer auch eine Klassengesellschaft mit privilegierter Bürokratie erfordert und auch erzeugt.

Der Übergang, die Beschaffung einer Ausstattung mit Maschinen und Werkzeugen hätte vorübergehend mit den enteigneten Öleinnahmen finanziert werden können. Schulen und Universitäten hätten in dieser Richtung ausbilden müssen um die Gesellschaft in die Lage zu versetzen, ein solche Alternative zum Geldsystem zu etablieren. Und man hätte für dieses System international werben müssen, anstatt Andere Länder noch auf falschen Weg und in selbige Sackgasse zu bringen.

Aber wie Marx feststellte sind die Menschen beherrscht von dem Geld und seinem Lohn-Preis-Profit System, sie waren nicht in der Lage diesen eigentlichen Feind zu erkennen. Die venezuelanische Regierung gab Kredite für „Existenzgründer", die auf eigene Rechnung Löhne, Preise und Profite erzielen sollten.

Allerdings funktioniert es mit dieser Krankheit Geldsystem nicht, wie so oft in der Geschichte. Das Geld ist mit dieser Giga Inflation kaum noch etwas Wert und man tauscht Waren, verkauft alles was man hat und es gibt wenn möglich Naturalien, sofern die Regierung oder sonst Jemand etwas zur Verfügung stellt.

So weit es die eigene Krise des Geldsystems der großen kapitalistischen Länder zuläßt werden sie „Hilfe" nach Venezuela schicken, Schulden Erlassen oder Kredite geben, jedoch nur um das Lohn-Preis-Profit System wieder in Gang zu bringen, ähnlich wie in Griechenland. Das ist ein Zusammenbruch des Systems doch leider lassen sich immer noch auch viele Linke von diesem menschenfeindlichen System beherrschen und beten es weiter an.  Und sie stecken Andere mit dieser Krankheit an und meinen es sei „Sozialismus". Das muß aufhören, Jeder einzelne muß dem System den Kampf ansagen und für eine antikapitalistische Alternative Werben.  In Venezuela aber auch in ganz Amerika, Europa und überall. Das Geld, der allmächtige „Gott" in unserer Zeit wird sterben und Geschichte werden, so oder so.

Siegfried Buttenmüller  11.8.2017







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