Entwurf zum Programm 'gobernacion mérida' 2012

25.11.12
SozialismusdebatteSozialismusdebatte, Theorie, Bewegungen, TopNews 

 

von Willi Übelherr

liebe freunde,

dies nun mein entwurf zur diskussion um das programm der gobernacion im estado mérida/venezuela. er befindet sich gerade in der phase der vordiskussion im detschsprachigen umfeld in venezuela und der uebersetzung.

der 3.teil beschreibt unsere intentionen fuer diesen entwurf und kann gut als einstieg verwendet werden.
fuer eine kritische betrachtung und reflexion waere ich euch sehr dankbar.

teil 1: unsere philosophischen und politischen grundlagen

eine historische betrachtung

wir stehen an einer historischen schwelle. Rafael Correa hat dafuer einen weltweit bekannten satz formuliert: "dies ist keine Epoche des Wandels, sondern ein Wandel der Epochen".

die letzte epoche war gepraegt durch die herausbildung elitaerer strukturen, die vermittels staatlicher instanzen und gewaltsystemen die sklaverei organisierten. dies geht zurueck bis zum roemischen imperium und den griechischen stadtstaaten, die allesamt sich oekonomisch auf die sklaverei und auspluenderung der umgebung stuetzten. Cicero war ihr grosser staatstheoretiker.

unsere epoche ist durch die ueberwindung dieser gewaltsysteme gekennzeichnet und ruht auf dezentralen, lokalen und eigenstaendigen lebensgemeinschaften, den Kommunen, die sich entsprechend ihrem bedarf und den notwendigkeiten miteinander vernetzen. damit knuepfen wir wieder an unsere vorfahren an. in amerika, dem kontinent der indigenen kultur, wie in afrika und asien und auch in europa vor der installation des roemischen gewaltimperiums ruhten deren menschliche gesellschaften immer auf lokal eigenstaendigen kommunen.

unsere ziele und visionen

unser ziel ist das Buen Vivir fuer alle, ohne individuellen privilegien und vorrechten. weil wir wissen, dass wir als einzelne nicht existieren koennen, sind wir ueber diesen rationalen erkenntnisprozess der gemeinschaft verpflichtet. eine starke gemeinschaft bildet die grundlage zur entfaltung starker, einzelner persoenlichkeiten, stabiler familien, freundschaften und nachbarschaftsbeziehungen.

das praegende dabei ist die herausbildung lokaler, hochgradig eigenstaendiger oekonomien, die sich in lokalen kreislaeufen strukturiert. und die herausbildung lokaler selbstverwaltung auf demokratischer grundlage, also dem Poder Popular. diese beiden grundelemente stehen fuer uns im zentrum und bestimmen unsere vorgehensweisen.

die kommunale oekonomie ist die grundlage einer kommunalen selbstidentifikation. sie ist der kit, der die menschen miteinander verbindet und so kollektive prozesse und erfahrungen ermoeglicht. kulturelle aktivitaeten ruhen auf dieser basis und sind nie selbsttragend. sie sind immer ausdruck der lebensbedingungen und deren reflektiver transportierung. ohne kommunale oekonomie kann keine kommune existieren. dann entstehen geografisch verdichtete ansammlungen von einzelpersonen und familien ohne tragende innere verbindungen.

gemeinschaftlich organisierte taetigkeiten erfordern gemeinschaftliche organisationsmethoden. es ist der raum der ideenentwicklung, der wegbestimmung hin zu unseren zielen. sie koennen von ihrem wesen her nur demokratisch strukturiert sein. also: "jede person eine stimme in allen angelegenheiten, die sie betreffen". der begriff demokratie setzt sich zusammen aus den griechischen begriffen: Demos, das volk und Kratos, die herrschaft. das ist Poder Popular.

das kennzeichen einer kommune ist die demokratische selbstorganisation auf der basis kommunaler oekonomie. damit haben wir die kriterien fuer unsere gestaltungsprozesse hin zu einer stabilen lebensumgebung, die den einzelnen die raeume zur individuellen entfaltung ihrer lebenskraefte garantiert.

unsere prinzipien der entwicklung

in der auswahl unserer methoden stuetzen wir uns auf die entwicklungegesetze der natur, die sich in den letzten 4 Milliarden jahren als hoch effektiv und stabil erwiesen haben.

a) massiv dezentral
b) massiv parallel
c) massiv redundant

auf diesen inneren gestzen der natur ruht ihre kraft, ihre faehigkeit zur anpassung an veraenderungen der umgebung, ihre staerke in der optimierung ihrer elemente durch evolution.

wir wenden sie an und erheben sie zu unseren orientierugspraemissen. wir tun dies auf allen ebenen unseres taetigseins, in allen bereichen unserer gestaltungsprozesse. damit entstehen recursive strukturen der entwicklung von den kleinsten, lokalen bereichen bis zu den grossen regionen venezuela und weiter lateinamerika. die immanenten methoden und prinzipien bleiben immer die gleichen.

damit ist aber auch klar, dass wir immer versuchen, die entscheidungs- und gestaltungsprozesse in die lokalen sphaeren zu verschieben und nur jenes in groesseren regionen zu koordinieren, was zwingend notwendig ist. wir setzen auf den selbstgestaltungswillen der menschen und die lokalen kenntnisse ueber die bedingungen in den lokalen bereichen. das ist desarollo endogeno local.

die kommunale oekonomie (hiezu siehe auch 1))

sie ist die basis unserer lebensgrundlagen. mit diesem begriff umfassen wir alle prozesse zur herstellung dessen, was wir zum leben benoetigen. sie umfasst die natuerliche landwirtschaft und landschaftspflege fuer unsere ernaehrung, den bau unserer wohnungen und der herstellung der dafuer notwendigen komponenten, den bau der systeme zur grundversorgung wie wasser, elektrizitaet und gas und deren komponenten, den bau der kommunikationssysteme und deren komponenten, der herstellung unserer kleidung, moebel, geraeten in haus, hof und werkstatt und all der vielen gegenstaende, die wir im alltaeglichen leben benoetigen.

all die vielen unterschiedlichen herstellungsprozesse an jedem ort realisieren zu wollen ist weder moeglich noch notwendig. hierfuer schaffen wir das netzwerk kommunaler oekonomien mit unterschiedlichen schwerpunkten. entscheidend ist, den grad von selbstversorgung zu maximieren.

kommunale oekonomien mit hohem selbstversorgungsgrad strukturieren sich immer zu kreislaufprozessen. es zirkuliert unsere zeit, die wir fuer die taetigkeiten aufbringen. verstaendlich wird dies, wenn wir unsere vorstellung von oekonomie betrachten, die sich grundsaetzlich von der kapitalistischen oekonomie unterscheidet. fuer uns ruht die oekonomie auf 3 saeulen:

a) der natur. sie gibt uns die stofflichkeiten.
b) unserer zeit. sie bringen wir ueber unsere taetigkeiten ein.
c) der kooperation. unseren beziehungsstrukturen.

auch die stofflichkeiten zirkulieren, wenn wir jenes, was wir nicht mehr benoetigen, zurueckfuehren ueber recyclingprozesse auf ihre rohformen. das gilt sowohl fuer organische als auch anorganische stoffe. damit kristallisieren sich 2 grundkreislaeufe heraus. unsere zeit und die stofflichkeiten.

die oekonomischen austauschprozesse

wir sind gewohnt, in der oekonomie mit geld als abstraktem tauschamittel zu operieren und alle oekonomischen prozesse ueber geldtransfers zu definieren. in unserem modell von oekonomie taucht aber geld nicht auf. es existiert in der oekonomie auch nicht, sondern nur in der austauschsphaere. geld existiert erst seit etwa 8-10000 jahren und nur in elitaer strukturierten gesellschaften. die oekonomie existiert seit der herausbildung der menschlichen spezie als besondere tierart.

das hat mit den spezifischen eigenschaften und generierungsformen zu tun. geld operiert als abstraktes tauschmittel und enthaelt zusaetzlich eine wertspeicherfunktion. dazu kommt noch die besondere form der geldgenerierung. damit schafft es die grundlage, dass elitaere gruppen, ausgestattet mit den mitteln zur geldschoepfung, einen gigantischen individuellen verbrauch erzeugen koennen, ohne dafuer zu arbeiten oder an deren herstellung sich beteiligen zu muessen.

geld als abstraktes tauschmittel erzeugt sofort die frage nach der abbildungsrelation. und sie ist hochgradig spekulativ. fuer uns kann aber nur die zeit gelten, weil sie die einzig objektiv bestimmbare groesse ist. dieses prinzip ist das zentrum des sozialismus des 21. jahrhunderts, die aequivalenzoekonomie neben demokratie, basisorganisierung und autonomen subjekten.

wenn wir die reduktion des geldsystems anstreben, dann haben wir eine einfache moeglichkeit, dies schritt fuer schritt zu realisieren. wir machen alle aufgaben, die fuer alle gelten, zu gesellschaftlichen aufgaben. damit sind diese prozesse in die lokalen kreislaufstrukturen eingebunden und das geld als austauschmittel wird ueberfluessig.

die technischen infrastrukturen

bedingung fuer die entwicklung kommunaler oekonomien sind die technischen infrastrukturen. sie sind das geruest, auf dem sich die kommunale oekonomie entfalten kann. es sind die intrumente fuer studium und wissensbildung, entwurf und entwicklung, planung und konstruktion, herstellung und unterhaltung von systemen und einrichtungen aller art und dem transport.

im vordergrund steht das kommunikationssystem als immaterielles transportsystem. es oeffnet den zugriff auf das wissen der menschheit, weltweit in einer grossen enzyklopädie und vielen bibliotheken enthalten. und es dient uns zum interaktiven und direkten austausch von ideen, erfahrungen, methoden und analysen.

aber wissen und ideen genuegen nicht. wir muessen sie experimentell ueberpruefen und erproben. sie in materielle form bringen. dafuer gestalten wir die fuer alle offenen werkstaetten, experimentallabors und forschungszentren. es sind raeume der praktischen anwendung unserer theoretischen ideen und konzepte.

wir verlassen ganz bewusst die methodik der reaktionaeren trennung von hand- und kopfarbeit, weil wir wissen, dass in allen menschen das potential vorhanden ist, wissend und verstehend zu werden. indem wir die technischen infrastrukturen aus der fessel der selektiven ausgrenzung befreien, eroeffnen wir allen menschen die moeglichkeiten, ihren eigenen kraefte zur entfaltung zu verhelfen.

wir sind daran interessiert, durch die entwicklung unserer faehigkeiten den notwendigen zeitlichen aufwand zu minimieren, den wir fuer die materiellen lebensgrundlagen gemeinsam benoetigen. gemeinsam, weil alle menschen nur vermittels dieser materiellen grundlagen existieren koennen. daraus folgt notwendig, den unproduktiven administrativen und verwaltenden anteil drastisch zu reduzieren. damit sinkt proportional der einzeln zu erbringende anteil und es entstehen freie zeitraeume fuer alle, um ihre lebensweisen frei gestalten zu koennen. auch das lebenslange studium ist teil dieser freien lebenszet.


teil 2: die transformationsprozesse

gesellschaftliche ressourcen und die staatlichen institutionen

wenn wir ein gebaeude nutzen wollen, dass laengere zeit leer steht, dann ist doch der erste schritt, aufzuraeumen und sauber zu machen. also alles ueberfluessige zu entfernen.

genau dies tun wir auch. wir ueberpruefen alles auf sinnhaftigkeit und nuetzlichkeit. wir loesen alle abstrusen selbstbeschaeftigungsprozesse auf. wir durchleuchten alle oeffentlichen verwaltungsprozesse auf ihre innere rationalitaet. und wir werden sehen, welche gewaltigen ressourcen heute schon existieren, die wir direkt nutzen koennen, ohne neues schaffen zu muessen. und wir werden sehen, wie einfach unser leben schon allein dadurch werden kann.

die trennungen der verschiedenen staatlichen institutionen, eigentlich heute nur private dominanzraeume der einzelnen fuersten und fuktionaere, loesen wir auf und bilden thematische zentren. fuer die menschen, wenn sie noch den zugriff auf verwaltungsprozesse benoetigen, stellen wir integrierte kontaktbueros zur verfuegung, deren aufgabe es ist, alle notwendigen prozesse in gang zu setzen. diese ewige lauferei von einem amt zum naechsten wird beendet.

soweit es nur moeglich ist, werden die gesellschaftlichen koordinierungsprozesse ueber das internet organisiert, um den menschen die oertliche und zeitliche unabhaengigkeot zu sichern.

grundsaetzlich werden alle oeffentlichen dienstleistungen kostenlos. wenn formulare gebraucht werden, dann ist es eine innere angelegenheit der institutionen, die ablaeufe einfach und durchschaubar zu machen. wenn besondere taetigkeiten notwendig werden, dann ebenso. die menschen bestimmen die ablaeufe zur zeit noch nicht. also koennen sie fuer den haeufigen unsinn auch nicht verantwortlich gemacht werden.

oeffentliche einrichtungen werden zu gesellschaftlichen dienstleistungseinrichtungen, service fuer die menschen. ihnen und ihrem bedarf untergeordnet. diese europaeische obrigkeitskultur, wie sie heute existiert, loesen wir auf. sie ist dem feudalismus und den aristokratischen eliten historisch geschuldet und hat mit der indigenen, lateinamerikanischen kultur nichts zu tun. wir ersetzen die abgeschlossenen, im geheimen arbeitenden instanzen mit offenen, transparenten und fuer jeden nachvollziehbaren strukturen und entscheidungsprozessen.

wir machen alles oeffentlich, was oeffentlich ist. und staatliche, also gesellschaftliche einrichtungen sind immer oeffentlich. alle wertstroeme, auch vorlaeufige geldstroeme, werden oeffentlich und damit auch durch die bevoelkerung ueberpruefbar. diese moeglichkeit der ueberpruefung ist die vorraussetzung, um private aneignung gesellschaftlicher ressourcen, also korruption, zu verhindern. aber gleichzeitig ist es ein erfahrungsfeld fuer das verstehen eventuell notwendiger prozesse. nur so sind wir alle in der lage, der rationalitaet in der gestaltung verwaltender und koordinierender gesellschaftlicher taetigkeiten zum durchbruch zu verhelfen.

kommunen sind lebens- und erfahrungsraeume

wenn wir von Buen Vivir als unserer leitlinie sprechen, dann geht es immer zuerst um unsere lebensumgebung. eine umgebung, die notwendig unserem wesen und unseren lebensformen entsprechen muss. das bedeutet, dass wir unsere lebensraeume so gestalten, dass wir uns darin wohl fuehlen. nur dann koennen wir unsere kreativitaet entfalten.

wir unterwerfen also unsere leebensumgebung einer kritischen analyse auf tauglichkeit und sinnhaftigkeit. die praemissen werden vielleicht im einzelnen unterschiedlich sein. abhaengig von den lokalen traditionen und gegebenheiten. aber eine stadt nur als muell- und verkehrsuebungsplatz zu behandeln, das werden die menschen mit sicherheit nicht anstreben. offene, kommunikative raeume stehen hierbei immer im vordergrund. eine ansprechende, dem menschlichen gefuehl vertraute architektur. formen und strukturen, die mit unserer natuerlichen aesthetik korrelieren. raeume fuer kinder und aeltere und kranke menschen. bereiche, die die erholung und geistige befreiung foerdern.

hier sind keine grenzen und beschraenkungen erlaubt. weil wir die realisierung selbst uebernehmen, bleiben wir auf dem boden der realitaet. wir fordern nicht irgend etwas, sondern wir gestalten. und wir gestalten auch die rahmenbedingungen, die uns dies erlauben.

landwirtschaft und landschaften

land- und feldwirtschaft muss nicht zwingend im widerspruch zur landschaftsentwicklung stehen. sie koennen immanente aesthetische elemente sein, wenn sie der umgebenden natur und unserer natuerlichen wahrnehmung entsprechen. land- und feldwirtschaft ist unsere existenzgrundlage, auch wenn in den staedten die menschen dies nicht mehr erleben und deswegen auch nicht verstehen.

wir haben eine grossartige umgebung. allerdings ist sie meist tot. die haenge kahl und leer, ohne vielfalt natuerlicher diversifikation. wir muessen massiv aufforsten, um der natur zur stabilitaet zu verhelfen, die letztlich die menschen selbst zerstoert haben. der wald ist unser wichtigster helfer fuer den wasserhaushalt, die reproduktionsprozesse von pflanzen und tieren und unser lebensgefuehl, lokal und regional. dabei konzentrieren wir uns auf mischwaelder mit hohem fruchtbaumanteil, den fruchtwaeldern. wir streben nicht den mangel an, um hohe preise zu erzeugen, sondern den ueberfluss, um eine hohe stabilitaet, die nur mit hoher redundanz erreichbar ist, zu ermoeglichen.

in die landschaftsentwicklung ist auch die gaestekultur eingebettet. die meisten besucher der Anden kommen wegen der schoenheit der landschaften und nicht wegen den betonwuesten in den staedten. die gaestekultur ist uralt und grundlage stetiger und produktiver austauschprozesse. sowohl unsere gaeste als auch wir selber brauchen eine infrastruktur fuer uebernachtung und versorgung mit essen und bei notfaellen. das, was wir heute tourismus nennen, ist reine pluenderung von menschen, die eine andere umgebung erleben wollen. die gaeste mutieren zu geldtransportsystemen und verlieren ihren eigenwert. gleichzeitig mutieren lokale strukturen zu parasitaeren ausnutzungsinstanzen.

gaeste koennen aber weit mehr sein. sie verdichten nationale und internationale verbindungen, koennen zum ideen und erfahrungsaustausch beitragen, soziale geflechte erweitern, zu wissensfluessen beitragen. damit heben wir die trennung zwischen kurz- und langzeitgaesten auf. die grenzen werden fliessend. so wie wir freunde aus aller welt einladen, sich hier zeitlich beschraenkt an unseren kommunalen aufbauprozessen zu beteiligen, sind uns auch kurzzeitgaeste willkommen, die nur einige tage wandern und radfahren wollen.

entscheidend ist die infrastruktur, um auch ueber mehrere tage laengere routen durchzufuehren. dies gilt selbstverstaendlich auch fuer uns selbst. wege und herbergen in kurzen abstaenden, die gut erreichbar sind. es ist teil unserer lebenskultur, die zwingend die erfahrung natuerlicher lebensumgebung erfordert. die angst vor der natur, die dann zum abbrennen unuebersichtlicher gebiete fuehrt, ist kein teil unseres natuerlichen wesens, sondern ergebnis einer organisierten angstindoktrination.

wenn wir sagen, wir verbinden landwirtschaft und landschaftspflege, dann meint dies auch die inneren gesetze. weil landwirtschaft dann nachhaltig und hochqualitativ ist, wenn sie auf den gesetzen der natur sich gruendet und nicht gegen sie kaempft. indem wir die inneren gesetze als grundlagen der kraft der natur verstehen, verstehen wir auch, sie bewusst anzuwenden. wir muessen bedingungen schaffen, in denen sich die pflanzen wohlfuehlen. und sie tun es dann, wenn sich die mikroorganismen wohlfuehlen. pflanzen sind nie einzelgaenger. sie lieben und brauchen die vielfalt. das hat mit ihren stofflichen austauschprozessen zu tun, die sich dann zu symbiotischen strukturen ausbilden.

wir wenden die permakultur an, weil sie der natur ihre kraft erhaelt und so zu stabilen biotischen systemen fuehrt. wir werden nie alle einzelheiten der komplexen interaktionen verstehen, koennen uns aber durch theoretische studien und deren reflexionen und erfahrungsanalysen ihnen naehern. da wir die gesamte landschaft gewissermassen zu einem grossen erntegarten verwandeln, stellen sich uns nicht die fragen einer diskreten quadratmetereffizienz. lediglich die transport- und lagersysteme zwingen uns zur systematischen ueberlegung.

unsere nutzungserwartungen sehen folgendermassen aus: 1/3 fuer die pflanzen, 1/3 fuer die anderen tiere, 1/3 fuer uns menschen. damit haben wir eine redundanz von ca. 70%, was in der systemtheorie ein vernuenftiger wert ist. durch organische stoffrueckfuehrung erhoeht sich der anteil weiter. dies ist notwendig, weil natuerliche landwirtschaft mehr ist als nur flaechennutzung.

wir streben die vielfalt an und nicht die industrielle, profitorientierte und auf pluenderung ruhende monotonie. wir unterstuetzen die lokalen akteure auf allen ebenen. natuerliche samen, samenbanken natuerlich sich entwickelter pflanzen stehen allen menschen frei und kostenlos zur verfuegung. wir vernetzen uns mit unseren freunden in allen regionen in Venezuela und lateinamerika und auf dem ganzen Planeten, weil sie die gleichen ziele anstreben. unser fokus liegt auf der herausbildung hoher vielfalt, einer ausgepraegten biologischen diversifikation, ruhend auf gesunden pflanzen und tieren, einer hohen dichte von insekten, die uns helfen, die blueten der baeume, straeucher und bodenpflanzen zu bestaeuben und so zu ihrer entfaltung beizutragen.

wir beenden den krieg gegen die natur, werden teil von ihr, helfen ihr dort, wo menschen die zerstoerung organisiert haben, dies zureuckzufuehren. wir nutzen und wenden an die technik und wissenschaften der natur, unterwerfen sie unseren philosophischen praemissen und prinzipien, um so eine hohe stabilitaet unserer lebensgrundlagen zu erreichen.

kommunale kommunikationssysteme und kommunikationsraeume (hiezu siehe auch 2))

alles, was wir anfassen, stellt uns vor die frage, was wir tun wollen und wie und in welcher reihenfolge. wir brauchen theoretische und praktische klarheit. das wichtigste instrument dafuer ist das kommunikationssystem, weil es uns den zugang zum wissen der menschheit ermoeglicht und die methoden der interaktiven, zeit- und ortsunabhaengigen kommunikation zur verfuegung stellt. wir koennen und brauchen nicht in jedem ort eine riesige bibliothek einrichten. wir nutzen hierzu die weltbibliothek und weltenzyklopaedie des internet. damit werden wir an jedem ort, wo wir den zugang zum kommunikationssystem vorfinden, unabhaengig. damit aber auch stellt sich uns die anforderung, an jedem gewuenschten ort diesen zugang zu ermoeglichen.

diese schlussfolgerung ruht auf unserer anerkennung der gleichwertigkeit und gleichberechtigung aller menschen. soziale und geografische ausgrenzung lassen wir nicht zu. das heistt auch, dass wir den zugang und die nutzungsmoeglichkeiten grundsaetzlich frei und kostenlos organisieren. nutzen koennen wir es nur, wenn wir die geraete auch zur verfuegung stellen.

hier haben wir bereits einen praktischen ansatz, den wir intensiv erweitern. die infocentros der Fundacion Infocentro. indem wir sie in alle lokalen lebenszusammenhaenge ausdehnen und ihre nutzungsweisen den lokalen beduerfnissen unterwerfen, heben wir den zwang zur privaten einrichtung auf, ohne sie zu behindern. infocentros sind aber mehr als nur computeraeume mit engen rechnerarbeitsplaetzen. wir entwickeln sie zu lokalen zentren der information, des studiums und des experimentierens. sie werden zum erfahrungsraum, um die systeme selbst zu beherrschen und weiter zu entwickeln. und sie werden zu zentren lokaler forschung, entwicklung und konstruktion. so werden sie ihrem namen gerecht.

aus unseren praemissen und den konkreten zielen folgt notwendig, dass diese lokalen technischen zentren teil der kommunalen selbstverwaltung werden. die eingebundenen staatlichen instanzen sind nur hilfsinstrumente, solange sie benoetigt werden. die herausbildung lokaler faehigkeiten ist eine implizite folge, wenn die raeume hierfuer gegeben und offen sind.

gesellschaftliche gestaltungsprozesse ruhen auf gesellschaftlichen kommunikationsprozessen. dafuer brauchen wir eine umgebung, wo dies jederzeit moeglich ist und die dazu einladen, sich in die interaktiven kommunikativen strukturen einzubinden. dies sind die Casas de Comuna, zentren der direkten kommunikation im lokalen, zentren kultureller aktivitaeten und gestaltungen, zentren des sich treffens und miteinander in beziehung treten.

sie werden meist in enger beziehung zu den lokalen technischen zentren stehen, koennen naturgemaess sich mit ihnen verbinden, um so den aktivitaetsraum zu erweitern. sie sind werkstaett fuer ideen und die zukunft. auf dieser hohen kollektiven qualitaet ruht unsere besondere aufmerksamkeit und besonderer einsatz zu deren praktischen gestaltung. sie sind eine der wesentlichen ausdrucksformen kommunaler selbstidentifikation.

wissen ist immer welterbe

heute findet auf dem planeten ein dramatischer kampf um die private aneignung gesellschaftlichen wissens statt. fuer uns gilt, dass wissen immer welterbe war, ist und bleibt. unser heutiges wissen ruht auf der arbeit unserer vorfahren und zeitgenossen. und wir als einzelne brauchen sehr lange die hilfe anderer, bis wir dazu in der lage sind, etwas dazu beizutragen. also zurueck zu geben.

von daher erkennen wir patent- und lizenzrechte nicht an. im gegenteil, wir rufen international dazu auf, es ebenfalls so zu handhaben. auf diese weise brechen wir die blockaden fortschrittlicher entwicklung und helfen mit, im internationalen netzwerk freier technologie und freien wissens die lokalen aktivitaeten zu unterstuetzen. unser prinzip lautet: global denken, lokal handeln.

gesundes leben und koerperliches wohlbefinden

das Buen Vivir ist kein quantitativ bestimmbares ziel, sondern im wesentlichen immer ein qualitatives. es benoetigt eine gute, dem menschlichen wesen entsprechende lebensumgebung und eine gute, seiner biologischen struktur entsprechende ernaehrung.

die kapitalistische ideologie setzt auf geldstroeme und quantitative operatoren. dort existiert kein interesse am verstaendnis der inneren gesetze, wenn sie das vordergruendige verwertungsinteresse ueberschreitet. fuer uns stehen die menschen im mittelpunkt und nicht verwertungsstrukturen.

gesundheit ist ergebnis innerer ausgeglichenheit der energetischen und stofflichen kreislaeufe in unserem koerper, unserem biologischen system. krankheit entsteht durch verzerrungen und verwerfungen in unserem eigenen biosystem. sie existieren nicht erst dann, wenn sie sich in strukturellen veraenderungen ausdruecken. es geht uns also um unser inneres gleichgewicht.

wir betrachten 2 bereiche im gesundheitssystem. kurzfristig entstehende veraenderungen durch verletzungen bei unfall, arbeit, sport und anderen lebensaeusserungen. hier sind schnelle, auch operative eingriffe noetig. die infrastruktur hierfuer orientiert sich an unserer verantwortung, jedem menschen in einer deratigen situation sofort helfen zu muessen. hier hat die technische medizin ihre berechtigung.

der weit groessere anteil im gesundheitssystem sind die langsam wirkenden inneren verzerrungen und ungleichgewichte, die sich dann in materiellen veraenderungen ausdruecken. hier auf symptombekaempfung sich zu konzentrieren, ist hochgradiger unsinn. diese stetigen veraenderungsprozesse ruhen auf einer ungesunden, also kranken, lebensumgebung. im physischen als auch psychischen bereich, also materiell und emotional. damit wird das gesundheitssystem zum sensor fuer eine gesunde lebensentwicklung. und es kann sich zum gefahrenreflektor entwickeln, weil sich dort statistische informationen verdichten, die uns ein untruegliches sehen ermoeglichen.

es ist zuerst eine frage des verstaendnisses unseres wesens mensch. noch sind die menschen primaer einer fremdbestimmten struktur unterworfen, die sie daran hindern, lebensumgebungen zu gestalten, die ein hohes inneres gleichgewicht ermoeglichen. damit werden sofort die lokalen und konkreten lebensbedingungen thematisiert. die qualitaet von wohnraeumen, von ernaehrung, von wasser, luft und atmosphaere, den bedingungen unserer taetigkeiten, der art der einbettung in gesellschaftliche prozesse.

indem wir all die fragen einer gesunden lebensumgebung offen und oeffentlich thematisieren, die formalen und buerokratischen rechtfertigungsversuche oeffentlicher instanzen ignoriern und beisete schieben, uns selbst und unsere lebensweise reflektiv zum thema machen, entsteht ein hohes, allgemeines verstaendnis. wir brechen die objektform unserer existenzweise, werden zu selbst bestimmten subjekten, die ihre eigene geschichte selbst schreiben. abhaengigkeiten zu geldgetriebener, kapitalistischer oekonomie loesen wir auf, weil wir unsere lebensbeduerfnisse in den mittelpunkt stellen und nicht den selbsterhalt parasitaerer verwertungsinstanzen.

damit loesen wir das gesundheitssystem aus seinen fesseln der selektiven, buerokratischen organisation, der phraseologie ueber dem dienst an den menschen, der in wirklichkeit entmuendigung und schikane ist, der egoistischen pluenderung allgemeiner, gesellschaftlichen ressourcen und gestalten es als ein allgemein gesellschaftliches projekt. wir unterwerfen es der kommunalen selbstverwaltung, weil nur so sichergestellt ist, dass sich die interessen der allgemeinheit durchsetzen koennen.

wir unterstuetzen den aufbau und die einrichtung massiv dezentraler zentren fuer medizinische versorgung, aufklaerung, studium und experimenteller forschungsarbeit. wir vernetzen uns mit allen menschen auf diesem planeten, die den gleichen zielen sich verpflichtet fuehlen. so koennen wir schon jetzt auf ein gewaltiges potential an theoretischem und praktischem verstaendnis zurueck greifen und uns in zukunft an seiner weiterentwicklung beteiligen.

gesundheit und koerperliches wohlbefinden sind unsere grundlagen, auf dem alle unsere kreativen und produktiven prozesse einer kooperativen, lokalen selbstgestaltung unserer lebensumgebungen sich gruenden.

kommunale schulen und kinderhaeuser

sklavenzuchtanstalten, industrielle wissensabfuellanlagen versus raeume der kreativen selbstentfaltung. um diese frage tobt der klassenkampf seit 3 jahrhunderten auch und besonders im bildungssystem. Jean-Jacques Rousseau, 1712-1778, hat sich schon sehr frueh mit dieser frage beschaeftigt und hier ein klares prinzip formuliert. alle menschen sind gleich und tragen alle vorraussetzungen in sich, wissend und verstehend zu werden. seine arbeiten waren wichtige vorarbeiten fuer die franzoesische revolution.

wir brauchen keine einrichtungen zum brechen des freien und eigenstaendigen denkens, sondern schulen als lebens- und erfahrungsraeume. wir koennen hierbei auf viele unserer vorfahren zurueckgreifen. im zentrum stehen Maria Montessori und Jean Peaget, die sich frei und offen der frage gestellt haben, welche schulen braucht eine freie gesellschaft.

kinder sind hoch kreativ, neugierig, experimentell, forschend. sie wollen verstehen. das lernen und studieren entspricht ihrer natur. erst wenn die kinder die schulsysteme durchlaufen haben, verlieren sie diese grundlegend-natuerliche eigenschaft, operieren mit vorurteilen und dogmatiken, werden zu fremdgesteuerten objekten und sklaven.

wir schaffen raeume, wo sich die kinder wohlfuehlen, ihre sozialen interaktionen frei ausleben koennen, ihre  erfahrungen fuer kooperation als hoechste form kollektiver prozesse entstehen koennen. es sind raeume der anregung und nicht der schikane, gaengelung und bevormundung. die erwachsenen treten in den hintergrund und sind nur hilfspersonen, keine instruktoren. die kinder suchen sich selbst die erwachsenen aus, denen sie vertrauen und denen sie die notwendige kompetenz zuordnen. es liegt in ihrem erfahrungsraum, zu erkennen und zu artikulieren, was sie benoetigen.

Paulo Freire hat einen wichtigen satz gepraegt: "das Leben stellt uns die Fragen". die kinder wissen sehr gut, und nur sie, welche umgebung sie benoetigen, um die fragen des lebens beantworten zu koennen.

zentrales gestaltungselement unserer schulen ist der freie raum zur entwicklung von selbstorganisation. das freie spiel, der spielerische umgang mit lernen, erproben und verstehen wird immer im zentrum stehen. kinder sind in ihrer natur noch sehr frei, ungezwungen und undogmatisch. sie pruefen, experimentieren, testen und forschen. es ist primaer eine frage der umgebung, der gestaltung der physikalischen raeume, der aestethik der materiellen einrichtung schule und seines umfeldes. die natur in ihrer unveraenderten, reinen form wird zum wesentlichen gestaltungsmoment.

wir wissen, dass viele menschen die natur als bedrohlich, als feind betrachten. das sind unbewusste, indoktrinierte reaktionsmuster, die bei kindern nicht existieren, solange sie nicht einer massiven indoktrination ausgesetzt werden. insofern ist es eine sufgabe zur offentlichen, freien und offenen debatte, die konkretheiten zu bestimmen. niemals werden wir die eltern in zwangssituationen treiben oder dessen aussetzen. es ist unser ziel, diese fragen auf eine sanfte, auf respekt ruhende weise zu eroertern, ohne allerdings uns selbst zu beschneiden. aus unserem wissen um die natur von menschen und speziell kindern und unserer verantwortung fuer jede einzelne person, sei jung oder alt, aktiviren wir den diskurs um die bedingungen zur entfaltung kreativer selbstorganisation.

die herausbildung der faehigkeit zur selbstorganisation, auch in schwierigen situationen, ist das ziel von schulen. die kinder lernen es innerhalb ihrer sozialen struktur. wir oeffnen die schulen fuer alle kinder, die dort sein wollen. wir wissen, dass das freie zusammensein von kindern unterschiedlichen alters, ihre freie kooperation, ihre inneren kraefte maximal entfalten kann.

dann, wenn sich die schueler als selbstorganisierend erleben und erlebt werden, koennen sie sich den hochschulen, polytechnischen akademien oder anderen einrichtungen zuwenden, weil dort als wesentliche vorraussetzung die faehigkeit zum selbstaendigen studieren und forschen vorrausgesetzt wird.

kommunale hochschulen und forschungszentren

aus dem vorherigen kapitel wird klar, dass hochschulen fuer menschen beliebigen alters sind, die selbstaendig arbeiten und sich selbst organisieren koennen. hochschulen sind keine ansammlungen von fremdbestimmten menschen, sondern zentren des studierens und forschens auf der basis von selbstorganisation.

wir wissen, dass wissen nicht abgefuellt werden kann. wissenserarbeitung ruht immer auf eigenstaendiger, selbstaendiger taetigkeit und anstrengung. es sind autididaktische prozesse und nicht normier- und formalisierbare ablaeufe. so verschieden wie die menschen sind, so verschieden sind auch ihre zugaenge zum verstehen und erkennen. zeitliche und thematische, formalisierte fraktionierungen und schablonenanwendungen sind das konstrukt europaeischer, industrieller bildungskultur, wo die einzelnen nur noch verwertbare objekte sind.

aber das entspricht nicht unseren interessen und unserer auffassung humanistischer gesellschaften. fuer uns ist jedes individuum gleichwertig, gleich wichtig. in dem wir raeume schaffen, wo die studenten sich optimal entfalten koennen auf ihre jeweilige art, werden wir diesen prinzipien gerecht.

aus dem verstaendnis, dass studium immer eim autonomer, individueller prozess ist und dass seine primaeren methoden lesen, diskutieren, reflektieren und experimentieren sind, werden klassische, industriell organisierte hochschulen ueberfluessig und kontraproduktiv. wir koennen das studium kraft eines gut ausgebauten kommunikationssystems ueberall vollziehen. also dort, wo wir leben, wo unsere familie lebt, wo wir leben wollen.

hochschulen veraendern sich zu zentren des praktischen experimentierens und der diskussion. wir koennen nicht an jedem ort aufwendig eingerichtete forschungslabors erstellen. und es werden zentren der systematischen vertiefung in einzelnen themengebieten, wenn dies nicht ueber das kommunikationssystem realisierbar ist. die konkrete gestaltung ist eine frage des praktischen erlebens, der konkreten erfahrung.

studium und forschen wird teil unseres gesamten lebens bis ins hohe alter. es wird immer die moeglichkeit geben, sowohl parallel zu unseren taetigkeiten als auch zeitlich verdichtet sich auf spezielle themen zu konzentrieren. dies war die grundlage fuer die herausbildung dessen, was wir wissenschaft nennen.

allerdings auf der grundlage der aufloesung der trennung von hand- und kopfarbeit. diese trennung ist ein elitaeres konzept, ruht auf der erhaltung von sonderprivilegien und individuellen vorrechten. es dient der reproduktion von eliten und ihrem gefolge. weil fuer uns alle menschen gleichwertig sind, und gleich in ihren grundlegenden lebensbeduerfnissen, tragen auch alle die gleiche verantwortung fuer ihre lebensgrundlagen.

hochschulen und schulen verbinden sich dort, wo es gewuenscht und als sinnvoll erachtet wird. als erwachsen werdende und erwachsene tragen wir alle die verantwortung mit fuer die kinder, unterstuetzen sie in ihrem ringen um klarheit, helfen dort, wo hilfe von ihnen gewuenscht wird. es sind interaktive prozesse und keine formalisierten ereignisse. es werden selbstverstaendliche alltagsgeschehnisse.

kommunale werkstaetten und technische zentren

dies sind unsere instrumente, um den menschen hier die moeglichkeiten zu eroeffnen, selbst aktiv und auf hohem technischen niveau ihre lebensumgebung zu gestalten. wir koennen nicht erwarten, im leeren raum schwierige und oft aufwaendige arbeiten ausfuehren zu koennen. nur in entsprechenden umgebungen koennen wir uns praktisch diesen anforderungen erfolgreich zuwenden. wir sehen oft, wie sich menschen bemuehen, auch komplexe reperaturarbeiten durchzufuehren und wie sehr sie dabei alleingelassen und auf das kapitalistische distributionssystem zurueckgeworfen werden.

diese einrichtungen werden kollektiv organisiert, kollektiv verwaltet und stehen allen aktiven kostenlos zur verfuegung. sie sind ein notwendiger teil unserer lokalen, technischen infrastrukturen. sie sind auch teil der durchbrechung privatkapitalistischer dominanz im aufbau einer kooperativen gemeinschaft. kristallisationspunkt in der entfaltung lokaler technischer kompetenz und selbstaendigkeit.

es sind notwendige lernprozesse, die mit solchen einrichtungen immer in verbindung stehen. die unterhaltung und erhaltung, pflege, weiterentwicklung und erweiterung. es sind auch aktionsplaetze, wo individuelle egoismen mit kooperativem gemeinschaftssinn kollidieren. wir nehmen diese herausforderung an, weil wir wissen, dass sie notwendig auf uns zukommen. es waere fatal, in solchen fragen den kopf in den sand zu stecken. von gemeinschaft reden und sich gemeinschaftlich verhalten sind eben doch zwei unterschiedliche dinge.

aber ueber die erfahrung der kraft und des potentials, das in solchen einrichtungen ruht, entwickeln wir unsere verantwortung fuer das gemeinsame. indem wir uns als teil kollektiver prozesse erleben, entsteht erst die grundlage fuer eine gemeinschaft. phrasen und parolen helfen da nicht. erst die konkrete erfahrung schafft die basis, teil einer gemeinschaft zu werden und zu sein.

kommunale maerkte und das distributionssystem

im zentrum unserer oekonomischen aktivitaeten steht die versorgung aller menschen mit den mitteln zur materiellen reproduktion. also ernaehrung, kleidung, den mitteln zur kommunikation und dokumentation, den mitteln und instrumenten fuer die wohnraumgestaltung und der versorgungssysteme, den instrumenten und werkzeugen fuer technische taetigkeiten etc.

heute ist das distributionssystem primaer privat und geldbasiert organisiert. dem stellen wir das  kommunalorientierte distributionssystem gegenueber auch mit dem ziel, den geldbedarf fuer die allgemeinen lebensgrundlagen zu minimieren und moeglichst aufzuloesen.

primaer werden dort gueter aus lokaler und regionaler herstellung getauscht. dies ist kein mangel, weil wir unsere lokalen herstellungsprozesse grundsaetzlich oeffentlich machen und so die verbreitung guter methoden nutzen und unterstuetzen koennen. und wir streben die maximierung hoher, lokaler selbstversorgung in allen bereichen an. damit schaffen wir eine hohe, lokale stabilitaet und koennen massiv den regionalen und ueberregionalen transport von guetern reduzieren.

kommunale maerkte werden ueberall entstehen, wo menschen zusammenleben. ausgeruetet mit den notwendigen lagerhaltungssystemen. immer erreichbar ueber unser kommunikationssystem. eingebunden in ein verteilungssystem, das sich sn den beduerfnissen der menschen orientiert. das distributionssystem wird zu unserem intrument, bewusst gestaltet, flexibel auf zeitliche anforderungen und veraenderungen reagierend.

maerkte sind immer mehr als die ansammlung von regalen. es sind historisch entstandene soziale interaktionsraeume. weil fuer uns die menschen im mittelpunkt stehen, werden sich da voellig andere prinzipien durchsetzen, die immer vermittels lokaler entscheidungen wirklichkeit werden. wir konzentrieren uns auf die unterstuetzung der menschen, ihre spezifischen austauschprozesse und tauschraeume entstehen zu lassen.

wir koennen auf eine vielfalt an konkreten formen weltweit zurueckgreifen und durch anwendung ihrer und unserer prinzipien zu ihrer weiterentwicklung beitragen. fuer uns steht als grundlage von tauschprozessen die zeit, die wir fuer die herstellung und ihrer rahmenbedingungen aufbringen, weil sie die einzig objektiv bestimmbare groesse ist. in der uebergangsphase koennen wir auch lokale komplementaerwaehrungen entstehen lassen, weil sie die lokale kreislaufstruktur unterstuetzen. auch eher individuell ausgehandelte tauschrelationen sind moeglich, wie wir es im Trueke-system sehen.

es sind letztlich immer fragen lokaler entscheidungen, die sich hier geltung verschaffen. wir unterstuetzen diese prozesse, weil wir die souveraene selbstorganisation als wesentliche grundlage fuer eine sozialistische gesellschaft auf der basis von Poder Popular zu unserem ziel erklaeren.

kommunale transportsysteme

zentrales ziel ist die aufloesung des verkehrs mit individuellen fahrzeugen, die einen gewaltigen aufwand bei minimaler nutzung erzeugen. wir muessen nur darauf achten, die zeitanforderungen entlang des bedarfs zu erfuellen und eine hohe flexibilitaet in der anpassung an bedarfsaenderungen zu erreichen.

ein weiteres ziel ist die ueberwindung von verbrennungsmotoren. sie sind ein relikt aus grauer vergangenheit und koennen unseren lebensanspruechen nicht gerecht werden. wir brauchen abgasfreie systeme, die sich sanft in staedtische umgebungen einfuegen.

wir betrachten die transportsysteme als analogie zu unseren energie- und informationskreislaeufen in unserem koerper. das materielle transportsystem fuer menschen und gueter entspricht unserenm blutkreislauf. das immaterielle transportsystem fuer informationen, das technische kommunikationssystem, unserem nervensystem. es sind notwendige strukturen zur aufrechterhaltung der lebensfaehigkeit unseres koerpers.

das gilt auch fuer unsere gesellschaftlichen transportsysteme. sie sind notwendig fuer uns als gesellschaftliche gemeinschaft, als netzwerk lokaler lebensgemeinschaften. interaktionsinstrumente sich beliebigst vernetzender akteure.

von daher liegt es nahe und ist im gesamten zwingend notwendig, sie frei und kostenlos fuer alle zur verfuegung zu stellen. sie als gesellschaftliche projekte im interesse der allgemeinheit aufzufassen und so zu organisieren. die quantitativen anforderungen haengen im wesentlichen von unserer faehigkeit ab, die austauschprozesse auf rationaler und vernunft basierter grundlage zu gestalten. wesentlich dabei ist das verstehen von der kraft lokaler oekonomien und seinem geruest, den technischen infrastrukturen.

wir beschaeftigen uns in diesem kapitel mit dem materiellen transportsystem, das sich in personen- und guetertransport aufteilt. dies ruht primaer auf den verschiedenen anforderungen.

im personentransport sind kurze reaktionszeiten mit sich stark veraendernden kapazitaetsanforderungen zu erfuellen. auch wenn wir aus der statistischen erfahrungsbasis so manches vorher sehen koennen, bleibt ein grosser teil stochastisch. die transportspitzen koennen wir durch aufloesung zeitlicher schablonisierung reduzieren, weil es nicht notwendig ist, dass alle einrichtungen im gleichtakt funktionieren. und durch massive dezentralisierung und dem einsatz des kommunikationssystems werden auch viele laufereien ueberfluessig.

desweiteren unterstuetzen wir das gehen und fahrradfahren. sowohl durch die transportmoeglichkeit in den kommunalen fahrzeugen als auch mit kommunalen fahrraedern, die jede person nutzen kann. wenn staedte sich zu lebensraeumen entfalten, dann draengt sich das gehen und fahrradfahren geradezu auf.

so bleiben die anforderungen kurze reaktionszeiten bei hoher flexibilitaet der transportkapazitaeten. das geht nur mit rechner geteuerten dynamischen und hoch interaktiven leitsystemen, weil kein mensch die vielen variablen gleichzeitig im auge behalten kann. primitive zeittaktsysteme sind uns nicht ausreichend. das leben ist vielfaeltig und hoch dynamisch und deshalb muessen dies auch unsere methoden und instrumente sein. hier kommen wir sofort zu kleinsystemen, weil sie die hoechste flexibilitaet erreichen.

der guetertransport organisiert den transport von materiellen guetern. er kann hoch optimiert werden, weil die zeitanforderungen geringer sind und haeufig langfristig planbar. eine wichtige aufgabe ist der transport von den kommunalen maerkten zu den privaten lebensorten, um auch hier die notwendigkeit fuer private fahrzeuge aufzuloesen. die kriterien sind letztlich die gleichen wie im personentransport. kurze reaktionszeiten bei hoher flexibilitaet zur anpassung an lastaenderung.

wie in allen gesellschaftlichen prozessen gilt, und im transportsystem besonders, dass nur dann systeme mit hoher uebereinstimmung mit den beduerfnisse der menschen entstehen, wenn sie alle in den gestaltungsprozess eingebunden sind und teil der konstruktiven entwicklung werden. aufgepropfte modelle sind nie dazu in der lage. mag sein, dass sie schneller realisiert werden koennen. unter dem gesichtspunkt von qualitaet in der erfuellung der anforderungen scheitern immer derartige methoden, weil sie nur ueber den ausschluss von anforderungskriterien denkbar sind.

kommunale wasserversorgung und abwasserklaerung

fuer uns besteht die wasserversorgung aus 3 teilen. dem trinkwasser, dem nutzwasser und dem abwasser. es ist ein integrales system und teil unserer natuerlichen kreislaeufe. wir erhalten das wasser von der natur und sind verpflichtet, es in mindestens der gleichen qualitaet wieder zurueck zu geben. nur so werden wir zu einem verantwortlichen teil des ganzen.

trinkwasser stellt hohe anforderungen an sauberes, aktives, lebendiges und mineralhaltiges wasser. es muss stetig zirkulieren und darf nicht stehen. wir wollen den zwang zum kauf von trinkwasser in plastikbehaeltern aufloesen. trinkwasser zu haben an jedem ort zu jeder zeit in unserer lebensumgebung ist ein grundrecht fuer alle. in laendlicher umgebung ist dies einfacher zu organisieren. in staedten selbstverstaendlich nur mit groesserem aufwand. relativ auf eine person betrachtet wird sich es angleichen. solange wir staedtische konzentrationen haben und dort leben wollen, muessen wir auch die konsequenzen dafuer tragen.

trinkwasser muss nicht nur in jedem haus zur verfuegung stehen, sondern auch im oeffentlichen raum. auf plaetzen und in parks. die aufbereitung des trinkwassers ist eine frage technisch wissenschaftlicher beschaeftigung und die notwendigen faehigkeiten entstehen erst, wenn wir uns diesen aufgaben stellen.

nutzwasser fuer kochen, waschen und anderes hat geringere anforderungen. es entspricht in etwa dem heutigen standard. aber auch hier kann sich ergeben, dass wir durch zirkulation und bessere leitungsmaterialien auf den zusatz von chemischen stoffen zur abtoetung von bakterien verzichten koennen. dies ist notwendig, weil derartige stoffe auch unsere koerpereigenen, notwendigen bakterien abtoetet.

abwasser muss mindestens auf das qualitative niveau zurueckgefuehrt werden, wie wir das wasser aus der natur entnehmen. dies leitet sich aus unserer verantwortung fuer eine gesunde umwelt fuer alle menschen direkt ab. indem jede zelle der gesellschaftlichen gemeinschaft fuer diese balance sich verpflichtet, entsteht eine gemeinschft, die als ganzes in einer ausgeglichenen balnce ruht.

aus dem heutigen zustand der egoistischen eigennutzung sehen wir die verantwortungslosigkeit, wie sich die gemeinschaften sich selbst und den anderen gegenueber verhalten. dies ist aber kein resultat individueller verantwortungslosigkeit, sondern entsteht aus einer umgebung, wo nur der individuelle eigennutz zelebriert und gefoerdert wird.

kommunale elektrizitaetsversorgung mit dezentraler energiegewinnung

die energiereserven der natur sind gewaltig. wir muessen sie nur verstehen und ihre nutzungsmoeglichkeiten erkennen. aus der lokalen eigenverantwortung fuer minimalen, gesellschaftlichen  aufwand kommen wir direkt zur aufgabe, uns den moeglichkeiten lokaler elektrischer energieversorgung zu widmen. natuerliche energiereserven sind solarthermische systeme, wind und wasser, geothermic und biogasreaktoren. die vorraussetzung ist nur unser verstaendnis der naturgesetze. weil wir alles offen handhaben, stehen uns auch all die erfahrungen und ideen unserer freunde weltweit zur verfuegung.
dies ist zunaechst ein theoretischer akt, den wir in ganz venezuela entfalten muessen, um dann lokal die theoretischen konzepte in die praxis zu ueberfuehren. die geografischen und klimatischen  bedingungen sind extrem unterschiedlich. deshalb werden auch die praktischen methoden extrem unterschiedlich sein.

regionale netze koennen hilfreich sein, lokale engpaesse zu ueberwinden. koennen und sollen aber niemals die lokale selbstversorgung ersetzen. die lokale speicherung elektrischer energie direkt oder indirekt in einer vorform, wie z.b. wasserstoff oder wasser auf hohem niveau potentieller energie oder thermische energie sind wege, wie wir zyklische asynchronitaeten von gewinnung und nutzung ueberwinden.

auch in der verteilung elektrischer energie muessen sich unsere anforderungen an minimalem aufwand und verbrauch natuerlicher ressourcen bei maximaler stabilitaet und hoher redundanz durchsetzen. dazu kommt immer die aesthetik des alltags, wie wir unsere lebensumgebung gestalten wollen.

kommunale gasversorgung mit dezentraler biogasgewinnung

wir verwenden biogas als quelle thermischer energie und vielleicht auch als speicherform fuer elektrische energie. ueber abfalltrennung verfuegen wir ueber eine enorme masse an biomaterial. desgleichen aus allen formen landwirtschaftlicher taetigkeit. dies nutzen wir als begleitende energiequelle durch bioreaktoren, die die vergasung anregen und uns so die moeglichkeit geben, dieses gas als energiequelle nutzen zu koennen.

noch sind die meisten theorien der biochemie durch private okkupation allgemeinen wissens, vermittels des raeuberischen patent- und lizenzrecht, der allgemeinheit entzogen. wir brechen diese blockaden, indem wir den raum aller frei denkenden und der allgemeinheit verantwortlichen menschen zur kooperation ueber alle geografische distanzen hinweg schaffen.

kommunale muellabfuhr und rohstoffrueckgewinnung

muell und abfall sind keine objektiven und absoluten terme. sie entstehen unmittelbar aus unserer lebensweise und sind abhaengig von unserem verstaendnis der stofflichkeiten. das, was fuer die einen muell und abfall ist, kann fuer die anderen hochwertige stofflichkeit sein.

in unserem modell von stoffkreislaeufen bleiben allen alle stofflichen werte erhalten. wir betrachten die verbindung und trennung nicht unter dem gesichtspunkt kapitalistischer effizienzkriterien, sondern primaer unter dem gesichtspunkt minimalen aufwands und minimaler belastung fuer unseren planeten. diese kriterien existieren nicht in der kapitalistischen oekonomie. dort wirken andere ziele.

damit werden alle materiellen gueter, allgemein stoffliche konzentrate, zum teil eines geamtkreislaufs. wenn wir also deratige gueter nicht mehr brauchen, werden sie zur rohform zurueck gewandelt, um so wieder in den kreislauf einfliessen zu koennen. das ist sicherlich erstmal ein theoretischer akt und erzwingt die ueberwindung der ideologie der einmalnutzung.

bei der herstellung werden dann notwendig auch die fragen der rueckwandlung einfliessen, weil wir in jeder phase einzelner prozesse immer auch die geamtheit, also das ganze, mit einbeziehen.

auf der grundlage des verstaendnisses dieser zusammenhaenge wird es einfach, uns den fragen der muellsammlung und seinem abtransport zu widmen. weil wir dann alle wissen, welche werte in dem enthalten sind, was wir heute noch gedankenlos in den muelleimer werfen. fuer alle wird schnell ersichtlich, welcher gewaltige ressourcenaufwand mit langfristiger belastung betrieben wird, weil der blick fuer das ganze noch nicht existiert.

staatliche gewaltsysteme und das subjektive gefuehl von sicherheit

das subjektive gefuehl von sicherheit ist ein hochgradig individuell konditioniertes empfinden und hat nur wenig mit rationaler betrachtung zu tun. wir finden menschen in hochsicherheitstrakten lebend und sich permanent unsicher fuehlend und menschen, die in offener und freier umgebung leben und nie derartiger gefuehle ausgesetzt sind. manchmal auch in unmittelbarer nachbarschaft.

staatliche gewaltsysteme existieren seit der herausbildung elitaerer strukturen. sie sind notwendige bestandteile einer gesellschaft, die auf inneren antagonismen ruht. auch externe bedrohungsszenarien ruhen meist auf der inneren projektion. diesem feld naehern wir uns weiter unten.

zunaechst stellen wir fest:
1) staatliche gewaltsysteme nehmen proportinal zu mit der sozialen skalierung einer gesellschaft. ungekehrt sehen wir auch, dass mit zunehmender mittlerer sozialer nivelierung der einfluss staatlicher gewaltsysteme zurueckgeht.
2) staatliche gewaltsysteme wie alle staatlichen systeme erzeugen einen hohen selbsterhaltungsdrang. damit einher geht auch immer die propagandistische legitimierung ihrer existenzberechtigung.

eine gesellschaft, in der hohes leistungsloses einkommen bei minimalem produktiven beitrag gepaart ist mit niedrigem einkommen bei hohem persoenlichen einsatz und hohem produktiven beitrag erzwingt die aufrechterhaltung dieses antagonismus mit staatlichen gewaltsystemen.

wir koennen auch noch tiefer gehen. individueller reichtum ruht notwendig auf raub, weil er nur durch auspluenderung der anderen, also durch produktion von armut, moeglich ist. damit entstehen ungleichgewichte, die immanent zur aufloesung draengen. damit entstehen zwaenge, die die aufrechterhaltung dieses ungleichgewichts mit regulativen verfasstheiten abzusichern benoetigen. wegen derer mangelnden durchsetzungskraft werden gewaltsysteme zwingend notwendig.

weil die parasitaeren eliten sehr wohl wissen, dass ihre individuellen schutzbeduerfnisse nicht ausreichen, um eine allgemeine legitimationsgrundlage fuer staatliche gewaltsysteme hersustellen, wird die angst systematisch forciert. da wird dann jeder mensch zum potentiellen gewaltverbrecher. das liefert 2 wichtige ergebnisse. zuerst die ablenkung von den unterschiedlichkeiten und die scheinbare gleichheit der interessen. und die legitimationsgrundlage fuer einen apparat, der fuer die meisten bedeutungslos ist und nur mit zunehmender individueller anhaeufung von geraubtem vermoegen relevanz erhaelt. die angstproduktion ist das fundamentale instrument zur erhaltung staatlicher gewaltsuysteme im vorfeld noch schwach ausgepraegter klassenkaempfe. erst wenn diese sich offen auspraegen, werden auch die gewaltsysteme auf ihre eigentliche aufgabe konzentriert.

und die externen bedrohungsszenarien? es sind immer funktionale ableitungen aus den inneren widerspruechen und zwaengen der jeweils agierenden gruppen. Venezuela wird dann zum offen erklaerten feind, wenn es sich den verwertungsinteressen der international agierenden kapitalgruppen entzieht. sie sind abhaengig von den rohstofffluessen in der einen richtung und den gueterstroemen in der anderen. wenn diese stroeme blockiert werden, weil sich die laender lateinamerikas verselbstaendigen und abkoppeln, dann geht es an die substanz.

und dann? sind diese gewaltverbaende hier geeignet, um einen darartigen konflikt aufzuloesen? mit stumpfem befehlsgehorsam und im gleichschritt geht das nicht. da werden menschen mit einem hohen politischen verstaendnis auf hohem technischen niveau benoetigt. auf der basis von Napoleon oder Clausewitz geht das nicht mehr. aber eine derartige revolutionaere miliz, politisch und technisch hoch entwickelt, ist fuer innere einsaetze gegen die bevoelkerung zum zwecke der erhaltung parasitaerer cliquen nicht zu gebrauchen und auch extrem gefaehrlich, weil sie sich immer auf die seite des volkes stellt.

das ist der zentralkonflikt im militaer der USA und Israel wie ueberall auf unserem planeten. sie muessen verhindern, dass die soldaten ihren verstand gebrauchen. so ist die folge eine innere fragmentierung der verbaende entlang unterschiedlicher intensitaeten von indoktrination und unterwerfung. fuer uns ist aber die integration wichtig, die herausbildung von faehigkeiten und eigener urteilskraft.

wir haben ein klares ziel im internationalen kontext. die aufloesung allen militaers auf diesem planeten. dies ergibt sich direkt aus unzeren prinzipien der gleichwertigkeit aller menschen. aus unserem prinzip der anerkennung lokaler selbstverwaltung, des selbstbestimmungsrecht der voelker und lokaler lebensgemeinschaften. damit werden die raeume fuer internationale kooperation und solidaritaet eroeffnet. damit entsteht der "ewige Frieden", wie ihn schon Immanuel Kant auf der grundlage von vernunft und rationalitaet und verantwortung skizziert hat.

staatliche straf- und gefaengnissysteme

an dem zustand der inneren verhaeltnisse in gefaengnissen sehen wir den zustand der inneren verhaeltnisse einer gesellschaft. so aehnlich hat sich Friedrich Engels einmal ausgedrueckt. es ist eine alte weisheit. staatliche gefaengnissysteme sind das spiegelbild der gesellschaft, ihr inneres konzentrat. die wenigsten ihrer insassen sind wirklich eine bedrohung der gesellschaft. das zu verstehen setzt die eigene reflexionsfaehigkeit voraus. dazu kommt, dass gefaengnisse einrichtungen der organisierten verrohung und verdummung sind. es sind spielplaetze fuer sadistische abflussreaktionen aufgestauter frustrationen.

der eigenwert von menschen wird aufgeloest, negiert. die fragen der spezifischen biografien werden in dem strafsystem nicht zum gegenstand. es ist eine primitivkultuer auf unterstem intelektuellen niveau. dort wo hilfe wirklich etwas erreichen koennte, wird die ausgrenzung organisiert als symbol gesellschaftlicher reinigung und wahrnehmungsvermeidung.

handlungen von menschen haben immer eine geschichte, entstehungsbedingungen, konditionierungsgrundlagen. insofern spiegelt jede person ihre eigene geschichte, ihre entwicklungsumgebung. sie sind manifestationen ihrer umgebung. hierauf mit gewalttaetiger ausgrenzung und einsperrung zu reagieren, deutet auf tabuisierung der wirklichkeit und vernutzung von menschen als symbolfunktion hin.

die meisten insassen in gefaengnissen weltweit sind aus gruenden des politischen widerstandes oder dem bruch von eigentumsverhaeltnissen eingesperrt. so sehen wir, dass die gefaengnisse mit dem zugrunde liegenden strafrechtssystem primaer diejenigen ausgrenzt, die sich nicht den kapitalistischen verwertungsinteressen unterwerfen.

unsere interessen sind andere. weil wir wissen, dass alles eine geschichte hat und die menschen primaer aus ihrem lokalen sozialen kontext konditioniert sind, werden wir die hilfe zur selbsthilfe in den mittelpunkt stellen. dazu werden umgebungen gebraucht, die diesen menschen ihren eigenen wert und den anderer erfahrbar machen. sie muessen erfahren, dass sie als mensch gleichwertig zu allen sind und dass solidarische kooperation die grundlage fuer unser gemeinschaftliches leben ist.


teil 3: eine abschliessende betrachtung

Rosa Luxemburg schreibt 1918 in ihrem entwurf "Was will der Spartakusbund" fuer das programm der KPD zu anfang des II. kapitels:

"Die Verwirklichung der sozialistischen Gesellschaftsordnung ist die gewaltigste Aufgabe, die je einer Klasse und einer Revolution der Weltgeschichte zugefallen ist. Diese Aufgabe erfordert einen vollständigen Umbau des Staates und eine vollständige Umwälzung in den wirtschaftlichen und sozialen Grundlagen der Gesellschaft.
Dieser Umbau und diese Umwälzung können nicht durch irgendeine Behörde, Kommission oder ein Parlament dekretiert, sie können nur von der Volksmasse selbst in Angriff genommen und durchgeführt werden."

und Florencio Porras schreibt in Twitter:
"Los habitantes de parroquias Estanques y Pueblo Nuevo, son capaces de construir su propio destino y yo los ayudaré a hacerlo."

wir erweitwern es. die Menschen wissen, was sie brauchen. wir helfen ihnen. nur das ist der zweck unserer politischen organisation. sie hat keinen eigwnzweck, keine eigeninteressen. wir sind den gemeinschaften Lateinamerika, venezuela, region Los Andes, Estado Mérida auf der basis der kommunen verpflichtet.

auf dieser grundlage ruht dieser entwurf. deshalb haben wir nur skizzen entworfen, prinzipien entwickelt, unsere philosophischen auffassungen dargelegt in konkreten zusammenhaengen. es steht uns nicht zu, einzelschritte und zeitplaene zu entwerfen. das ist ausschliesslich den menschen selbst vorbehalten. sie sind es, die diesen entwurf auf tauglichkeit und nuetzlichkeit pruefen. sie sind es, die die anwendbarkeit und die realisationsbedingungen hinterfragen.

indem wir selbst teil dieser aktiven lebensgemeinschaften sind, sind wir auch teil dieser kooperativen prozesse. aber wir gehen noch weiter als teil der gemeinschaften. wir initieren die diskussionen um die fragen unserer zukunft, um die frage: "wie wollen wir leben".

diese frage ist der kern von allem. die bewusstwerdung ueber das Buen Vivir fuer alle, die faehigkeit, die kriterien zu extrahieren, die faehigkeit, die bedingungen zu analysieren. in diesem prozess der "debatte um die Prinzipien des Sozialismus" entwickeln wir alle die kraft und das vermoegen, dieser aufgabe gerecht zu werden.

noch nie in der gechichte der letzten 2000 jahren hat sich eine gesellschaft diesem prozess gewidmet. das ist einzigartig in Venezuela. auch dass unser grosser freund Hugo Chavez praesident ist, getragen von der mehrheit der bevoelkerung, ist einzigartig auf diesem planeten und seiner geschichte. es ist die besonderheit der venezuelanischen menschen, die dies ermoeglicht. wir helfen dabei.

referenzen und erweiterungen:

1)
Concepto de una economía cooperativista basada en comunas (p1)
[www.redescomunalesmerida.wordpress.com/2012/08/01/concepto-de-una-economia-cooperativista-basada-en-comunas]

Concepto de una economía cooperativista basada en comunas (p2)
Síntesis de los principios de una economía comunal y su aplicación en localidades geográficas específicas
[www.redescomunalesmerida.wordpress.com/2012/08/14/sintesis-de-los-principios-de-una-economia-comunal-y-su-aplicacion-en-localidades-geograficas-especificas]

2)
Iniciativa por una red de comunicación socialista orientada hacia las necesidades de la gente
[www.redescomunalesmerida.wordpress.com/2012/10/16/iniciativa-por-una-red-de-comunicacion-socialista-orientada-hacia-las-necesidades-de-la-gente]

Concepto de red de comunicación intercomunal
[www.redescomunalesmerida.wordpress.com/2012/08/01/concepto-de-red-de-comunicacion-intercomunal]

willi uebelherr, wube@gmx.net, 20.11.2012

REDES Comunales Merida
www.redescomunalesmerida.wordpress.com
redescomunalesmerida@gmail.com

 


VON: WILLI ÜBELHERR






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