Asyl ist Menschenrecht...


Bildmontage: HF

16.12.16
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Von René Lindenau

möchte man meinen – nicht aber in deutschen Breitengraden ist zu fürchten.

So verlogen, inhuman und heuchlerisch wie amtierende Regierungspolitiker von der SPD bis hin zur Union, insbesondere der CSU sind, machten sie den 14. Dezember 2016 zum schwarzen Tag, indem sie mit der Abschiebung von afghanischen Kriegsflüchtlingen begannen. Menschen die Schutz suchend in Deutschland ihrem von Krieg und Terror zerrütteten und zerstörten Land entkamen und deren Alltag noch immer von Krieg und Terror geprägt ist, werden von an dorthin abgeschoben: Afghanistan gilt als sicheres Herkunftsland!?

Unter Juristen nennt man das wohl Beihilfe zum Mord! Es ist alles so unfassbar, macht wütend und traurig. Dabei könnten sie es besser wissen, sollten sie und sie wissen es auch, was die Sache noch schlimmer macht: Man handelt wider besseren Wissens. Aus billigen wie niedrigen Motiven heraus - bezahlen müssen die hier Abgeschobenen - in der nach vor nicht still gelegten Blutmühle Afghanistan. Man kann es nicht oft genug betonen, die Sicherheitslage dieses Landes hat sich bis heute nicht verbessert, der Eingriff der unheiligen Militärallianz u.a.von NATO-Armeen hat die Situation eher verschärft. Dies berichteten vielfach zahlreiche Hilfsorganisationen. Wenn bei ihren Projekten Militär aufkreuzte animierte das erst Recht die TALIBAN zu ihren abscheulichen Zerstörungswerken.

In dieser Situation freut sich der bayerische Innenminister, denn acht abgeschobene Afghanen durfte Joachim Herrmann (CSU) “abbuchen“. Sein Ministerpräsident, Horst Seehofer (CSU) erwartet und freut sich auf mehr solcher Abschiebungen. Zu anderer Zeit nannte man das „judenfrei“, heute strebt man offensichtlich ein „afghanenfrei“ an. Hundefreunde sind natürlich ausgenommen, die gelten in dieser Gesellschaft eher mehr als der - MENSCH -.

Was da geschieht ist nicht nur unter humanitären Gesichtspunkten indiskutabel, sondern jeder christliche Blickwinkel ist da vollends verloren gegangen. Er wurde auf dem Altar der Macht geopfert - aus Angst vor der zunehmend rechtsradikal auftretenden Partei AfD – und zehn Tage vor Weihnachten auf ihren völkisch beobachteten Gabentisch gelegt. Schon einmal glaubten Konservative daran, wovon man heute auch die SPD bei deren schäbigen Anteil an den Asylrechtsverschärfungen nicht ausnehmen darf, wenn sie nur die Forderungen von Rechtsradikalen erfüllten, könnten sie sie beherrschen. Am Ende herrschten aber sie, die Nazis.

Mit ein bisschen politischer Bildung wüsste man das. Historische Bildung wäre gerade hier auch geboten. Sie würde geschichtsvergessene Entscheidungen vielleicht nicht immer verhindern, sie jedoch erschweren.

Maßgebend verantwortlich für diese Abschiebungen ist heute der Bundesinnenminister, den Doktor lasse ich mal weg, denn der ist vielleicht genauso falsch wie sein christlicher Glaube, Thomas de Maizière (CDU). Er stammt aus einer Hugenottenfamilie die im 17. Jahrhundert vor der Verfolgung durch französische Behörden aus Metz nach Brandenburg floh. Mit seiner Familie kamen auf Grundlage des Potsdamer Toleranzedikts (erlassen von Friedrich Wilhelm von Brandenburg, 1865) ca. 20.000 Menschen nach Brandenburg, die erheblich zur wirtschaftlichen Stärkung des Landes beitrugen. Haben Herr Minister da seine eigene Flüchtlingsgeschichte vergessen? Kein Wunder, das man angesichts dessen, seinen König wieder haben will. Denn der brandenburgische Kurfürst stand zumindest für eine kluge, solidarische und vor allem für eine tolerante Flüchtlingspolitik, die das Überleben der Familie de Maizière sicherte und der Bundesrepublik einen Abschiebe-Minister bescherte. Ist Frankreich heute eigentlich ein sicheres Herkunftsland...?

Cottbus, den 16.12. 2016 René Lindenau







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