Macht macht geil


Bildmontage: HF

18.05.09
DüsseldorfDüsseldorf, NRW, Linksparteidebatte, Debatte, TopNews 

 

Über die Ketzer-Verbrennung in Düsseldorf

Von René Gaten

Die Partei Die Linke (PDL) tritt gegen die DKP und ihre Vertreter in den Rathäusern von Gerresheim und Eller an. Für beide Rathäuser wurden am Sonntag, 17. Mai, PDL-"Spitzenkandidaten" nominiert, die sich kommunalpolitisch bisher in keiner Weise profiliert haben und in einer Vorstellungsrunde zu erkennen gaben, dass sie den DKP-Vertretern Christiane Schnura und Uwe Koopmann in keiner Weise das Wasser reichen können.

Abgewählt wurden von der Mehrheit der PDL-Wahlversammlung zudem die bisherigen linken Bezirksvertreter Jürgen Hülsmann (Flingern) und Henning Kroymann (Wersten/Benrath). Renate Gebel (Garath) wurde von vornherein keine Chance eingeräumt. Lothar Daxenberger (Rath) wurde erst im zweiten Wahlgang mit 26 von 52 gültigen Stimmen gewählt.

Die Abwahl von Jürgen Hülsmann war mehrfach pikant: Er unterlag in einem ersten Wahlgang dem Kandidaten Ben Klar, der in der Vorstellungsrunde deutlich gemacht hatte, dass er sich in Fingern nicht auskennt. Vorgeworfen wurde ihm, dass er es in der PDL-Stadtbezirksgruppe zuvor abgelehnt habe, auf einem vorderen Platz zu kandidieren, da ihm das zu viel Engagement
abverlange, nun aber den Spitzenplatz anstrebe.

Um den linken Hülsmann zu verhindern, wurde Frank Laubenburg im zweiten Wahlgang plötzlich ins Rennen geschickt. Laubenburg, dem man nachsagt, er sei ein eloquenter Strippenzieher mit einer Beton-Hausmacht, hebelte mit seiner Gegenkandidatur sogar die Absprache aus, dass der zweite und dritte Platz einer Liste einer Frau vorbehalten sein müsse, wenn Platz 1 von einem Mann besetzt wird.
Laubenburgs Claqueure reagierten mit Beifall auf seine Wahl für Platz 2. Er konnte sich ohne Gegenkandidatin deutlich durchsetzen, zumal Hülsmann es abgelehnt hatte, auf einem Platz zu kandidieren, der noch durch eine Frau hätte besetzt werden können.

Die undemokratische Machtorientierung der "Realos" wurde auch bei der Kandidatenaufstellung für Gerresheim deutlich. Der PDL-Soldat Ronny Meyer versuchte seinen unzureichenden Bezug zu Gerresheim mit dem Hinweis zu kompensieren, dass er dort erst seit kurzer Zeit wohne, aber nun Eigenheim-Besitzer sei. Nachweise für auch nur eine Aktivität im Stadtbezirk konnte er nicht liefern.

Einen Befürworter hatte Meyer wiederum in Laubenburg, der seinen Kandidaten im Schnellverfahren durchpeitschen wollte: Genehmigt wurden nur zwei "Reden" von je drei Minuten für und gegen eine PDL-Kandidatur in Gerresheim. Eine weitere Aussprache durfte es nicht geben. Abgelehnt wurde eine geheime Abstimmung darüber. Meyer und seine Vasallen hatten ihre Kandidatur zuvor in der PDL-Stadtbezirksgruppe nicht angemeldet. Gerhard Gust, ein weiterer homo publicus aus der Laubenburg-Melange, war mehrfach von der eigenen Basisgruppe abgelehnt worden. Gemeinsame Merkmale der rechten Gerresheimer PDL-Phalanx: Keine kommunalpolitische Kompetenz hinsichtlich des Stadtbezirks - gepaart mit Machtstreben um jeden Preis, hochgradigem Antikommunismus und tiefgreifender DKP-Phobie.

Das Geschäft des Antikommunismus wurde in Düsseldorf bisher von den Zentralen der CDU, SPD und FDP betrieben. Jetzt wurde dieses Spektrum durch eine Mehrheit in der Partei Die Linke erweitert.
René Gaten



Stellungnahme von Lutz Pfundner zum Artikel:
„Macht macht geil“
 - 20-05-09 22:37




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