3. Europäische Tag gegen Menschenhandel ­ doch was haben die Opfer davon?

17.10.09
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Der 18. Oktober steht seit 2007 für den Kampf gegen Menschenhandel. Ausgerufen von der Europäischen Union, soll an folgende Ziele erinnert werden:

* Verhütung des Menschenhandels
* Schutz und Unterstützung der Opfer von Menschenhandel
* Wirksame Strafverfolgung der Täter

Das Geschäft floriert. Schätzungen gehen von 2,4 Millionen Menschen aus, die pro Jahr weltweit "verkauft" werden. Darunter sind, laut der EU, eine halbe Millionen Frauen, die nach Europa gebracht werden. Sie werden zur Prostitution gezwungen oder als billige Arbeitskräfte ausgebeutet, auch in Deutschland.
Die Frauen sind durch die erlebte Gewalt oft traumatisiert und krank. Sie brauchen Schutz, gesundheitliche Rehabilitation und müssen ihre rechtlichen Ansprüche geltend machen können.
Doch wie gehen wir hierzulande mit den Opfern um?
Christa Stolle, Geschäftsführerin von TERRE DES FEMMES: "Wenn eine Frau aus Angst nicht bereit ist, als Zeugin gegen ihre Peiniger auszusagen, muss sie meist innerhalb von zwei Wochen Deutschland verlassen." Stolle weiter "Von zig deutschen Männern vergewaltigt, lassen wir sie in ihrer Traumatisierung allein. Eine unhaltbare Situation." Opfer von Menschenhandel müssen in Deutschland bleiben können, um sich gesundheitlich zu erholen. Sie brauchen einen speziellen Aufenthaltstitel als Opfer von Menschenhandel.

Deshalb fordert TERRE DES FEMMES ein von der Zeugenaussage unabhängiges Bleiberecht für die Opfer sowie die Bestrafung von Freiern, die wissentlich die Dienste einer Zwangsprostituierten in Anspruch genommen haben. Darüber hinaus ist die Schaffung eines Opferschutzfonds zur direkten Entschädigung und Unterstützung von Betroffenen des Mädchens- und Frauenhandel anzustreben. Weitere Forderungen und Informationen finden Sie unter http://www.frauenrechte.de







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