Kurzer Prozess: Julian Assange verurteilt und mit Auslieferung bedroht


Bildmontage: HF

01.05.19
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Von Hannes Sies

Der 2018 offiziell für den Friedensnobelpreis vorgeschlagene Menschenrechtsaktivist Julian Assange ist vom Southwark Crown Court zu einer Gefängnisstrafe von 50 Wochen verurteilt worden. 2018 hatte die als Nobelpreisträgerin vorschlagsberechtigte Mairead Corrigan-Maguire Assange für den Friedensnobelpreis 2019 vorgeschlagen. Das Britische Gericht verurteilte den Kritiker Britischer und US-amerikanischer Kriegsverbrechen von bestialischem Ausmaß wegen des „Verstoßes gegen Kautionsauflagen“ in Großbritannien, wo er mutmaßlich auf grund einer Intrige der USA verfolgt wurde und Asyl in der Botschaft Ecuadors suchen musste. Richterin Deborah Taylor blieb mit ihrem Urteil nur knapp unter der maximal möglichen Strafe von einem Jahr Haft. In ihrer mündlichen Begründung stellte sie fest, dass der vielfach und selbst in Großbritannien preisgekrönte kritische Journalist Assange sich „jederzeit freiwillig den Börden hätte stellen können“. Das Argument der Verteidigung, Assange habe aus "begründeter Angst" davor gehandelt, dass man ihn an die USA ausliefern könne, wurde von der Richterin abgewiesen -obwohl weithin bekannt ist, dass die damalige Außenministerin der USA, Hillary Clinton, 2010 mit ihrem Stab diskutierte, ob man Assange nicht einfach per Drohne töten sollte. Ab dem morgigen Donnerstag wird Assanges Fall vor dem Bezirksgericht Westminster verhandelt. Hier geht es um das Auslieferungsersuchen der USA -was beweist, dass die Befürchtung einer Auslieferung mehr als begründet war und ist.

Preise und Auszeichnungen, die Wikileaks und Julian Assange persönlich für seine journalistische Arbeit erhielten:

  • Am 24. Dezember 2010 erklärte die Tageszeitung Le Monde Assange zum „Mann des Jahres“ und widmete ihm die Titelseite.
  • Im Juni 2011 erhielt Assange für das Projekt „WikiLeaks“ den Martha Gellhorn Prize for Journalism für investigativen Journalismus.[183] Der Preis wird jährlich an einen auf Englisch publizierenden Journalisten vergeben, der „die etablierte Version der Ereignisse durchlöchert und eine unappetitliche Wahrheit erzählt hat, die die Propaganda des Establishments oder das ‘offizielle Geschwätz’ entlarvt hat“ (orig.: „penetrated the established version of events and told an unpalatable truth that exposes establishment propaganda, or ‘official drivel’“), wie Martha Gellhorn es formulierte.
  • 2013, Global Exchange Human Rights Award, People's Choice
  • 2013, Yoko Ono Lennon Courage Award for the Arts
  • 2013, New York Festivals World's Best TV & Films Silver World Medal
  • 2014, Union of Journalists in Kazakhstan Top Prize
  • Zum internationalen Tag der Pressefreiheit am 3. Mai 2014 wurde Assange von Reporter ohne Grenzen mit „Helden der Informationsfreiheit“ Preis gewürdigt.
  • 16. April 2019, GUE/NGL Whistleblower Preis für Journalisten, Whistleblower & Verteidiger des Rechts auf Information, gemeinsam mit Nestlé Whistleblower Yasmine Motarjemi und Football Leaks’ Rui Pinto.

 

Weitere Texte zur Affäre Assange:


Die Zerstörung von Wikileaks: Medienkampagne gegen Assange
Derzeit läuft sie wieder auf Hochtouren: Die seit neun Jahren andauernde Medienkampagne gegen Wikileaks. Auf die Gründerfigur Julian Assange eingeschossen haben sich weite Teile des Mainstreams. Assange wird ebenso falsch wie gebetsmühlenhaft mit „Vergewaltigungsvorwürfen“ in Verbindung gebracht, persönlich diffamiert und stigmatisiert. Wikileaks soll als erledigt hingestellt werden und –so der letzte Dreh- juristisch aus der Welt der Netzmedien hinaus definiert werden. Absurd: Wikileaks ist eines der bekanntesten Netzportale…

 

Medienkritik an Assange-Berichterstattung der ARD

Die Verhaftung von WikiLeaks-Gründer Julian Assange schlägt weiter Wellen: Nur nicht im deutschen Medien-Mainstream. Das kritisieren zwei Nestoren des kritischen Journalismus der ARD: Das Pensionärs-Duo Bräutigam/Klinkhammer werfen der ARD kriecherisches Abwiegeln vor, ebenso der Bundesregierung…

 

Kreuziget ihn!“- Mainstream zu Wikileaks-Gründer Julian Assange

Der Journalist und Dissident Julian Assange wurde von der Londoner Polizei gewaltsam aus seinem Asyl in der Botschaft Ecuadors in ein Hochsicherheits-Gefängnis verschleppt. Es ist die jüngste Wendung einer neun Jahre andauernden Staatsaffäre, die für die USA peinlicher kaum sein könnte. Washington rechtfertigt seine angemaßte Rolle als Weltpolizist stets damit, die globale Schutzmacht der Freiheit zu sein, der Menschenrechte und insbesondere der Pressefreiheit. Aber dann kam dieser australische Hacker Assange mit WikiLeaks und erfrechte sich, Pressefreiheit für die Enthüllung übelster Kriegsverbrechen der USA einzufordern. Jetzt wird er in den Medien wieder als bizarre Figur hingestellt, als Spion und Freund Moskaus...







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