Der Seitenwechsel der ostdeutschen Arbeiterklasse 1989/90

10.11.13
SozialismusdebatteSozialismusdebatte, News 

 

von Reinhold Schramm

»Zu Weihnachten packte meine Mutter ein großes Paket {...} und schickte es „in die Zone“. {...} Vermutlich hatte sie ein schlechtes Gewissen, weil es ihr im Westen so gut ergangen war, während die Verwandtschaft im Osten darbte.«
(Vgl. Tageszeitung)

Die größte ökonomische Flucht- und Konsumbewegung, einer werktätigen Bevölkerungsmehrheit, einschließlich der Mehrheit der Arbeiterklasse.

Der Mehrheit der Mitglieder der sozialdemokratischen SED und der demokratischen Blockparteien, der FDJ-Jugendorganisation und des FDGB. Der Mehrheit der vormals antiimperialistischen MfS-Staatssicherheit und der deutschen Volkspolizei. Ebenso, der Mehrheit, der meineidigen Nationalen Volksarmee, wie aus allen weiteren staatlichen Ministerien, Institutionen, Behörden, Einrichtungen und Betrieben. Die größte pro-imperialistische Fluchbewegung – aus einem selbständigen und international anerkannten Staat – in der jüngeren europäischen und internationalen Geschichte.

Der sozialökonomische und gesellschaftspolitische Frontwechsel der werktätigen Bevölkerung, aus einer unvollkommenen, aber antikapitalistischen und antifaschistischen Gesellschaftsordnung, heraus aus der Deutschen Demokratischen Republik
. Eine Massenflucht – vor allem – aus wirtschaftlichen Gründen.

Es war zugleich die freie Entscheidung der politisch aufgeklärten Bevölkerungsmehrheit der DDR – für den Kapitalismus und Imperialismus, auch für ungebremsten Konsum und preiswerte Bananen – auch auf Kosten anderer Völker und Regionen der Welt.

Vgl.: taz-Autoren und der Mauerfall: Wir Wessis und die Wende - taz.de, 09.11.2013
www.taz.de/taz-Autoren-und-der-Mauerfall/!127043/


VON: REINHOLD SCHRAMM






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