Direkte Demokratie

04.12.13
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von G.Karfeld

Der Artikel, Die Befreiung der Arbeit“ von Ro- man Danyluk via Direkte Aktion, ist eine, wie er selbst schreibt, kritische historische Betrach- tung der Räte und Selbstverwaltung.

Wenn man schon die Historie bemüht, sollte die heutige Situation der Ausgangspunkt sein.

Von diesem Ausgangspunkt betrachtet, muss man feststellen, wir leben im Kapitalismus und dieser dominiert global, folglich sind alle Versuche andere Gesellschaftsformen durchzu- setzen, historisch betrachtet, zu mindestens in neuerer Zeit, bisweilen gescheitert. Das Scheitern ist also ein generelles Problem und kein spezifisch rätedemokratisches.

Ob aus diesen vergangenen Scheitern, für die heutige Situation sehr viel Lehren gezo- gen werden können, bezweifle. Zu unterschiedlich waren die Zeiten und gesellschaftli- chen Verhältnisse, regional wie global gesehen. Was gestern richtig war kann heute falsch sein und umgekehrt. Wie man so schön sagt man muss das Richtige zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort tun.

Historisch betrachtet, kann man aber sagen, Krisenzeiten sind Zeiten gesellschaftlicher Umbrüche und Krisenzeiten haben wir.
Es ist ein immer wiederkehrendes Muster linker Diskussion, man beschäftigt sich mehr mit der Vergangenheit als mit der Zukunft. Diese rückwärts gerichtete Herangehens- weise leitet schon den ersten Rückschritt ein.

Komme ich persönlich zu dem Schluß, dass das Ziel, direkte Demokratie nicht durchsetz- bar oder verwirklichbar ist, erübrigt es sich, es weiter zu verfolgen. Bin ich dagegen überzeugt von der direkten Demokratie als demokratisches Gesellschaftssystem dann macht es wiederum keinen Sinn das Scheitern der Vergangenheit in den Mittelpunkt zu stellen. Das ist destruktiv im Sinne ein Schritt vor, zwei zurück.

Ein Grund, dass ich die direkte Demokratie für das ideale Gesellschaftssystem halte, ist einfach und schnell erklärt.

Unsere Gesellschaft ist geprägt von einer intensiven Arbeitsteilung. Diese Arbeitsteilung ist es, die, die Existenz der moderne Zivilisation ermöglicht, der Einzelne spielt eine sehr untergeordnete Rolle, mag er sich auch für noch so wichtig halten. Sieht man einmal von den massenpsychologischen Phänomenen ab und beschränkt sich auf die reine Funktionalität, so läßt sich sagen, auch die großen Namen kommen und gehen ohne, dass es zu wahrnehmbaren Störungen im gesellschaftlichen Miteinander kommt und wenn es zu Störungen kommt, sind die Verursacher in der Regel diese angeblich großen Namen. Hitler war zu Zeiten seiner Herrschaft ein großer Name, der Führer, doch was hat er hinterlassen. Damit eine Gesellschaft funktioniert, braucht es also keine großen Namen, keine Herrschaft.

Wenn es die gemeinschaftliche Arbeitsteilung ist, die uns Wohlstand ermöglicht, dann sollten auch alle am Wohlstand teilhaben können und das ist nur möglich, indem sie in direkter Entscheidung die gesellschaftlichen Belange mitbestimmen können, also in direkter Demokratie.

Dass dies keine einfache Aufgabe ist, dass beweist die Historie sehr viel mehr nicht. Wie direkte Demokratie heute durchsetzbar ist, das kann uns die Vergangenheit nicht mittei- len, da müssen wir schon selbst, gemeinschaftlich aktiv und kreativ werden. Vor allem Mitmenschen von dieser Idee überzeugen und dies gelingt schlecht, in dem man sich hauptsächlich mit dem Scheitern in der Vergangenheit beschäftigt.
Wer die Zukunft gestalten will, darf nicht ständig zurück blicken, sondern muss den Blick nach vorne richten.

In diesem Sinne,
alle macht den Räten!


VON: G.KARFELD


Die Befreiung der Arbeit - 30-11-13 20:40




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