Im Gespräch mit… Matthias Stöcker, Jugendbildungsreferent der DGB-Jugend Düsseldorf-Bergisch Land


Matthias Stöcker; Foto: privat

12.08.17
DebatteDebatte, Düsseldorf, Arbeiterbewegung, NRW 

 

Von DGB Düsseldorf

Frage: Seit Anfang August arbeitest Du als Jugendbildungsreferent der DGB-Jugend für die Region Düsseldorf – Bergisch Land. Erzähl uns doch bitte etwas über die Arbeit der DGB-Jugend.

Stöcker: Die DGB-Jugend repräsentiert die Gewerkschaftsjugend nach außen, hierzu gestalten wir beispielsweise in Stadtjugendringen sowie in den erwachsenen Strukturen des DGBs mit. Unser stetiges Ziel muss sein, jugendspezifische Themen in allen Köpfen immer wieder hervorzurufen, da die Vergangenheit gezeigt hat, dass Themen, die die Jugend betreffen, gerne mal hinten überfallen. Hierbei reden wir von politischen, gesellschaftlichen sowie von betrieblichen Themen, die wir als Gewerkschaftsjugend Tag für Tag behandeln.

Frage: Zu Beginn des aktuellen Ausbildungsjahres suchen noch knapp 1000 junge Menschen in Düsseldorf eine Ausbildungsstelle. Demgegenüber stehen knapp 1500 unbesetzte Stellen. Was rätst du jungen Menschen, die derzeit noch unversorgt sind, und was können Betriebe jetzt noch tun?

Stöcker: Mein Rat an alle jungen Menschen, die bisher noch „unversorgt“ sind: Wenn es bei Dir über den klassischen Weg für den diesjährigen Ausbildungsstart nicht funktioniert hat, dann nutze zusätzlich die uns heutzutage zur Verfügung stehenden Social-Media- Plattformen. Immer mehr Arbeitgeber entdecken diese Plattformen als einfache und kostengünstige Ansprache an Ausbildungsplatzsuchende. Auch wir als DGB-Jugend unterstützen unsere Partnerverbände immer gerne bei der Auszubildendensuche über Social-Media. Sollte es jedoch wirklich dazu kommen, dass kein Ausbildungsplatz gefunden wird, empfehle ich die Zeit vernünftig zu nutzen. Mir fallen auf die Schnelle zwei Beispiele hierfür ein, der Besuch einer Berufsfach-schule, wenn man bereits weiß, in welche Richtung die berufliche „Reise“ gehen soll oder die Teilnahme an einem freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr.

Frage: Das klingt sehr schlüssig. Doch klagen viele Unternehmen, die Ausbildungsplätze anbieten, keine geeigneten Bewerber/-innen zu finden. Was hältst du dem entgegen?

Stöcker: Dieser Aussage kann ich definitiv nicht folgen! Für mich steht eindeutig fest, wer in der Bundesrepublik Deutschland das Schulsystem, egal welche Schulform und/oder welches Bundesland, erfolgreich durchlau-fen hat, ist für eine duale Ausbildung geeignet. Bei diesem jährlich auftretenden „Gejammer“ der Unternehmen, stellt sich mir vielmehr die Frage, wer durch die Arbeitgeber als „ausbildungsreif“ definiert wird!? Ein Hauptschulabschluss sagt für mich überhaupt nichts über die Fähigkeiten einer Person aus. Warum soll die Person denn nicht auch eine Ausbildung in einer Bank als Bankkauffrau/Bankkaufmann absolvieren können. Wenn die Stärke, wie in meinem Beispiel, im Bereich Zahlen liegen, sind dies die besten Voraussetzungen für eine solche duale Ausbildung.

Frage: Welche Schwerpunkte stellst du dir für deine Arbeit vor und was können wir in naher Zukunft von der DGB-Jugend erwarten?

Stöcker: Nach dieser Frage schwirren mir direkt mehrere Themen im Kopf herum. Zu Beginn möchte ich mich gerne auf eines speziell beziehen, woraus sich für die Zukunft mehrere Arbeitsschwerpunkte ergeben. Der DGB-Stadtverband Düsseldorf hat nach immer wiederkehrenden Gesprächen mit Ratspolitikern erwirken können, dass ein Beirat zum Thema „Errichtung eines Auszubildendenwohnheimes“ initiiert wird. Zu diesem Personenkreis zählen, Kammern, Unternehmerschaften, Politiker und Gewerkschaften und somit auch die DGB-Jugend! Dies heißt für uns, CHANCE NUTZEN und aus dem Blick der heutigen Jugend Einfluss auf den laufenden Prozess dieses Projektes zu nehmen. Unser Ziel ist, die aktuellen Bedürfnisse von jungen Menschen in das entstehende Auszubildendenwohnheim miteinfließen zu lassen.

Vielen Dank für das Gespräch!

 

Das Gespräch führte Thomas Ziegler.

 

Zur Person:

Matthias Stöcker hat zum 1. August als neuer Jugendbildungsreferent in der DGB-Region Düsseldorf-Bergisch Land seine Arbeit aufgenommen. Er übernimmt damit den Aufgabenbereich von Kristof Becker, der auf eigenen Wunsch als Jugendsekretär zur Gewerkschaft ver.di nach Berlin-Brandenburg gewechselt ist. Matthias Stöcker ist 22 Jahre, gelernter Elektroniker für Automatisierungstechnik und war zuletzt eingesetzt als JAV- und Jugendreferent bei der Industrie Gewerkschaft Bergbau, Chemie und Energie im Bezirk Mainz.







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