Frauenhäuser bitten um Unterstützung

04.12.13
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von ZIF-Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser                     

Wir wenden uns an Sie als wichtige Lobby- organisationen für Flüchtlinge in Deutschland und bitten Sie um ihre Unterstützung.

Die  bundesweiten Vernetzungsstellen ZIF (Zen- trale Informationsstelle Autonomer Frauenhäu- ser) und FHK e.V. (Frauenhauskoordinierung e.V.) setzen sich zur Zeit mit ihrer gemeinsamen Kampagne "Schwere Wege leicht machen" intensiv  für eine sichere, schnelle, unbürokratische und bedarfsgerechte Finanzierung der Frauenhäuser ein.

Für Frauen, die wegen ihres Aufenthaltsstatus verpflichtet sind, sich in einer bestimmten Stadt aufzuhalten (Wohnsitznahmebeschränkung) ist es fast unmöglich, sich in ein Frauenhaus in einem anderen, sicheren Ort zu flüchten. Die Behörden des Herkunftsortes erklären sich in der Regel unzuständig für die Kosten des Lebensunterhaltes der Frau und die des Frauenhauses - auch wenn sie der neuen Wohnsitznahme zustimmen. Das Gleiche gilt für die Behörden in der Stadt, in die sich die Frau geflüchtet hat. Sie verweisen darauf, dass die Herkunftsgemeinde für die Finanzierung der Frau (und ihrer Kinder) zuständig sei. Die Folge: Frauenhäuser mit hohen Tagessätzen können in der Regel keine Frauen mit Wohnsitznahmebeschränkung aufnehmen, weil sie auf den Kosten sitzen bleiben.

Es gibt keinen freien Zugang für alle von Gewalt betroffenen Frauen. Frauen ohne Sozialleistungsanspruch haben in vielen Bundesländern keine Chance auf einen Platz im Frauenhaus. Hiervon sind Frauen aus den EU - Beitrittsländern, Migrantinnen mit Wohnsitzbeschränkung und Frauen mit unsicherem Aufenthaltsstatus vorrangig betroffen.

Wir halten diese Tatsache für nicht hinnehmbar und möchten mit der Kampagne Politikerinnen und Politiker dazu veranlassen, sich zu der Frage des schnellen und unbürokratischen Zugangs gewaltbetroffener Frauen und ihrer Kinder unabhängig von Aufenthaltsstatus oder Wohnort zu Schutz und Hilfe im Frauenhaus klar zu positionieren.

Für die Forderungen der gemeinsamen Kampagne werden von den Frauenhäusern und ihren Unterstützer/-innen auf Postkarten, Listen und online Unterschriften gesammelt. Der Text dazu lautet:

Gewalt gegen Frauen ist weltweit die häufigste Menschenrechtsverletzung.
Der Schutz von Frauen und Kindern vor Gewalt ist eine Pflichtaufgabe des Staates.

Ich fordere Parlament und Regierung auf

  • zu gewährleisten, dass alle von Gewalt betroffenen Frauen und ihre Kinder sicher, schnell, unbürokratisch und bedarfsgerecht Schutz und qualifizierte Hilfe in einem Frauenhaus ihrer Wahl erhalten können
  • sicherzustellen, dass alle Frauenhäuser als Einrichtungen auf gesetzlicher Grundlage verlässlich finanziert werden sowie räumlich und personell gut und barrierefrei ausgestattet sind

Begleitet wird die Sammlung der Unterschriften von vielen dezentralen Aktionen, Infoständen, Konzerten und Kundgebungen der Frauenhäuser vor Ort.

Eine eigene Kampagnen-Website gibt weitere Informationen:
www.schwere-wege-leicht-machen.de

Gewalt gegen Frauen und ihre Kinder ist ein herkunftsübergreifendes Thema in allen gesellschaftlichen Schichten. Frauen, die einen prekären Aufenthaltsstatus haben sind in besonderer Weise gefährdet.

Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie bundesweit als deutsche Flüchtlingsräte unsere Kampagne unterstützen würden.

ZIF-Zentrale Informationsstelle Autonomer Frauenhäuser
Markt 4, 53111 Bonn
Tel: 0228 - 68469504/-05
Fax: 0228 - 68469506

zif-frauen@gmx.de
www.autonome-frauenhaeuser-zif.de


VON: ZIF-ZENTRALE INFORMATIONSSTELLE AUTONOMER FRAUENHÄUSER






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