Reinhold Schramm schaute in die 'taz'...

11.11.13
SozialismusdebatteSozialismusdebatte, Kultur, TopNews 

 

von Klaus Horn

am 9. November und entdeckte bei den Wessi-Autoren zum Mauerfall einen Beitrag, an dem zu Weihnachten eine Mutter ein großes Paket in die Zone schickte, weil sie vermutlich ein schlechtes Gewissen hatte.

Ihr ging es im Westen so gut im Gegensatz zur darbenden Verwandtschaft im Osten.

Und daran schloß sich - alles sorgfältig komprimiert - an, was mit dem Seitenwechsel der ostdeutschen Arbeiterklasse zum Kapitalismus 1989/90 zusammenhängt. Man darf feststellen, das große Paket einer Mutti hatte Wirkung. Oder etwa nicht?

Nun haben wir das ja alles damals gründlich miterlebt. Man kann sich an vieles über 89/90 erinnern und unendlich viel beleuchten. Das hört auch gar nicht auf. Stoff für nur ein Jahrhundert? Aber, aber, wo denken Sie denn hin angesichts des einmaligen Klassenbewußtseins? .

Ich dachte nach dem Lesen zunächst dank 'YouTube' an Harald Juhnke – Beratung im Reisebüro 1990 mit Grit Böttcher und Volker Brandt. Nur 3:26 Minuten, aber es lohnt sich! Noch lässt sich die Grit mit: “Nein, nein!“ von einer Reise nach Kenia, Marokko, zu den griechischen Inseln…wegen der „kapitalistischen“ Spinnen, Banditen…, und Haifische an Land dank des „sozialistischen“ Beraters Juhnke abhalten. Aber bekäme auch sie vielleicht ein großes Paket aus Kenia, Marokko, von den griechischen Inseln, dank einer neuen Reise -  'YouTube'…wer weiß..?

Und dann darf sich die ostdeutsche Arbeiterklasse doch trösten.
Bert Brecht
hatte das frühzeitig versucht mit „Zur Frage der Übersetzung von Kampfliedern“(1)
Er sagte: „Die revolutionären Arbeiter aller Länder haben unendlich viel Gemeinsames und stärkste Interessen, diese Gemeinsamkeiten zu betonen und zu organisieren.“

Er sollte Recht haben. 1989/90 taten sie alles gemeinsam, nämlich von der Elbe bis hin nach Wladiwostok. Du bliebst nicht allein!

Kurtchen Tucholsky ging einen Schritt weiter als Brecht. „Eine der schrecklichsten Folgen der Arbeitslosigkeit ist wohl die, dass Arbeit als Gnade vergeben wird. Es ist wie im Kriege. Wer die Butter hat, wird frech.“ (2)

Und davon ist nicht mehr nur die ostdeutsche Arbeiterklasse seit 2003 dank Sozi Schröder mit Hartz IV betroffen. (Auch in scharf-links heute zu Hartz IV mit „Wie eine Halsgeige, die lähmt und Selbstvertrauen absorbiert"…)  Singt die westdeutsche Arbeiterklasse eigentlich noch und wenn ja wie?

Geier Sturzflug von 1983 „Wir steigern das Bruttosozialprodukt“ und „Wenn früh am Morgen die Werksirene dröhnt und die Stechuhr …“ Denn was ist los mit der Butter? Nein, Ost und West besitzen nach 89/90 Gemeinsamkeiten. Roy Black singt jetzt für sie: „Du bist nicht allein…“ 

Gruß
Klaus Horn

(1) Über Kunst und Politik. Leipzig 1977 (RUB)
(2) Ausgewählte Werke, Band 6, „…zu dürfen“ Seite 310, 1930 bis 1932. Berlin 1973


VON: KLAUS HORN






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