Menschenbild

17.02.09
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Lieber Horst Hilse
die Menschen im Kapitalismus werden vom Warenfetischismus beherrscht, es ist zu beachten dass die abstrakteste Form dieser Herrschaft das Geld ist. Dieser Herrschaftsform unterliegen alle Subjekte und determiniert das Denken der Menschen. Daraus folgen auch die Handlungen der Menschen, sie sind Täter und Opfer des Kapitalismus zugleich. Die Tätigkeit des Menschen widerspiegelt die gesellschaftlichen Widerspruche in denen er aufgewachsen ist und in denen er sich akut befindet. Er erlebt, dass Menschen, je mehr Geld haben, umso mächtiger sind und je weniger sie von dieser abstraktesten Ware haben - umso ohnmächtiger. Wenn wir die Gesellschaft qualitativ verändern wollen, müssen wir mit den Mensche die Strukturen angreifen und nicht die Symptomträger. Greifen wir die Menschen an, so reagieren sie hilflos also mit Gewalt!
Sieh auch: Marx/Engels MEW 3, S. 34 und MEW Ergänzungsband I. S 510-522

"Wir können (und müssen) beginnen, den Sozialismus aufzubauen, und zwar nicht aus einem phantastischen und nicht aus einem von uns speziell geschaffenen Menschenmaterial, sondern aus dem Material, das uns der Kapitalismus als Erbteil hinterlassen hat. Das ist sehr "schwer", wer will es leugnen, aber jedes andere Herangehen an diese Aufgabe ist so wenig ernst, dass es gar nicht lohnt, davon zu reden."Vgl. Lenin: Der "linke Radikalismus", die Kinderkrankheit im Kommunismus, aus Leninwerke Band 31, S35


Für uns heißt das, wir müssen zu den Menschen gehen, müssen mit ihnen um ihre grundlegenden Interessen kämpfen. In diesen Kämpfen müssen Erfolge erarbeitet werden. Dies setzt aber realistische Ziele voraus, ohne eine realistische Zielsetzung organisieren wir nur Misserfolge und treiben die Menschen in die Hände von autoritären Heilspredigern, welche den Menschen vorgaukeln ihnen eine "starke Identität" und Sicherheit geben zu können. Darum ist es für unsere emanzipatorische Arbeit wichtig nicht nur von den großen Zielen zu sprechen sondern auch realistische Zwischenziele zu formulieren, ohne die großen Ziele aus dem Auge zu verlieren. Es braucht viele kleine quantitative Schritte - um zum großen qualitativen Sprung erfolgreich ansetzen zu können. Es gilt eine optimistische, emanzipatorische Stimmung in die Gesellschaft zu tragen, um sie nachhaltig zu demokratisieren.


Beste Grüße aus Münster

Uwe K. Dresner



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