Menschrechtspreis der Stadt Esslingen für Engagement gegen weibliche Genitalverstümmelung in Sierra Leone vergeben

26.10.20
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Von Terre des Femmes

Menschrechtspreis der Stadt Esslingen an Rugiatu Neneh Turay, Leiterin der TERRE DES FEMMES-Partnerorganisation Amazonian Initiative Movement (AIM) in Sierra Leone verliehen

Der Menschenrechtspreis (Theodor-Haecker-Preis) der Stadt Ess­lingen am Neckar wurde dieses Jahr an die Menschenrechtsaktivistin Rugiatu Neneh Turay für ihr Engagement gegen weibliche Genitalverstümmelung in Sierra Leone vergeben. TERRE DES FEMMES unterstützt die Arbeit von Frau Rugiatu Turay und ihrer Organisation Amazonian Initiative Movement (AIM) seit über 10 Jahren und freut sich außerordentlich über die Anerkennung der herausragenden Arbeit von Frau Rugiatu Turay.

Die Preisverleihung fand am 24. Oktober in Esslingen am Neckar statt. Die Laudatio hielt Beryl Magoko, Regisseurin und Autorin des Dokumentarfilms „In Search“ über weibliche Genitalverstümmelung. TERRE DES FEMMES-Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle sprach über Aktivitäten der Organisation gegen diese schädliche Praxis sowohl in Afrika als auch in Europa. „Die Arbeit von Frau Rugiatu Turay gegen weibliche Genitalverstümmelung in Sierra Leone beweist, dass man mit Mut und unerlässlichem Engagement vieles bewegen kann. Sie kämpft gegen einen jahrhundertealten Brauch, der extrem schädlich für Körper und Seele ist. 90% der Frauen in Sierra Leone wurden beschnitten. Sie hat den Theodor-Haecker-Menschenrechtspreis der Stadt Esslingen mehr als verdient“, so Christa Stolle.

Im Rahmen der Kooperation zwischen TERRE DES FEMMES und AIM wurden bereits viele Meilensteine im Schutz von Mädchen vor weiblicher Genitalverstümmelung (in engl: FGM=female genital mutilation) in Sierra Leone erreicht. So wurde zum Beispiel 2012 ein Schutzhaus für bis zu 25 Mädchen nahe der Kleinstadt Lunsar gebaut. In diesem werden Mädchen aufgenommen, die vor weiblicher Genitalverstümmelung von zu Hause fliehen. Es bietet den Mädchen nicht nur Schutz, sondern ermöglicht ihnen auch ein unversehrtes und selbstbestimmtes Leben in Sierra Leone zu führen. Zudem wurde durch viel Aufklärungsarbeit durch die Organisation erreicht, dass ehemalige Beschneiderinnen zu AIM-Aktivistinnen konvertierten und nun in ihren Communities Aufklärungsarbeit gegen weibliche Genitalverstümmelung leisten.

Informationen zu Frau Rugiatu Turay

Frau Rugiatu Neneh Turay ist selbst von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen und hat mit zwölf Jahren den Eingriff nur knapp überlebt. Seitdem kämpft sie mit allen Kräften dafür, dass Mädchen und Frauen in Sierra Leone diesem schädlichen Eingriff nicht unterzogen werden und so ein unversehrtes und selbstbestimmtes Leben führen können. Gemeinsam mit ihrem Team des „Amazonian Initiative Movement“ (AIM) hat sie schon viele tausend Menschen in Sierra Leone davon überzeugt, dass weibliche Genitalverstümmelung eine schwere Menschenrechtsverletzung ist.

Weitere Informationen auf der TERRE DES FEMMES-Homepage: www.frauenrechte.de










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