Die Oberhausen Affäre

26.09.08
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oder
das immer gleiche Strickmuster ?

von Claus Armann

In den Anfangszeiten der WASG von deren Mitgliedschaft in der heutigen Partei Die Linke. kaum noch jemand Mitglied ist, gab es von Anfang an eine Auseinandersetzung zwischen lange Jahre politisch in der Region Mönchengladbach Tätigen mit Britta Pietsch, die aus dem NULL Universum heraus bis zum heutigen Tage eine politische Karriere hinlegte, die einen staunen lässt. Das heutige Mitglied des Parteivorstands der LINKEN saß im Landesvorstand der WASG NRW, belegte bei der WASG Landesliste zur letzten Landtagswahl (ja so lange ist das schon her) einen fünften Platz - ohne auch nur im entferntesten dazu die Zustimmung des WASG KV's Mönchengladbach zu haben.

Da gab es die erste "Affäre" - Britta Pietsch beschuldigte die WASG Mitglieder Peter Leipziger und Dieter Braeg, sie wären Rassisten. Das wurde natürlich bis in die höchsten WASG Gremien von Land und Bund kolportiert. Da hatte  sich Britta Pietsch da genau die zwei Menschen ausgesucht, die  mit ihrer politischen Arbeit bis dahin alles andere als Rassismus das Wort redeten,  das war ihr Fehler. Leipziger und Braeg, beide lange Jahre IG Metaller und Betriebsräte in einem Neusser Betrieb (Pierburg GmbH & Co KG) hatten in diesem als erste in der Bundesrepublik einen Betriebsrat aufgebaut, der  in Mehrheit aus ausländischen Frauen und Männern bestand. Dass in diesem Betrieb Betriebsversammlungen in allen gängigen Sprachen des Betriebs (also Spanisch, Italienisch, Türkisch, Griechisch, Portugiesisch  und Serbisch) abgehalten wurden, ist auch ein Zeichen übelsten Rassismus.
Es muss hier nicht weiter beschrieben werden, wie diese Affäre endete, irgendwann verschwand Britta Pietsch nach Viersen, sucht Anschluss an den dortigen KV,  ohne auch nur den Ansatz einer Entschuldigung zu finden. Im Landesverband NRW hat sie  zur  Zeit keine Funktion mehr, aber anscheinend ist sie bestrebt dies zu ändern. Immerhin gibt es bald attraktive Ämter in Kommune und Land zu verteilen.

Kommen wir zum zweiten Teil der Geschichte. Sie dreht sich um die üble Beschuldigung, dass Rosa Engel sich im KV Neuss um ein Amt beworben hätte. Die Quelle dieser  Gerüchte liegt nicht im Dunkel, sondern ist bekannt. Dass diese Beschuldigungen von Sabine Cremer und Hartmut Wessels ohne Prüfung in eine KV-MG Vorstandssitzung getragen wurden, ist schlimm, dass es danach wohl von Sabine Cremers zum Vorgang keine Entschuldigung gab, zeigt, wie im Falle Rassismus, wie der Hase läuft. Da dieser Vorgang bekannt ist, kann sich auch jeder ein Bild machen, was dahinter steckt. Auch hier war eine "Quelle" Britta Pietsch.

Kommen wir also zur "Postkartenaffäre".

Anke Weikelsdorfer,  schildert ihren "politischen Werdegang" wie folgt in Original-Schrift:
"Ursprünglich war ich, trotz CDU Prägung durch meinen Vater, seid 1989 Mitglied der Grünen. Letztendlich konnte ich aber meine Einstellung zur Friedenspolitik nicht mehr mit der der Partei vereinbaren, und bin dann 1999 ausgetreten.
Obwohl ich eigendlich, durch meinen Parteiaustritt, und der damit einhergehenden "politischen Enttäuschung"  nicht mehr vorhatte, in irgendeiner Form politisch aktiv zu werden, habe ich mit großem Interesse die Arbeit der WASG und der PDS verfolgt, und auch den Zusammenschluss zur neuen Partei DIE LINKE.  .
Ich durfte als Gast dem Gründungsparteiteitag am 16 . 6 . 2007 beiwohnen.
Durch hin und wieder "Helfen" und Mitarbeit bei verschiedenen Aktionen wurde dann allmählich wieder eine neue politische Aktivität, jedoch ohne das ich selbst Mitglied der Partei geworden bin.
Mitglied bin ich dann im Februar 2008 im Kreisverband Mönchengladbach geworden.
Meine Politische Arbeit wede ich auch in Zukunft schwehrpunktmäßig im Bereich Umwelt und Agrarpolitik und Familienpolitik sehen. Zum einen, weil ich denke, das es für uns nichts wichtigeres als unsere Kinder gibt, und zum anderen, das wir diesen nichts wichtigeres als eine funktionierende, intakte und saubere Umwelt hinterlassen können.
Ich "arbeite" bei DIE LINKE. Mönchengladbach in den Arbeitskreisen Kommunalpolitik, Betrieb- und Gewerkschaft und Antirassismus mit.
Den Arbeitskreis Umwelt und Ökologie habe ich mitgegründet.
Ich bin Mitglied der Landesarbeitskreise Drogenpolitik, Kommunalpolitik, Migration und Integration und Ökologie.
An der Gründung der Ortsgruppe Rheydt war auch ich maßgeblich beteiligt.
Seid 06.08 arbeite ich beim Koo Kreis  Linker Niederrhein mit.
Politische Weiterbildungsseminare in disem Jahr waren für mich: Migration und Integration in der Kommune, Frauenpolitik, Rhetorik für Kommunalpolitisch interessierte, Jugend in der Politik, Infostände im öffentlichen Raum.
Ich habe den Infostand NRW beim Fest der Linken in Berlin mitbetreut.
Anfang September werde ich mit auf "Wahlkreisfahrt" nach Straßburg zu Sahra Wagenknecht fahren.
Ich sympatisiere durchaus mit der Sozialistischen Linken, zähle mich persöhnlich aber eher zur antikapitalistischen Linken.
Seid über 2 Jahren bin ich Mitglied der Kommunistischen Plattform.
"Mitglied" bin ich seid 1998 bei Attac, seid 1987 bei Amnesty international. Ich bin Mitglied bei Greenpeace, BUND und PETA.
Von 1990 bis 1998 war ich Auszubildenden und Jugendvertreterin der Stadtverwaltung MG bei der ÖTV, später bei VERDI. Momentan bin ich Mitglied der Arbeitgebervertretung der IG BAU Düsseldorf."

Es spricht für sich, was es da zu lesen gibt und es ist auch kaum bewertend zu kommentieren. Das Spektrum reicht von der Mitgliedschaft in der Kommunistischen Plattform, der Frau Dr. Weikelsdorfer schon seit zwei Jahren angehört, ohne Mitglied bei der PDS oder WASG oder Die Linke. zu sein, bis zur Arbeitgebervertretung in der IG Bau.  Dass man dann auch noch die SL und AKL erwähnt, zeigt wie universell oft eine politische Linie sein kann. Fein, dass Dr. Weikelsdorfer dem Gründungsparteitag "beiwohnte"! Ist das Parteigründungsexismus? Das noch immer nach ihrer Doktorarbeit gefahndet wird, sei am Rande erwähnt. Sie müsste ja öffentlich zugänglich sein, aber bisher ward nichts gefunden!

Aus Oberhausen erreichte den Kreisvorstand DIE LINKE. Mönchengladbach,. Datum 19.8. 2008, folgender Brief:
"Sexistischer Angriff auf die Genossin Dr. Anke Weikesdorfer
durch den Kreisschatzmeister und Ratsherrn Rolf Flören DIE LINKE. MG

Genossinnen und Genossen des Kreisverstandes Mönchengladbach.
mit großem Befremden mussten wir in diesen Tagen davon Kenntnis nehmen. dass der Genosse Rolf Flören der Genossin Dr. Anke Weikelsdorfer eine Postkarte geschickt hat, die wir nur als sexistischen Angriff werten können.
Mit diesem  Herabsetzung und Entwürdigung hat  der Genosse Flören jede Grenze überschritten. Hier kommt ein Gesch1echterbild des Genossen Fören zu Tage, für das in unserer Partei kein Platz ist.
Wir fordern den Genossen Flören auf, sein Mandat als Ratsherr sofort niederzulegen und von seinen Funktionen im Kreisvorstand Mönchengladbach zurückzutreten. Weiterhin befürworten wir ein Parteiausschlussverfahren gegen den Genossen Flören."

Unterschrieben war dieser Brief von Ute Bock und Jens Carstensen, samt dem Zusatz "Vorstand Die Linke. Kreisverband Oberhausen."

Das Fachwissen des Kreisverbandes Oberhausen in Sachen Sexismus scheint groß zu sein.
Auch die Frage einer Unschuldsvermutung scheint keine Rolle zu spielen. Man stellt fest, beurteilt und urteilt.
Rolf Flören hatte gratuliert, ihm zu unterstellen er hätte da was Sexistisches im Sinne gehabt, ist schon ein starkes Stück und das die Expertin/Experte für die Feststellung was nun sexistisch ist oder nicht, in Oberhausen beheimatet sind, das verwundert schon. Aber anscheinend gibt es unbekannte Forschungsinstitutionen zur Sexismusfrage von denen der Normalmensch nichts weiß, oder eine im Hintergrund agierende "Auftraggeberin"?

Oberhausen DIE Stadt der Sexologen! Leider wird es nicht dabei bleiben!

Erstaunlich ist auch, dass diese Karte von Rolf Flören im Mai 2008 geschrieben und  zugestellt wurde, an eine Adresse in Mönchengladbach (die von Anke Weikelsdorfer)  -  nun plötzlich in Oberhausen gelandet ist und von dort aus, weil man da ja sexfachlich betrachtet, die richtige Maßnahme treffen kann, die dann Mitte August 2088 als Brief (natürlich in Kopie an den NRW Landesvorstand) an Helmut Schaper erfolgt.

Es gibt in Mönchengladbach seit Jahrzehnten politische Strukturen, die der etablierten Politik dieser Stadt kritisch und gegnerisch gegenüberstehen. Rolf Flören ist einer derjenigen, der seit sehr langer Zeit konsequent auf kommunaler Ebene antikapitalistische Politik macht und auch auf Kosten der eigenen Existenz (als selbstständiger Künstler ist es nicht leicht mit seiner politischen Einstellung ein auskömmliches Leben zu fristen),  sich für eine andere Politik zu Gunsten der sozial Benachteiligten eingesetzt hat und einsetzt.

Das dann per Brief aus Oberhausen sein guter Ruf ruiniert werden soll, wirft die Frage auf, was für ein Vertrauensverhältnis im KV Mönchengladbach herrscht. Ob es um die Menschen der Stadt geht, um eine Veränderung der etablierten Politik oder um einen Kampf um Pöstchen, die bei kommenden Kommunal- und Landtagswahlen zu vergeben wären, oder strebt man gart ein Bundestagsmandat an ?

Anke Weikelsdorfer hätte, wäre ihr diese satirische Gruß- und Gratulationskarte quer gelegen, die Angelegenheit schon lange klären können. Seit Mai  2008 tagte der KV-MG-Vorstand häufig, sie war als Gast oft genug dabei. Dies nicht zu tun und Oberhausen einzuschalten (warum eigentlich nicht einen anderen KV, von denen es in NRW ja viele gibt?), zeigt deutlich, dass hier das Schema der Denunziation fortgesetzt wird, das man seit dem Rassismus Vorwurf in Mönchengladbach kennt.

Dass Frau Dr. Anke Weikelsdorfer den Absender der Gruß- und Beglückwünschungskarte dann mit dem Text: "Wie sich ja schon in der letzten Zeit rum gesprochen hat, hab ich vor kurzem meinen Abschluss bestanden...Ich würde dies gerne mit einigen Leuten, die ich in den vergangenen Monaten schätzen gelernt habe etwas feiern: Am Samstag den 21. 6. 08 ab 17 Uhr bei einem gemütlichen Grillen.. Ich würde mich freuen, wenn auch Ihr kommen könntet."

Lange nach Ankunft dieser  Rolf Flören -  Gratulations- - Karte hast sie auch ihn eingeladen das lässt den Verdacht keimen, dass hier auch noch andere, oder eine andere, ihre Hände im Spiel hatten.

Leider ist damit der Fall nicht erledigt, sondern wird noch blamabler für den KV Oberhausen und andere BiederFRAUmänner, denn die Karte die, im Mai abgeschickt, erst Ende August ( kurz vor der Jahreshauptversammlung des KV Mönchengladbach) zu "Befremden" führte, ist ein Kunstwerk. Ja!

In der Hamburger Kunsthalle fand vom 10.3.-29.5.2005 eine Ausstellung statt, mit dem Titel
Begierde im Blick
Surrealistische Photographie statt.

Hier eine Fachmeinung, die auch Vorwirt zu einem Begleitkatalog wurde:
"Ein einmaliges Panorama der Fotografie des Surrealismus - mit einer exzellenten Auswahl von Werken der bedeutendsten Vertreter der Bewegung.
Als erste der großen avantgardistischen Bewegungen im 20. Jahrhundert führte der Surrealismus das Medium Fotografie in die künstlerische Praxis ein. Zu den Gründern des Surrealismus gehörte 1924 in Paris ein Fotograf - J. A. Boiffard -, zu seinen Mitgliedern zählten Fotografen wie Man Ray, Eli Lotar sowie die erst in den letzten Jahren wiederentdeckten Claude Cahun und Dora Maar. Auch bildende Künstler wie René Magritte, Salvador Dalí und Hans Bellmer nutzten das noch relativ junge Medium.
Die Fotografie leistete einen wesentlichen Beitrag zur surrealistischen Ästhetik, denn sie vermochte es, die "Begierde im Blick" zum Bild werden zu lassen: Metamorphosen, Fetischisierung, Geschlechtertausch, Skandalisierung und Wahnbilder gerieten in den Fokus. Auch wurden neue Möglichkeiten des Einsatzes von Fotografie in den Romanen und Zeitschriften der Surrealisten entwickelt.
Großzügig bebildert und mit Kennerschaft verfasst, gibt der Band einen breiten Überblick über die Fotografie des Surrealismus, die zwischen "künstlerischer" Ernsthaftigkeit, Witz, Ironie, Schrecken, Schock und Skandal changiert.
Die vorgestellten Fotografen und Künstler (Auswahl):
Hans Bellmer, Jacques-André Boiffard, Brassaï, Josef Breitenbach, André Breton, Claude Cahun, Eli Lotar, Dora Maar, René Magritte, Lee Miller, Man Ray, Raoul Ubac, Wols"
Die Karte die Rolf Flören mit Gratulationsworten schrieb war eine Karte, die als Foto auch in dieser Ausstellung zu sehen war.  Die Bildende Kunst ist sexistisch und muss, genau wie Rolf Flören,  ausgeschlossen werden, die eine muss das tägliche Lebens verlassen, weil das kulturlos zu sein hat, wie  der KV Oberhausen samt weiteren Expertinnen und Experten, während der Mensch einem Parteiausschlussverfahren, "befürwortend" zugeführt wird.
Diese Art einem Menschen  und der Kunst den "Prozess" zu machen, ohne auch nur ein Wort der Anhörung oder Erklärung  entgegen -  und vorzunehmen,  darf so nicht hingenommen werden. Selbst im bürgerlichen Rechtsstaat gibt es die "Unschuldsvermutung", die Linken müssten in ihren Urteilen und Feststellungen samt Forderungen eine andere Qualität des Umgangs entwickeln. Dies scheint, wie in den anderen zwei Fällen nicht der Fall zu sein. Der Brief aus Oberhausen stellt fest, verlangt Maßnahmen, sorgt für weite Verbreitung einer Denunziation, die so nicht hingenommen werden darf.

Wer ist der "Täter" und wer das "Opfer", Britta Pietsch die Expertin für Regie und Justiz macht weiter  - auch in O - Deutschschreibton:

"Liebe Kolleginnen und Kollegen,
wie schon im Juni berichtet, hat es in NRW in dem Kreisverband
Mönchengladbach einen sexistischen Übergriff gegeben.
Da die unappetitliche Geschichte immer noch nicht zu Ende ist, und der
"Täter" sich nun zum "Opfer" hochstilisiert hat, haben unsere
Landessprecherin Ulrike Detjen und ich den Anfang gewagt und einen offenen Brief geschrieben. Ihr findet ihn im Anhang.

Wir würden uns freuen, wenn ihr unser Anliegen teilt und ihn
mitunterzeichnen könnt.
Bitte seid so gut und schickt mir eine kurze mail evtl. mit
Funktionsbezeichnung.

> Liebe Grüße und Dank für Eure Unterstützung
> Britta "

"Begierde im Blick" - auf welche Ämter?

Claus Armann

 







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