Notizen vom Kriege


Bildmontage: HF

01.12.16
DebatteDebatte, Internationales, TopNews 

 

Von Karl Wild

Kriegstagebuch, November 2016

Nun hat er sie gewonnen die Präsidentenwahl in den USA, der duchwegs geschmähte D. Trump, zum Entsetzen der politischen korrekten Klasse und zur Freude aller "Rechten" und "Autokraten" dieser Welt. Die neolibaral-reaktionäre Meute befürchtet das Schlimmste, die Börsen und der US-$ steigen dafür kräftig. Es gibt halt doch eine Alternative zum Mainstream – we shall see!

Zu Monatsanfang gab es mal eine Hintergrundinformation. Der Kampf gegen die Taliban und den IS hat dieses Jahr bereits 5.523 afghanische Soldaten das Leben gekostet. Zurzeit befänden sich nur etwa 63 Prozent des Landes unter Kontrolle der Regierungstruppen. Auch die Zivilbevölkerung leidet stark: Die Vereinten Nationen zählen etwa 2.500 umgekommene Zivilisten. (siehe FAZ.de) Und das Sterben in Afghanistan geht munter weiter. Bei einem Luftangriff der NATO in der Provinz Kundus sterben mindestens 24 Zivilisten. (tagesschau.de, 03.11.16)) Und am 11. dringen "trotz schärfster Sicherheitsvorkehrungen" (n-tv.de) mehrere Angreifer auf das Gelände des deutschen Generalkonsulats im nordafghanischen Masar-iScharif vor, das geschlossen werden muss. Tags darau f sterben vier US-Amerikaner in ihrem Hauptquartier in Bagram bei Kabul und dutzende Schiiten bei einem Anschlag des IS im Südwesten von Pakistan. Von den täglichen Mordshandlungen der Dschihadisten in Afghanistan wird am 21. von einem Selbstmordanschlag auf eine schiitische Moschee in Kabul berichtet, gleichzeitig wird die Rückführung von 12.500 Flüchtlingen aus Europa vereinbart, da afghanische Städte doch sicher seien.

Nähern wir uns der Hauptfront, und die verläuft incl. der Kurdengebiete südlich der Türkei. Seit dem Ende des Waffenstillstandes im Julu 2015 "wurden mehr als 600 Mitglieder der Sicherheitskräfte und mehr als 7.000 PKK-Kämpfer getötet." (FAZ.de, Anfang Nov.)) Unsere Medien interessirt aber mehr der Kampf um drei Großstädte: Aleppo, Raqqa und Mossul. Voller Neid und Hass ("gigantischer Friedhof", n-tv.de)) wird der Vormarsch der syrischen Truppen und ihrer russischen und iranischen Unterstützer in Aleppo ausführlich kommentiert, auch die IS-Stadt Raqqa ist auf der Agenda von kurdischer und russischer Seite, wobei auch Erdogan seine Ansprüche anmeldet. Unser Kampf des Westens ist der um Mossul – das nahe Ende des IS wird vielstimmig verkündet. Dieser verstärkt seine Attentatsstrategie. So sterben beim Angriff am 5. auf einen Flüchtlingskonvoi im Irak mindestens 26 Menschen, am 14. im Südirak fern der Front viele Unbeteiligte , im befreiten Falludscha reißt am 17. "ein Selbstmordattentäter auf einer Hochzeit Dutzende Menschen in den Tod.". (n-tv.de) 70 Businsassen und Pilger aus dem Iran sterben südlich von Bagdad an einer Tankstelle. (n-tv, 26.11.16) Dass der IS weiterhin über lonely wolvesverfügt, zeigt ein Atttentat Ende des Monats an der Ohio State University. Elf Menschen werden verletzt.

Ein paar Splitter aus Nebenkriegsschauplätzen. Die Islamistengruppe Abu Sayyaf entführt im südchinesischen Meer einen 70-jährigen deutschen Segler und tötet seine Partnerin. Bei einem Angriff auf einen Konvoi der Uno-Friedenstruppe am 7. in Mali kommen mindestens ein Soldat und zwei Zivilisten ums Leben. Zudem wurden sieben Soldaten Togos verletzt. Spiegel-online bringt am 14. November die Nachricht, dass im Westen Burmas mindestens 25 Menschen sterben.

" Seit Wochen erschüttern Unruhen zwischen Buddhisten und muslimischen Rohingya die Region." Bei einem Autobombenanschlag Ende des Monats auf einem Markt in der somalischen Hauptstadt Mogadischu werden mindestens zehn Menschen getötet. (ebda.) In Israel müssen wegen "verheerender Feuer" zehntausende Menschen ihre Häuser verlassen. Die Polizei geht von Brandstiftung durch nationalistische Palästinenser aus. (Zeit-online) Die Intifada 3.0 hat viele Gesichter!

Zum bösen Ende noch dies: "Die Schere zwischen Arm und Reich im Land geht weiter auseinander. ... Demnach erhöhte sich die Zahl der Dollar-Millionäre in Deutschland von Mitte 2015 bis Mitte 2016 um 44.000 auf rund 1,6 Millionen. Der Club der Superreichen, die ein Vermögen von mindestens 30 Millionen Dollar haben, vergrößerte sich um 500 auf nun 6.100 Mitglieder.". (n-rv.de) In den USA kommen nun mit Trump, der ganz Oligarch mit dem erfolgreichen Putin ins Geschäft kommen will, um den IS zu vernichten, die Milliardäre selbst an die Macht; eine Gehilfin der Wallstreet wie Clinton findet so ihren Meister. Große Zeiten werfen ihren langen Schatten!


Hintergrund: Neuer Anlauf zum Frieden in Kolumbien

Seit Anfang der 60er Jahre, nahtlos im Anschluss an die "violencia"-Periode der weißen "Demokratie", kämpfte in Kolumbien eine Guerilla für die kleinen Bauern gegen die Staatsmacht, die Großgrundbesitzer und die Todesschwadronen der Drogenmafia*) mit nicht immer lauteren Mitteln (Geiselnahmen und Schutz der Koka-Bauern gegen Cash). Millionen sind im eigenen Land Vertriebene, Hundertttausende starben nicht zuletzt durh einen unbescheiblichen Terror. Jahrelang verhandelte nun die größte Guerillaorganisation FARC mit der Regierung unter cubanischer Vermittlung und nachdem ein Referendum zur Annahme des Friedensvertrages kläglich scheiterte, da die alten Kräfte um Ex-Präsident Uribe die FARC weiterhin vernichten wollen, wurde nun ein überarbeiteter Vertrag am 30. vom Parlament gebilligt. Präsident Satos erhält nun zurecht am 10.12. den Friedensnobelpreis. Was wird aus dem kommunistischen Widerstand im Land? Schwere Zeiten für die Linken und für die Vertreter*innen des Volkes. Allein in letzter Zeit wurden über 200 Aktivsten von "Unbekanten" ermordet oder verschleppt. Die Fortsetzung der"violencia" droht dem gespaltenem kolumbianischen Volk.

*) Kolumbien ist der große Drogenlieferant der USA, die seit zwei Jahrzehnten das Land mit einem Anti-Drogen-Krieg zusätzlich destabilisieren. Nirgends ist ein Mord so billig zu kaufen und zählt ein Leben nichts. Die blutigen Drogenmillionen finanzieren wiederum die Ausrotungspolitik der Todesschwadrone gegen die mutige Zivilgesellschaf, zu der die FARC sich nun zählt.

https://projekt3kw.wordpress.com/kriegstagebucher/notizen-2016







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