IHG bei TK-Steel

21.01.21
ArbeiterbewegungArbeiterbewegung, NRW, Ruhrgebiet, TopNews 

 

Von RIR

5,5 % mehr Kohle, das ist die Parole!

Am 18. Januar streikten die Kollegen der Frühschicht der Firma IHG Industrie-Service (IHG) für mehrere Stunden auf dem Gelände bei Thyssenkrupp-Steel (TKS) im Werk Hamborn-Beeckerwerth. Mit ihrem mehrstündigen Warnstreik folgten sie einem Aufruf der IG BAU. Die Tarifverhandlungen mit der IHG waren ins Stocken gekommen. Die BAU-Kollegen fordern 5,5 Prozent mehr Lohn. IHG hatte vor Weihnachten mit der Gegenforderung von bis zu 20 % Lohnsenkung geantwortet und die Verhandlungen unterbrochen.

Spaltung der Belegschaft

Die IHG Industrie-Service bietet Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten in Industrieunternehmen an. 150 Kollegen arbeiten bei Thyssenkrupp-Steel in Hamborn-Beeckerwerth. Wie der Kollege Yilmaz vom Betriebsrat der IHG in einem Interview sagte, ist die Arbeit schwer, staubig, findet im Heißbereich, aber auch draußen in der Kälte statt. TK-Steel hatte solche Arbeiten schon vor Günter Walraffs Zeiten im Werkvertrag ausgegliedert. Das diente und dient der Spaltung der tatsächlich im Werk arbeitenden Gesamtbelegschaft in unterschiedliche rechtliche und materiell abgestufte Gruppen.

Ein Beispiel für alle

Von der Zahl der Lohnabhängigen ist IHG das Hauptunternehmen der Duisburger Risch-Gruppe. Die Geschäftsführung der IHG sagt, dass sie nicht mehr Lohn zahlen könne. Für die beabsichtigten Lohnsenkungen führt sie die schlechte wirtschaftliche Lage des Unternehmens an. Doch noch zum Jahreswechsel wurden zehn befristete Arbeitsverhältnisse verlängert. Es wurde keine Kurzarbeit beantragt; Überstunden wurden von den Kollegen verlangt. Das deutet auf alles andere als auf eine schlechte Wirtschaftslage hin.

Durch den Druck des Warnstreiks wurde IHG gezwungen, erneut in Verhandlungen einzutreten. Die finden am 22. Januar statt. Der Kapitalist mit dem Motto „Probleme lösen – wann und wo sie wollen“ ist jetzt mit den Arbeitern konfrontiert, die die Lösung ihrer Lohnprobleme in die eigene Hand genommen haben.

Der Streik hat auch eine direkt politische Dimension. Schließlich stimmten in der Vergangenheit der TKS-Betriebsrat und die IG Metall für die Stahlkocher bei TK-Steel Lohnsenkungen zu, statt sich dagegen mit Streik zu wehren. Dass Widerstand möglich ist, zeigen jetzt unsere Kollegen der IG BAU.

RIR, Duisburg 20.01.2021

www.riruhr.org







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