Die Lage in Laos und die Haltung Pekings

31.01.13
TheorieTheorie, News 

 

von Reinhold Schramm (Bereitstellung)

Laos – Chinas Außenpolitik in der Periode der „Kulturrevolution“

Seit Mai 1964 unternahm die US-Luftwaffe barbarische Bombenangriffe auf die östliche Zone von Laos, in der die Patriotische Front von Laos (Neo Lao Haksat) die Kontrolle ausübte.

In dem von der Regierung Souvanna Phouma kontrollierten Gebiet mit der Hauptstadt Vientiane war eine Vielzahl „ziviler“ USA-Bürger tätig. In Verletzung der Genfer Abkommen über Laos (1962), die die Neutralität dieses Landes festlegten, wollten die USA die Regierung Souvanna Phouma völlig in den Dienst des Krieges gegen Vietnam stellen. Das Pentagon plante, US-Truppen in Laos zu stationieren, um dort eine „antivietnamesische Barriere“ zu errichten.

Auch die chinesische Führung versuchte, Druck auf die Regierung Souvanna Phouma auszuüben. Damit verschärfte sie die ohnehin gespannte Situation in Laos bis zum Äußersten. Diese Politik Pekings richtete sich gegen die Genfer Laos-Abkommen und erhöhte die Gefahr, dass Laos in einen Kriegsschauplatz verwandelt werden könnte, was objektiv der Politik Washingtons genutzt hätte.

Das Pentagon beabsichtigte, die imperialistische Intervention auszuweiten und den von der Patriotischen Front von Laos geführten Befreiungskampf, der die Unterstützung der sozialistischen Länder und der progressiven Kräfte in der ganzen Welt genoss, niederzuschlagen. Die patriotischen Kräfte von Laos kämpften gegen die ausländische Einmischung, gegen den USA-Imperialismus und die rechten, proimperialistischen Kräfte im Lande, für eine friedliche, politische Regelung, für nationale Eintracht, für eine unabhängige, demokratische und friedliche Entwicklung.

Die Maoisten, die gegen die Einheit der antiimperialistischen Front der Völker und gegen gemeinsame Aktionen mit den sozialistischen Ländern in Südostasien auftraten, erwiesen damit dem Imperialismus einen großen Dienst. L. I. Breshnew hob in einer Rede am 15. Januar 1966 in Ulan-Bator hervor: „Schließlich darf die reale Gefahr einer Ausdehnung der Zone der Kampfhandlungen in Südostasien auf Laos und Kambodscha durch imperialistische Intervention nicht übersehen werden.

Natürlich haben die Ereignisse, die sich in letzter Zeit in Asien abspielen, unterschiedliche Ursachen. Aber man erkennt dahinter unschwer die Hand der reaktionären Kräfte, vor allem des USA-Imperialismus. Der Imperialismus hofft auf die Spaltung der Befreiungsbewegung, auf die Verstärkung der inneren Reaktion in jedem Lande. Das ist eine hinterhältige Taktik. Wenn ihr nicht die gebührende Abfuhr erteilt wird, können der Befreiungskampf der Völker und die gesamte revolutionäre Bewegung schweren Schaden erleiden.“ [1]

Die patriotischen Kräfte von Laos schlugen den Angriff der rechten Gruppierung, die von den Beratern und Instrukteuren aus den USA direkt unterstützt wurde, zurück und gingen zur Offensive über. Die Kräfte der patriotischen Front von Laos befreiten in diesen Kämpfen weitere Gebiete.

1969 kam es zu schweren Kämpfen in Nord- und Zentrallaos. Allein in der ersten Hälfte dieses Jahres flog die US-Luftwaffe über 75 000 Einsätze gegen befreite Gebiete von Laos.«

Anmerkung

1 L. I. Breshnew, Auf dem Wege Lenins, Reden und Aufsätze, Bd. 1, Oktober 1964–April 1967, Berlin 1971, S. 276 f.

Quelle: Außenpolitik und internationale Beziehungen der Volksrepublik China. Staatsverlag der Deutschen Demokratischen Republik – Berlin 1976. Vgl.: Die VR China und die Entwicklungsländer in der Periode der „Kulturrevolution“ (1966 bis 1969). 6. Laos. Die Lage in Laos und die Haltung Pekings.

 

 

 


VON: REINHOLD SCHRAMM (BEREITSTELLUNG)






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