Sommerinfo Projekt3kw

01.08.15
DebatteDebatte, News 

 

Liebe LeserInnen,

ich möchte Dir/Ihnen ein wenig Lektüre in den verdienten
Urlaubsmonat mitgeben und verweise auf untenstehende
neuere Beiträge auf meinem Blog
https://projekt3kw.wordpress.com/

Herzliche solidarische Sommergrüße
Karl Wild

Cuba SI!
Gedanken zum letzten und größten “Bollwerk” des „westlichen“ Sozialismus

Die kubanische Revolution von 1959 ist in die Jahre gekommen und lebendig wie eh und je. Ihr “maximo leader” Fidel Castro Ruiz hat die Verantwortung für die Revolution seinem kaum jüngeren Bruder Raul übertragen. Und dieser erreicht, was undenkbar schien – die Aussöhnung mit den USA des Barak Obama.
Warum die Revolution trotz Wegfall des RGW und der “Korrekturperiode”, trotz “Dollarisierung” und internationalem Tourismus, von der Blockadepolitik ganz abgesehen, sich am Leben hielt, verwundert nur den, der die kubanische Revolution für “kommunistisch” hält. Fidel Castro und seine Mitstreiter waren ursprünglich keine “Kommunisten”, sondern Patrioten und glühende Nationalisten und das Motto der Revolution ist nicht umsonst “patria o muerte”. “Kommunistisch” wurde die Revolution nur in dem Maße, wie die feindliche Hegemonialmacht USA Cuba mit dem Feind Sowjetunion gleichsetzte ... weiterlesen
https://projekt3kw.wordpress.com/2015/07/19/cuba-si/

 

Die neuen Dimensionen des Krieges
Zu den kriegerischen Auseinandersetzungen im 21. Jahrhundert

Noch ist das neue Jahrhundert erst fünfzehn Jahre alt und doch sind die zum Ende des 20. Jahrhunderts begonnenen Trends einer neuen Art des Krieges allgegenwärtig. Bereits die letzte Phase des Kalten Krieges, eingeleitet durch den von den USA 1975 endgültig verlorenen Vietnam-Krieg, war gekennzeichnet durch sog. low intensity wars, bei dem Aufständische einen Klein- oder Guerillakrieg gegen ihre zumeist militärisch überlegene Staatsmacht führten. Beide Seiten des jeweiligen Konflikts wurden von den feindlich gesonnenen “Supermächten” finanziell und militärisch unterstützt. Nur im Sonderfall Afghanistan intervenierte die Sowjetunion mit starken eigenen Truppenverbänden zugunsten der revolutionären Regierung, während die USA die einheimischen afghanischen Aufständischen und ihre vielen “privaten” internationalen Helfer aufrüstete. ... weiterlesen
https://projekt3kw.wordpress.com/2015/06/30/die-neue-dimensionen-des-krieges/


Aufstieg und Fall des "Empire"
Die Rückkehr zum alten Imperialismus im 21. Jahrhundert


Die Herausbildung des namensgebenden englischen Weltreiches, des „Empire“, vollzog sich in einem Jahrhunderte währenden Prozess zuerst in Konkurrenz zu Spanien, Portugal und dann zu den Niederlande, Frankreich und Deutschland. Der Niedergang ging dafür um so schneller. Der Aufstieg der USA und der Zerfall des Kolonialreiches umfasste nur Jahrzehnte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, wenngleich der imperiale Anspruch GB ungebrochen ist. ... weiterlesen
https://projekt3kw.wordpress.com/2015/06/30/aufstieg-und-fall-des-empire/


"Totgesagte leben länger"
Über die Wiederkehr von Arbeiterbewegung und Marxismus


Zu Beginn des 21. Jahrhunderts – angesichts von Globalisierung des Reichtums und der Armut, von wirtschaftlichem Erfolg und zunehmender Verelendung, von Staatskrisen und Kriegszonen – nimmt, kaum reflektiert von den deutschen Medien, der traditionelle Kampf vieler Berufsgruppen der Lohnabhängigen selbst in einem Land, das stolz auf seine „Sozialpartnerschaft“ ist, um Lohnerhöhung und gesellschaftlicher Anerkennung drastisch zu. Neue Gewerkschaften, die „neue“ Sparten vertreten, streiken vermehrt zum Entsetzen der politischen Eliten und auf allen Ebenen der Gesellschaft wird unternehmerisches und staatliches Handeln, zwar meist noch vergebens, in Frage gestellt. ... weiterlesen
https://projekt3kw.wordpress.com/2015/05/28/totgesagte-leben-lager/


Krise oder Boom?
Überlegungen zu den immer wiederkehrenden Verwerfungen in der „Marktwirtschaft“

I. Historischer Abriss
Karl Marx*) hat nach weitverbreiteter Meinung kein geschlossenes Konzept zu den Krisen der kapitalistischen Produktionsweise vorgelegt, aber betont, dass Krisen, zyklische wie strukturelle, zum „Wesen“ der bürgerlichen Gesellschaft gehören und dem Widerspruch zwischen gesellschaftlicher Produktion und privater Aneignung geschuldet sind. Der letzte Grund für die latent vorhandene und immer wieder plötzlich ausbrechende Krise ist in der beschränkten Konsumkraft der ausgebeuteten Massen (Unterkonsumtionskrise) zu suchen bzw., die andere Seite der gleichen Medaille, in der durch die fortlaufende Steigerung der Produktivkräfte entstehende Überfüllung der Märkte (Überproduktionskrise). Die Akkumulation des Kapitals gerät ins Stocken, soweit stimmt mensch überein. ... weiterlesen
https://projekt3kw.wordpress.com/2015/05/13/krise-oder-boom-2/


Befreiung, Niederlage oder Neuanfang
Zum Kriegsende 1945 und dessen Bedeutung heute

Nach der Befreiung Europas aus tiefster Barbarei bei Kriegsende, dessen 70. Jahrestag 2015 begangen wird, war die Hoffnung der Völker groß, dass eine Periode des Friedens und der Völkerverständigung bevorstand. Doch die Hoffnung trog und der Kalte Krieg begann – die durch den Großen Krieg nur vordergründig überdeckte Systemauseinandersetzung zwischen dem Kapitalismus des Westens und dem sog. Kommunismus der Sowjetunion. Mit dem Ende des Kalten Krieges durch die Kapitulation des sowjetischen Blocks und der Ausrufung des “Endes der Geschichte” der Klassenkämpfe trat die Welt nicht in eine neue Periode des Ausgleichs und des Friedens ein, sondern im Gegenteil die Menschheit steht vor einem tiefen Abgrund. ... weiterlesen
https://projekt3kw.wordpress.com/2015/05/08/befreiung-niederlage-oder-neuanfang/


Auf meinem Blog "Notizen vom Kriege"(Kriegstagebücher 2003-1015) finden Sie meine Aufbereitung der
hiesigen Berichterstattung. Leseprobe:

Sonntag, 05. Juli 20015

Diese schon als denkwürdig bezeichnete Woche der hektischen Bemühungen, der Drohungen und die von der politischen dominierenden Klasse praktizierte „Einmischung in die inneren Angelegenheiten“ Griechenlands endete mit einem Paukenschlag. Das sonntägliche Referendum, wobei Einigkeit darüber herrschte, dass mensch uneinig ist, worüber die griechischen WählerInnen abzustimmen hätten, zeigte einducksvoll das „Tsipras-Lager“ mit 61 zu 39 vorn und hinterläßt in „Europa“, zu dem Griechenland nur mehr bedingt gehört, tiefe Ratlosigkeit.
Die einen freuen sich ganz offen, dass nun der „GREXIT“ endlich feststeht, die anderen suchen nach einem Ausweg aus dem Dilemma. Die Tragödie, die Züge der klassischen griechischen Kömödie annimmt, ist in Griechenland selbst Anlass zum Feiern, wo doch der „Wahnsinn“(n-tv.de) sein Zepter schwingt und Gottvater Zeus von konträren Positionen als Zeuge vereinnahmt wird (so in der Talk-Runde bei Jauch, ARD).

Die anderen Themen der „großen“ und kleinen Politik müssen scheinbar warten – und in der Tat gibt es nun einmal in der Menschengeschichte markante Wendepunkte, die ein bestimmtes Datum tragen. So der 9. November, nine-eleven oder nun, dies scheint erstmals so, der 05. Juli in diesen Jahr 2015. Das Volk, der „große Lümmel“, wie es in der frühbürgerlichen Zeit hieß, begehrt ganz offensichtlich in Griechenland auf und weckt panische Ängste und naive Zuversicht.
Sei eine Prognose gewagt: Die Krise Griechenlands wird zur Krise der EU und damit zur Krise an den „Märkten“, an den Börsen. Wenn es ans Geld geht, hört bekanntlich der Spaß auf und ist Schluss mit lustig. Die leidgeprüften GriechInnen werden nicht alleine bleiben!

Nebensächliches

Was vor hundert und mehr Jahren im damaligen “Schutzgebiet” Deutsch-Südwestafrika geschah, ist weder einmalig noch für Generationen besonders erwähnenswert. Zum Jahrestag des Endes der deutschen Kolonialgeschichte im Süden Afrikas am 09. Juli 1915 – genauer der Kapitulation der isolierten “Schutztruppe” vor den neuen Herren aus der Südafrikanischen Union während des Ersten Weltkrieges – erinnern sich die heutigen NamibierInnen wie manche Chronisten daran, dass das so gern als gutes Beispiel dargestellte Wirken des kaiserlichen Deutschlands in Schwarzafrika alles andere als vorbildlich war.

Kolonialgräuel gab es vor den Ereignissen von 1904-8 und danach. Darum geht es hier aber nicht. Mit dem “Völkermord” an den aufständischen Einheimischen Herero und Nama gegen ihre Unterjochung, bei dem mehr als 100.000 Menschen brutalst ermordet wurden und die Überlebenden der Massaker versklavt wurden, begann das sich so modern dünkende 20.Jahrhundert. Während der “Friedenszeit” wurde bewußt vom deutschen Helden, General von Trotha, dessen Geschlecht über Jahrhunderte Militärs hervorbrachte, vorweggenommen, was vom “Völkermord” an den Armeniern über den Holocaust bis hin zu My Lai und Srebreniza im letzten Jahrhundert – all den janusköpfigen “Fortschritt” begleitend – so zum tatsächlichen Vorbild für unser junges 21.Jahrhundert wird. Gewalt und Terror. Siehe z.B. die Lage der kurdischen Yesiden.

Warum Völkermord in Anführungszeichen? Weder die BR Deutschland noch die Türkei erkennen offiziell bis heute die Taten ihrer Vorläuferstaaten als das an, was sie waren.

Montag, 13. Juli 2015, 10.00 Uhr(!)

Die seit Wochen anhaltenden und sich für alle Beteiligten erschöpfenden Dauerberatungen in dem unpraktischen Geflecht von Institutionen, deren Aufgabe es ist, durch die gewollte Agonie Griechenlands auf unbestimmte Zeit den Abschreckenseffekt gegen die Feinde der neoliberalen „Ordnung“ in Gesamteuropa permanent zu steigern, um den vorauseilenden Gehorsam gegenüber IWF, EZB, EU-Kommission und Euro-Gruppe zu erhalten und die „Extremisten“ zu demütigen, schritt und schreitet von „Höhepunkt“ zu Höhepunkt. Als Zweiteffekt geht es um die möglichst optimale Abschöpfung potenzieller Gewinne an den „Märkten“, sprich den Börsen, wo die „big players“ es verstehen, auf Kosten des Gemeinwohls der kleinen AnlegerInnen und SparerInnen auch trefflich an jedem Crash zu „verdienen“. *)

Die von höchster Stelle im „Empire“, dem US-amerikanischen Generalstabschef, erklärten Primärfeinde Russland und China treffen sich, kaum registriert, im russischen Ufa mit den den G-20 Staaten; in Wien geht die Runde der 5+1 zur iranischen Atomabrüstung in die entscheidende Phase, was vor allem Israel interessiert, da im Atomprogamm des Iran die größte Gefahr gesehen wird; in der „Levante“ steigert sich fortlaufend das Gemetzel, wie auch im Jemen, im Maghreb, neuerdings auch wieder in Ägypten, Flüchtlinge und damit neue EU-BürgerInnen millionenfach produzierend – in der Ostukraine wie auf dem Balkan wachsen die Spannungen, und der „Hoffungsträger“, unsere „Wertegemeinschaft EU“ (Angela Merkel) hat nicht besseres zu tun, als sich selbst zu zerfleischen. Der IS gründet derweil neue Sektionen am Fließband, von Mittelasien, Afghanistan, dem Kaukasus, Gaza … bis hin zum Kosovo!
Doch zurück zum „Brennpunkt“ griechischer Schuldenbewältigung: Nach 17 Stunden Verhandlungsmarathon der Euro-Gruppe traten um 9:00 Uhr die Herren Juncker(EU-Kommission), Tusk(EU-Ratspräsident) und Dijsselbloem(Euro-Gruppe) in Brüssel zur Pressekonferenz an und erklärten den vollständigen Sieg der „Guten“. Alexis Tsipras, der PM Griechenlands, versuchte in seinem Statement darzulegen, dass jetzt um die „gerechte“ Verteilung der Lasten der Kampf im „Minenfeld“ (Tsipras im Parlament vor der Abreise nach Brüssel) eröffnet sei. Insbesondere ein vereinbarter Treuhandfonds, siehe Aneignung der DDR!, der die Sahnestücke des Staatsbesitzes zu versilbern hat, dürfte den GriechInnen schwer zu vermittels sein, wenngleich immerhin 25 Prozent der Privatisierungserlöse in den Staatshaushalt fließen sollen. We will see!

PS: In den lezten Tagen erwähnten diverse dt. Reporter en passant einen Plan „Nemesis“, der von den Sicherheitskräften Griechenlands im Falle von „sozialen Unruhen“ ausgearbeitet vorliege. Honi soit qui mal y pense.

*) Zeitgleich mit der Verschärfung der griech. Kreditkrise gerieten die chinesischen Aktienbörsen ins Trudeln(~30Prozent), denn der abwertende Euro belastet die chinesischen Exporte, da der Yuan an den aufwertenden US-$ gebunden ist, und die Verwerfungen spiegeln sich wieder in einem Plus des DAX von ~81Prozent seit Beantragung des ersten Hilfspakets von Griechenland vor genau fünf Jahren, während die griechische Börse ~57 Prozent verliert. Wie gesagt, die Geier kreisen.

Sonntag, 19.Juli 2015

Drei Wochen der permanenten Konferenz wie nach einem Kriegsausbruch liegen hinter uns – historisches Referendum mit unerwünschen Ausgang, Bankenschließung, Kampf jede/r gegen jeden/n, Brüsseler Sitzungsmarathon, aufgeregtes Telefonieren, Tsipras als doppelt verwunschener Held in einer klassischen griechischen Komödie, die zugleich Tragödie werden kann, dann das Happy End:

EZB, ESM und vielleicht auch der IWF versprechen bei Untertänigkeit zig Milliarden weitere „Hilfen“, wenn denn das griechische Parlament „ernsthaft“ und „nachhaltig“ von sich aus „überzeugend“ die richtig „schmerzhaften Reformen“ per Gesetzeskraft beschließt, was Mittwoch geschieht und Freitag zum „Ermächtigungsbeschluss“ um deutschen Bundestag wird, indem unsere Regierung in Gestalt der „eisernen“ Kanzlerin und des „Schurken“ Schäuble beauftragt wird, mit 421 gegen 60 Stimmen aus den Reihen der Union selber, die den sofortigen GREXIT wünschen, nun mit dem „Griechen“ in Verhandlungen einzutreten.
Die Abwendung der Staatspleite kostet in der nächsten Woche der EZB schlappe 900 Mio und der EU wohl an die weiteren 6,4 Mrd tatsächliches Geld, damit Griechenland seine Außenstände bedienen kann. Ein Nullsummenspiel. Was zählt, die Banken sollen ab Montag wieder unter Kontrollen eröffnen – der Boden des Abgrunds wird ertastet. Varoufakis, Staatsschauspieler und ehemaliger Finanzminister, der Europa das Fürchten lehrte, hat schon eine neue Rolle als intellektuelles Sprachrohr der Syriza-Rebellen gefunden, während nun Tsipras zum Staatsmann für ein paar Stunden von der „Wertegemeinschaft“ aufgebaut wird. Die spannenden Fragen der Journaille – muss Tsipras dieses Jahr Neuwahlen auschreiben; bleibt er der beliebteste griechische PM aller Zeiten; überlebt der Euro; wie teuer kommt es dem deutschen Steuerzahler; kommt die große Krise – warten der kommenden Dinge.
Neben der Bewältigung der Griechenlandkrise, DER Aufgabe der politischen Klasse, konnte, wer noch Zeit und Nerven fand, auch andere „Brennpunkte“ einer aus den Fugen geratenen Welt medial bestaunen.

Japans nationalistischer PM Abe läßt das Parlament die Verfassung brechen und erklärt das Pazifismusgebot gegen Massenproteste für beendet, da nun kommende Kriegseinsätze vorzubereiten seien. In Wien gelingt die hististorische Aussöhnung zwischen den USA und dem Iran bei den Atomverhandlungen zum Entsetzen Israels. Die USA eröffnen ihre Botschaft in Havanna und die Erwartung und der Freudentaumel der CubanerInnen erreicht die Ausmaße des November 1989. China, Indien und Russland rücken auf dem BRIICS-Gipfel in Ufa näher zusammen und schaffen Strukturen jenseits des IWF, während ihre Aufrüstung immer mehr an beängstigtem Tempo gewinnt. Millionen Flüchtlinge stehen an den Außengrenzen der EU wie der wohlhabenden Staaten Asiens und Amerikas, was zumindest die EU hoffnungslos „überfordert“ und den „Mob“ zu Gewaltaten animiert. Der Krieg um die (Ost-)Ukraine findet schlicht und einfach auf kleiner Flamme weiterhin staat, während die „Bedrohung der Menschheit“, der IS, trotz vielfältigem Engagement der „Weltgemeinschaft“ voranschreitet, mit einfallsreichen Attentaten bis hin zur offenen Feldschlacht. Nichts Neues also!

PS: Der persönlich erlebte Wahnsinn darf auch nicht zu kurz kommen. Mittwochs erfuhr ich schriftlich, dass ich noch unbestimmte Zeit auf meine seit langem angestrebte Reha zu warten hätte, da meine Unterlagen von dem „unabhängigen“ privaten Medizinischen Dienst ordnungsgemäß zu prüfen wären, entgegen aller mündlichen Zusicherungen. Ich habe also weiter die Muse, die Zeitläufe uneingeschränkt zu beobachten!
PS-II: Am Mittwoch ist der Tag der „Wahrheit“: Das griechisch Parlament soll den nationalen Ausverkauf per „Treuhandgesellschaft“ beschließen, damit nicht nur Warren Buffett und Schaupspielstar Johnny Depp zu ihrer eigenem Stück Griechenland kommen, wie einst der große Anthonny Quinn auf Rhodos. You are welcome!

Sonntag, 26. Juli 2015

Das griechische Drama geht nach drei Wochen Bankenschließung ab Montag mit den erzwungenenen Verhandlungen (IWF, EZB, ESM und Kommission) über ein neues “Hilfspaket” in eine “entscheidende” Phase. Nun denn.*)

Von wegweisender Bedeutung für den weiteren Kriegsverlauf im Nahen und Mittleren Osten dürfte nach dem Anschlag des IS im türkischen Sucur – gegen jugendliche Brigadisten für Kobani und der prompten Vergeltung der PKK an zwei türkischen Polizisten – der offene “Kurswechsel” der Türkei sein, nun direkt Krieg zu führen gegen alle Terroristen: dem lange geduldeten IS, der in Waffenstillstand befindlichen kurdischen PKK und den einheimischen Linksextremisten im Untergrund. Die Türkei bombt syrisches Gebiet, Lager der PKK im Nord-Irak, marschiert an der Grenze auf und setzt tausende Sicherheitskräfte in landesweiten Razzien ein,während Trauermärsche für die vom IS ermordeten Jugendlichen in Sucur verboten und zerschlagen werden. Allseitig, so vom US-Präsidenten Obama, wird dem türkischen Präsidenten und seinem Übergangskabinett gedankt, zumal auch der strategische Luftwaffenstützpunkt von Incirlik nun der Anti-IS-Koalition zur Nutzung frei gegeben ist.
Innenpolitisch – spiegelbildlich – verschärfen sich angesichts der Wanderungsbewegungen in die EU und speziell nach Deutschland die Auseinandersetzungen in der “Flüchtlingsfrage” und aus Sorge um die aufgebrachten BürgerInnen wird die Teilung in “gute” und “schlechte” Zuwanderung offensiv von der CSU und interessierten Kreisen voran getrieben. Der Sommer, Zeit der verdienten Entspannung und Erholung, fällt diesmal aus, siehe enger Zeitplan zur “Lösung” der “Griechenfrage”!

*) PM Tsipras festigt trotz der eingestandenen schweren Niederlage vor dem Parlament seine Position und Medienjongleur Varoufakis will eine fortschrittliche europ. Allianz für eine neue Politik und zur Rettung des Euro schmieden. Eine Griechin zur Stimmung: “Alexis ist der erste griechische PM, der sich bei seinem Volk entschuldigt.”(n-tv.de)
Für historisch Bewanderte meinerseits ein weiterer – unzulässiger – Vergleich zur Lage in Griechenland:
Nach mehrjährigem ergebnislosen blutigen Krieg an der Ostfront des Ersten Weltkrieges und dem Friedensdekret vom Oktober 1917 erzwang das dt. Kaiserreich in den Verhandlungen von Brest-Litowsk die Annexion weiter Gebiete des russischen Reiches von den Bolschewiki, die darüber fast untergingen. Lenin rettete den trügerischen “Frieden” mit einem teuren, einkalkulierten Preis, dem Bürgerkrieg – die Niederlage Deutschlands und die kommende Weltrevolution im Blick – und Trotzki war der widerwillige Unterhändler; Stalin der lachende Dritte! Ähnlichkeiten mit den beiden Hauptakteuren Tsipras und Varoufakis und der fünfjährigen Troika-Herrschaft sind rein zufällig. Wer aber gibt den Stalin?







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