Süd-Europa kämpft gegeben die kapitalistische Krise- wo bleibt der DGB ?

15.11.12
ArbeiterbewegungArbeiterbewegung, Internationales, Wirtschaft, Bewegungen, NRW, TopNews 

 

von Walter Schumacher

100 bis 110 Menschen hatten sich am Mittwochabend in Aachen zu einer Solidaritätskundgebung mit anschließender Demo versammelt.

Sowohl bei der Kundgebung als auch während der Demo wurden drei große Transparente, aber auch erstaunlich viele ProtestSchilder gezeigt.

Kundgebung und Demo

Die Kundgebung begann mit einer Rede von Norbert Mainz, in der er auf die Notwendig- keit der Solidarität mit den Kämpfen in Süd-Europa hinwies und er beschrieb auch die Ursache der Krise. Er brachte dies dann in einen Zusammenhang mit den Schließungen bzw. Entlassungswellen, die momentan mehrere Werke im Aachener Raum betreffen.

Nach weiteren Kurzbeiträgen ging der Demozug - unterbrochen von einigen Kurzan- sprachen - in Richtung Bahnhof. Dort wurde über den aktuellen Eisenbahner-Streiks in Belgien berichtet, der bewusst zur Solidarität auf den 14.11. gelegt worden war.

Der Anlass zum Bahnhof zu gehen war natürlich, dass in Aachen als Grenzstadt zu Belgien immer sehr deutlich sichtbar und fühlbar ist, wenn die belgischen KollegInnen Arbeitskämpfe führen.

Am Bahnhofsvorplatz war eine längere Rede eines griechischen Genossen geplant, der jedoch wegen Zug-Verspätungen nicht mehr rechtzeitig ankam.

Ein Erlebnis der besonderen Art

Ziemlich genau zum Beginn der Kundgebung erschien ein Zug von etwa zehn Ver.di-KollegInnen. Sie kamen mit einem kleinen Lautsprecherwagen zum Kundgebungsplatz - und zuckelte dann, ohne weitere Kommentare oder Absprachen weiter! Zuerst waren die TeilnehmerInnen der Kundgebung erfreut, endlich auch einige als solche kenntlichen Ver.di KollegInnen dabeizuhaben; als diese aber dann ungerührt einfach weiterzogen, war das Erstaunen doch sehr groß.

Mobilisierung

Die etwa hundert TeilnehmerInnen waren größtenteils nur Mitglieder der veranstalten- den Organisationen. Die wenigen anderen waren über email von der Aktion informiert worden. Insofern war der Zulauf - gemessen am Thema - sehr gering.

Andererseits muss man festhalten, dass die 'Aachener Nachrichten' und die 'Aachener Zeitung' (die hiesigen Lokalblätter) „vergessen“ haben, auch nur EIN Wort über diese Aktion zu schreiben. Eigentlich erstaunlich, weil sie seit Sonntagabend JEDEN Tag aufs Neue von den Organisatoren informiert und gebeten wurden, doch bitte die ent- sprechenden Ankündigungen zu machen.

Dieses „Vergessen“ wird noch erstaunlicher durch einen mittellanger Bericht am Mittwoch in der in der AN. Dort wird einiges zu den erwarteten Streiks im Süd-Europa geschrieben und es gibt auch diverse inhaltlich Bezüge zu den Entlassungswellen in Aachen. Die AN-Redaktion behandelt also das Thema an sich, sie weiß auch von der Solidaritätsaktion in Aachen; aber sie verschweigt die Information ihren LeserInnen.

Leider hat auch der DGB weder für die Aktion geworben noch darüber informiert. Auch er war nachweislich von Kollegen über die Aktion informiert und gebeten worden, den Aufruf zumindest intern weiter zu leiten. Soweit unsere Informationen korrekt ist, ist das nicht geschehen.

Unter Berücksichtigung dieser Randbedingungen war die Mobilisierung dann doch nicht so schlecht.

www.kraz.ac/index.php/8-soziales/108-solidaritaet-mit-den-streikenden-in-sued-europa-und-belgien

 

 


VON: WALTER SCHUMACHER






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