Die „Ideen Mao Tse-tungs“

17.11.12
TheorieTheorie, News 

 

von Reinhold Schramm (Bereitstellung)

Maoismus

Maoismus (die „Ideen Mao Tse-tungs“): ideologisch-theoretische Auffassungen der chinesischen Führer um Mao Tse-tung. Der Maoismus ist eine antileninistische politische Strömung. Wesenszüge des Maoismus sind Großmachtchauvinismus (→ Chauvinismus) und Antisowjetismus (→ Antikommunismus).

Er ersetzt den Marxismus-Leninismus durch die großmacht-chauvinistischen Ziele der chinesischen Führer um Mao Tse-tung und ist bestrebt, die antiimperialistische revolutionäre Bewegung für diese Ziele auszunutzen bzw. die Vorherrschaft über sie zu erreichen.

Die maoistische Politik tarnt sich mit pseudorevolutionären Phrasen, ist pragmatisch und prinzipienlos. Der Maoismus ist eine kleinbürgerliche, nationalistische Ideologie. Er ist ein eklektisches Gemisch aus einzelnen aus dem Zusammenhang gerissenen vulgarisierten marxistisch-leninistischen Leitsätzen,
kleinbürgerlichem Sozialismus, insbesondere Proudhonismus, kleinbürgerlich-bäuerlichen, halb volkstümlerischen und halb abenteuerlichen Auffassungen, anarchistischen und trotzkistischen Ansichten sowie Lehrsätzen der feudalen chinesischen Philosophie und Morallehre, vor allem des Konfuzianismus. Wesentliches Moment ist der traditionelle Sinozentrismus (China = Reich der Mitte, d. h. Mittelpunkt der Welt), der Han-Großmachtchauvinismus (han = Chinesen) nach innen und außen.

Die Herausbildung des Maoismus war ein längerer Prozess über die sog. Sinisierung, d. h. „Verarbeitung“ des Marxismus-Leninismus, über die einseitige Hervorhebung der nationalen Besonderheiten des revolutionären Kampfes in China bis zur Deklaration dieser Besonderheiten als allgemeingültig. Die „Ideen Mao Tse-tungs“ wurden bereits auf dem VII. Parteitag der KP Chinas neben dem Marxismus-Leninismus als ideologische Grundlage der KP Chinas bezeichnet. Das Statut der KP Chinas, das auf dem VIII. Parteitag im Jahre 1956 beschlossen wurde, enthielt diese Nebeneinanderstellung nicht. Auf dem „IX. Parteitag“ der KP Chinas 1969 wurde der Maoismus zur alleinigen ideologischen Grundlage der Partei erhoben.

Die Politik der gegenwärtigen chinesischen Führung, die auf dem Maoismus basiert, fügt dem antiimperialistischen Kampf ernsten Schaden zu, ist sozialismusfeindlich
, versucht, die → kommunistische Weltbewegung zu spalten, sie der → nationalen Befreiungsbewegung entgegenzustellen und spielt objektiv dem Imperialismus in die Hände. Die marxistisch-leninistischen Parteien führen einen konsequenten ideologisch-politischen Kampf gegen den Maoismus und die Politik der chinesischen Führer um Mao Tse-tung. Das ist eine unabdingbare Voraussetzung für die Festigung der Einheit und Geschlossenheit {...} der internationalen kommunistischen und antiimperialistischen Bewegung.« (Vgl.)

Quelle: Kleines Politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin 1973. Vgl. Maoismus.

 

 

 


VON: REINHOLD SCHRAMM (BEREITSTELLUNG)






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