Klassenbewusstsein und Arbeiterklasse

07.01.18
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Von Reinhold Schramm

Bemerkungen zum Klassenbewusstsein der “Arbeiterklasse“

Es gibt keine spontan übergreifende Entwicklung des Massenbewusstseins der Angehörigen der internationalen Arbeiterklasse. Es gibt keine von der vorausgegangenen historischen Entwicklung unabhängige Übereinstimmung des internationalen Klassenbewusstseins. So auch heute nicht bei der  Entwicklung des differenzierten Klassenbewusstseins der regionalen und  nationalen Bourgeoisien. Aber auch nicht bei der weiterhin anhaltenden historischen und differenzierten Entwicklung des regionalen und historisch-nationalen Klassenbewusstseins der jeweiligen Arbeiterklasse und der jeweiligen anderen Werktätigen.

Auch die internationale Klassensolidarität und emanzipatorische Übereinstimmung in der gesellschaftspolitischen Zielsetzung: Beseitigung des Kapitalismus und Imperialismus, Überführung der gesellschaftlichen Produktions- und Reproduktionsmittel in Gemeineigentum, unter sozialrevolutionärer Führung der Arbeiterklasse, dabei unter Einbeziehung und aktiver Mitwirkung aller anderen Werktätigen und der im Übergangsprozess noch vorhandenen Klassen, ist nicht losgelöst von klassengesellschaftlichen historischen Entwicklungen zu verstehen. Wir müssen auch die klassengesellschaftlichen Entwicklungen in den kontinentalen Entwicklungen von Regionen und historischen Nationen verstehen lernen, so auch im 21. Jahrhundert.

Nochmals in Kurzform: Die internationale Klassensolidarität der AK ist nicht losgelöst von der jeweiligen historischen Entwicklung der Klassengesellschaften zu verstehen. In diesem historischen Kontext muss man auch die Entwicklung der internationalen Solidarität der entwicklungsbedingten differenzierten Arbeiterklassen verstehen.

Es gibt einen noch immer gewaltigen historischen Entwicklungsunterschied, zwischen den historisch regionalen und historischen, -entwicklungsbedingten-, jeweiligen nationalen und kontinentalen Arbeiterklassen.

Diese historische Differenz in der Entwicklung der AK existiert sowohl innerhalb Europas (z. B. zwischen der AK der Schweiz und der AK Bulgariens), zwischen der AK der BRD und der AK der Sklavenarbeiter im -historischen- indischen Kastensystem, z. B. zu den sog. “Unberührbaren“. Sie existiert auch in der heutigen -nationalen- VR China, so zwischen den städtischen w/m Angehörigen der AK und den ländlichen -immer noch sozial entrechteten- chinesischen Wanderarbeitern. –

Diese historische Entwicklungsdifferenz der AK besteht innerhalb der nordamerikanischen Arbeiterklasse. So zwischen den Angehörigen der auch historisch-rassistisch geprägten sog. weißen AK, gegenüber der AK und den Nachkommen vormaliger Sklaven. Ebenso, gegenüber mexikanischen und mittel-südamerikanischen Angehörigen der AK. Diese historische Differenz besteht zwischen den differenzierten ländlichen und städtischen Arbeiterklassen Afrikas, insbesondere auch in ihrer kolonialistisch und historisch nachwirkenden rassistischen Ausprägung, aber auch in ihrer rassistisch-schwarzafrikanischen Ausprägung gegeneinander.

Merke: Diese Gegensätze erfahren in der historisch fortwährenden sog. “Globalisierung“ eine wesentliche Grundlage für ihre Aufhebung und Überwindung. Dabei aber nicht im spontanen Selbstlauf. Auch nicht damit, indem man die sog. “Internationale Solidarität“ kleinbürgerlich-idealistisch beschwört. Dafür muss man sich schon konkret, hier und heute, mit der (auch bundesdeutschen) Klassengesellschaft ernsthaft beschäftigen und (täglich) auseinandersetzen, um die heutige kapitalistische Gesellschaftsordnung zu beseitigen und um die “proletarische“ internationale Solidarität und Zusammenarbeit der (noch differenzierten) Arbeiterklasse voranzutreiben.

[- unvollständig.]

 

07.01.2018, Reinhold Schramm







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