Covid-19 ein Geschenk Gottes....

10.10.20
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Ein Kommentar von Georg Korfmacher, München

... wohl nur für den selbstherrlichen, alles besser wissenden und omnipotenten US-Präsidenten und seine blökende Herde. Da muss man erst einmal tief Luft holen. Soviel Arroganz und Suprematie-Gedöns in dieser weltweiten, bedrohlichen und in den USA besonders grassierenden Pandemie ist doch etwas überraschend. Natürlich hat er das Mittel entdeckt und empfohlen, um in Rekordzeit Covid-19 zu schlagen.

Dabei handelt es sich um einen Drogen-Cocktail im Versuchsstadium der Pharmafirma Regeneron, deren CEO Mitglied im Golfclub des Präsidenten in Westchester ist. Und prompt stellte Regenerol bei der FDA (Food&Drug Administration) einen Eilantrag auf Zulassung des ominösen Mittels, nachdem die Firmenaktien nach dem von Trump herausposaunten Wunder um 3,73% gestiegen sind und die Firma bereits mit $500m gefördert wurde. Natürlich ist auch Trump für eine Eilzulassung.

Einen Schönheitsfehler hat das Mittel aber allemal: es ist nämlich entwickelt auf der Basis auch von Antikörpern abgetriebener Föten. Das aber ist offiziell ein „no-go“ für Trump und seine Gemeinde, hatte er doch gerade erst eine dezidierte Abtreibungsgegnerin für das Oberste Bundesgericht nominiert. Hauptsache aber: “I feel great. I feel, like, perfect”. So in einer Videobotschaft. Nun muss er eine Erklärung finden, wie sein Gottesgeschenk zu den abgetriebenen Föten in seinem Wundermittel REGN-COV2 passt, das er jetzt sogar als Heilmittel und auch noch kostenlos allen Amerikanern zur Verfügung stellen will.

Und jetzt wird die Sache makaber. Für die Behandlung gäbe es nämlich schon „hunderttausende Dosen“. Wieviele menschliche Föten sind denn da schon für ein noch nicht zugelassenes Mittel abgetrieben worden? Gibt es da vielleicht einen noch nicht aufgedeckten Fötenhandel? Und wie viele Föten müssen da noch abgetrieben werden, wenn zig-Millionen Amerikaner behandelt werden sollen?

Aber darüber hat der „Betrüger, Lügner, Tyrann, Rassist, Raubtier, Hochstapler“ wohl wie über so Vieles nicht richtig nachgedacht. Er denkt nur an seinen Wahlkampf, seine Geschäfte und wie er seine politischen Gegner diffamieren kann, während sich im Weissen Haus um ihn herum Mitarbeiter und Angestellte reihenweise anstecken. Er spielt sich jetzt als der große Corona-Bezwinger auf, der nun mehr denn je allen zwitschern will, wo es lang geht. „Don’t be afraid of Covid” - “Keine Angst vor Covid. Lasst es nicht euer Leben beherrschen. Unter der Trump-Administration haben wir einige wirklich großartige Drogen und Erkenntnisse entwickelt. Ich fühle mich besser als vor 20 Jahren!” (5. Okt. 2020)

Solche realitätsfremden Pralereien passen nun aber gar nicht zur Lage in den USA wie sie effektiv ist. Und dass Eigenlob stinkt, hat der US-Präsident auch noch nicht bemerkt. Vielleicht ist er doch noch so schwer infiziert, dass er seinen Geruchsinn verloren hat.

Und dann kommt für den ganzen Klamauk vom Präsidenten höchstpersönlich ganz kleinlaut eine überaus triviale Erklärung:  "Ich hatte keine andere Wahl. Ich musste vorne mit dabei sein."







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